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 Akira Yagami

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Akira Yagami

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Anmeldedatum : 23.05.12
Alter : 24
Ort : West Blue

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BeitragThema: Akira Yagami   Do Apr 05, 2018 5:54 pm






¬ PERSÖNLICHE DATEN:
Vorname: Akira
Nachname: Yagami
Beiname: Akira verfügt weder über einen Steckbrief, noch über nennenswerte Bekanntheit, weswegen er über keinen Beinamen verfügt.

Alter: 27
Herkunft: West Blue | Mercatura
Rasse: Mensch

Zugehörigkeit: Revolution
Rang: Kein Rang, Unterstützt die Revolution finanziell und durch sein Spionagenetzwerk.
Crew: Pandur
Aufgabe: Kapitän


¬ KÖRPERLICHE DATEN:

Aussehen: Sieht man Akira zum ersten Mal, wird einem zuerst sein silbernes Haar auffallen. Er trägt für gewöhnlich graue Slim Fit Jeans und ein rotes T-Shirt, auf kälteren Inseln eine Jacke. Wenn er sich auf einer Winterinsel aufhält, trägt er einen Schal, dicken Mantel und Handschuhe. Für geschäftliche Anlässe trägt er einen Anzug. Werden Akiras Arme oder sein Rücken nicht von Kleidungsstücken bedeckt, erkennt man mehrere Tattoos, die seine Brandnarben überdecken. Neben den Tattoos wird einem auffallen, dass Akira gut gebaut ist, was auf seiner Zeit bei der Militärpolizei gründet. Seit seiner Zeit bei der Armee weist sein 98 Kg schwerer Körper kaum Fett auf. Auf seinem Rücken trägt er eine Gitarre, welche einer Hellebarde nachempfunden und genauso tödlich ist. Auf seiner Schulter sitzt häufig eine Musikschnecke namens Dio.

Brandnarben:
 
Tattoos:
 

¬ CHARAKTERISTISCHE DATEN:

Persönlichkeit: Akira hat ein fundiertes Wissen über Wirtschaft dank seinem Studium und ist interessiert an allem, was Gewinn einbringt. Er ist für ein Bier in guter Gesellschaft immer zu haben. Wer ihm wertvolle Informationen anbieten kann wird entsprechend entlohnt und unter Umständen von Akira bezahlt um ihm weitere Informationen zu liefern.
Akira macht gerne Musik und wird von seiner Musikschnecke begleitet. Seine Musikschnecke übernimmt dabei alle fehlenden Stimmen. Bevorzugt spielt er Rockmusik, Metal, oder ähnliches. Die Devise «Sex, Drugs and Rock n’ Roll» kennt er zwar, Drogen hasst er aber seit seiner Vergangenheit als Abhängiger, Sex spart er sich für seine grosse Liebe auf, was nur den Rock n’ Roll übriglässt.
Die wohl am meisten ausgeprägte Eigenschaft von ihm ist seine hervorragende Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe. Durch seine Fähigkeit beinahe jede Körpersprache zu lesen gleicht er einem wandelnden Lügendetektor. Diese Fähigkeit nutzt er gerne zur Manipulation anderer aus.
Charaktereigenschaften die ihm zum Verhängnis werden können sind seine Neugierde gepaart mit seiner Risikobereitschaft. Während die Neugierde schon immer da war, eignete er sich seine Risikobereitschaft weniger freiwillig im Krieg an. Seitdem er im Krieg um ein Haar dem Tod entwischt ist, braucht er den Nervenkitzel um ein Haar zu gewinnen. Das muss nicht ein Kampf auf Leben und Tod sein, sondern kann ein Glückspiel oder ähnliches sein, Hauptsache es droht ihm der Verlust von etwas wertvollem. Je länger er auf einen solchen Moment warten muss, desto risikofreudiger wird er. Seine Neugierde kann man als chronischen Zwang bezeichnen. Er ist beinahe besessen davon alles zu wissen, ist aber gut darin diese Besessenheit zu kaschieren. Akira steckt seine Nase in so manche Angelegenheiten die ihn nichts angehen, dass ihn der eine oder andere wohlmöglich loswerden möchte.
Akira Sympathisiert nur mit der Revolution. Abneigungen hat er gegenüber der Weltregierung. Wie er auf Piraten reagiert hängt von ihrer Verhaltensweise ab. Crews, die sich normal verhalten und sich mehr oder weniger an die Regeln halten werden vor ihm nichts zu befürchten haben und werden auch mit ihm ins Gespräch kommen können. Sollte eine Crew brutal gegenüber der allgemeinen Bevölkerung vorgehen wird Akira ihnen aus dem Weg gehen, aber wenn sie sein Imperium bedrohen wird er ihnen den Krieg erklären. Wer im Allgemeinen eine Bedrohung für seine Wirtschaftsinteressen darstellt wird mit Akira früher oder später Bekanntschaft machen. Kopfgeldjäger sind Akira mehr oder weniger egal, solange sie nicht hinter ihm oder seinen Leuten her sind. Von Zeit zu Zeit sieht man Akira Briefe schreiben, die er seiner Freundin in die Heimat schickt. Seit er in seiner Heimat in einen Krieg involviert war braucht er früher oder später den Nervenkitzel dem Tod um ein Haar zu entrinnen, weswegen er dazu neigt hohe Risiken einzugehen, was ihn in heikle Situationen bringt. Durch seine Vergangenheit in der Militärpolizei hat er gelernt diszipliniert und loyal gegenüber Kameraden zu sein.

Zuneigung: Akira mag Alkohol, Gesellschaft, Musik (vorzugsweise Rock, Metall, …), seine Musikschnecke, Informationen und alles, was finanziell enormen Gewinn einbringt.
Abneigung: Akira hat eine Abneigung gegenüber Personen ohne Manier oder die ihn nach Strich und Faden belügen. Jeder, der ihn davon abhält seinem Ziel näher zu kommen, wird mit ihm in Konflikt geraten.
Akira hasst Drogen, welche in seiner Vergangenheit eine Rolle gespielt haben. Zudem versucht er diesen Teil seiner Vergangenheit geheim zu halten, weil er sich dafür schämt. Er ist des Weiteren nicht gut auf die Weltregierung zu sprechen und bezeichnet sie als seinen Erzfeind.
Interessen: Akira spielt unheimlich gerne seine E-Gitarre und zusammen mit seiner Musikschnecke. Er liebt Musik. Zudem ist er heiss auf Informationen und ist am Kauf von Immobilien, Firmen, oder allem interessiert, das finanziellen Gewinn bringt.
Desinteressen: Durch seine Gier nach Informationen ist für ihn beinahe alles in irgendeiner Weise nützlich.

Ziel: Weil seine Heimat von der Weltregierung eingenommen wurde hegt er den Wunsch, seine Heimat wieder zu befreien. Damit ihm das gelingt, hat er sich der Revolution angeschlossen und hilft nicht nur bei der Finanzierung aus, sondern will auch ein Informationsnetzwerk aufbauen. Sein Langzeitziel ist der Sturz der Weltregierung.

  • Heimat Befreien
  • Finanzierung der Weltregierung durch den Aufbau eines Wirtschaftsimperiums
  • Informationsbeschaffung durch den Aufbau eines Spionagenetzwerkes
  • Sturz der Weltregierung


¬ BIOGRAPHIE:
Familie:

  • Yoshio Yagami ist Akiras Vater. Er ist gestorben, als die Weltregierung Mercatura angegriffen hat.
  • Ai Yagami ist Akiras Mutter. Sie ist auf Mercatura zurückgeblieben um sich um das Grab ihres toten Gatten zu kümmern.
  • Daisuke ist Akiras Bruder. Er war Soldat als die Weltregierung angegriffen hatte und ist im Kampf gefallen.
  • Hei Yagami ist Akiras Grossvater. Er hat einen Laden auf Katatsumuri in dem er jegliche Arten von Schnecken verkauft.
  • Dio ist Akiras Musikschnecke. Obwohl sie nicht zu Akiras Blutsverwandten gehört, was andernfalls ziemlich komisch wäre, wird sie von Akira dennoch wie ein Teil seiner Familie behandelt, da sie schon seit langer Zeit an seiner Seite ist.

Eckdaten:

  • Militärpolizei
  • Studium in Wirtschaft und Psychologie
  • Angriff der Weltregierung und Flucht von der Insel
  • Drogenprobleme und Schuldgefühle aufgrund der schockierenden Geschehnissen
  • Erholung und Werdegang als Politiker
  • Aufbau eines Spionagenetzwerkes auf Katatsumuri
  • Kontakt mit der Revolution und anschliessender Entschluss sich ihr anzuschliessen um die eigene Heimat zu befreien.

Geschichte:

Prolog:
Mercatura – Die Insel des Handels

Mercatura:
 
Komerco:
 
Auf Mercatura herrschte ein trockenes Klima. Dringt man tiefer ins Innere der Insel ein, dringt man auch tiefer in die Steppe ein. Im Vergleich zur übrigen Welt ist die Insel des Handels eine sehr grosse Insel mit mehreren Städten. Tijara ist am nördlichsten gelegen und ist reich an Bodenschätzen. Hier wird hauptsächlich Erdöl gefördert und mit diesem gehandelt.
Tijara:
 
Östlich von Tijara befindet sich Toredo, der Hafen für alle Händler mit dem kleineren Geldbeutel. Die hohen Schornsteine und ihre Rauchfahnen erkennt man von weitem. Wer Toredo betritt wird als erstes bemerken wie viele Menschen hier auf engem Raum leben. Handelswahren wird hier in Massen hergestellt, mit leichten Unregelmässigkeiten an Qualität und Toleranzen. Insbesondere Gewehre, Pistolen und andere Donnerbüchsen können hier in Massen und zu angebrachten Preisen gekauft werden.
Das im Süden gelegene Nigidi war früher bekannt für sein edles Holz und das fachmännische Handwerk für alles, was aus Holz gebaut wird. Durch zu starke Rodung der Wälder steht sich die Handelsstadt nun aber einer Steppe gegenüber, was für das Holzgeschäft tödlich ist. Einige wenige Händler sind weiterhin im Bereich des Holzhandels tätig. Sie scheuen Kosten und Aufwand nicht das gerodete Holz durch die Steppe und bis in die Stadt zu transportieren. Der Grossteil der Handwerker hatte aber mühe sich anzupassen. Viel Geld wurde investiert um der Not Herr zu werden. Die Bildung wurde stark gefördert. Es dauerte seine Zeit die jüngere Generation auszubilden, aber das Ergebnis waren Invention und Innovation. Während die alte Generation das nötige Handwerk bereitstellt, bringt die neue Generation das nötige Wissen mit um für Probleme eine funktionierende Lösung zu finden. Nigidi wird somit nicht nur von Holzhändlern, sondern auch von allen angesteuert, welche die Arbeit eines Ingenieures benötigen. In Nigidi findet man neben diversen Marktplätzen und Ingenieursbüros auch Bibliotheken, neue Schulen und Universitäten auf hohem Niveau.
Auf der anderen Seite, beinahe auf einer eigenen Insel, befindet sich Ticaret, eine Stadt, auf der ein Schiffsliebhaber das goldene Land erreicht hat. Neben Schiffen gibt es hier auch deren Ausstattung und Bewaffnung zu erwerben. Wer seinen Geldbeutel auch nach dem Besuch auf Ticaret noch etwas voller haben möchte, hält sich bei den Ständen für die Fischerei auf, neben alltäglichem Zeug wie Angelruten und Zubehör, kann auch Produkte aus dem Walfang ergattern. Wer sich auf Ticaret aufhält, sollte sich aber vor Taschendieben in Acht nehmen. Hier trifft man regelmässig auch den einen oder anderen Piraten an.
Savdo:
 

Savdo befindet sich im Zentrum der rechten Inselhälfte und wird in der Regel nicht von Kaufleuten aufgesucht. Savdo liegt höher als die anderen Handelsstädte. Das hier herrschende Klima kann am besten mit dem Himalaya verglichen werden. Hier werden neben Gütern wie Kaffeebohnen und Trauben auch weiter verarbeitete Waren wie Wein, Schnaps, Tabak, anderen Genussartikel, sowie Medizin hergestellt. Erlegt werden die diversesten Tiere um an ihre Felle, oder Elfenbein zu gelangen. In den letzten Jahren häuften sich die Anschuldigungen, dass auf den landwirtschaftlichen Feldern neuerdings auch Pflanzen mit psychotischen oder halluzinogenen Wirkstoffen angebaut werden. Savdo streitet diese Anschuldigungen jedoch hartnäckig ab. Die hier gelegene Stadt verfügt als einzige über keinen eigenen Marktplatz, sondern dient nur als Heimat für alle Minenarbeiter, die an dem hier gelegenen Berg arbeiten. In Mienen wird jegliche Art von Edelsteinen, Marmor und andere Gesteinstypen, als auch Erze wie Gold, Silber und Eisen gefördert. Alle Rohstoffe werden nach Süden in die Stadt Komerco transportiert, wo es verarbeitet und teuer verkauft wird. Komerco ist die kommerziell erfolgreichste Handelsstadt der Insel, was man anhand ihrer prunkvollen Bauten bereits von weitem erkennen kann. Neben den Ständen auf dem Marktplatz und den Geschäften in den viel bevölkerten Strassen bietet Komerco einen weiteren Handelszweig, welchen die Stadt für wohlhabende Personen lukrativ macht. Der Handel mit dem Geld. Neben der Börse, Wettveranstaltungen und Glücksspielhäusern gibt es hier einige sichere Banken, welche ihre Kundendaten für sich behalten. Dass dieses System der Privatsphäre auch für Steuerhinterziehung genutzt werden könnte, ist den Banken bekannt. Sie weisen ihre Kunden darauf hin alle Anlagen den Steuerbehörden anzugeben, prüfen das Ganze aber nicht nach um ihre Hände in Unschuld zu waschen. Der Weltregierung gefällt das ganze keineswegs und die Mitgliedsstaaten hatten seit langer Zeit schon vor dem ganzen einen Riegel vor zu schieben, ihre Hände waren jedoch gebunden, weil Mercatura nicht der Weltregierung angehörte. Mercatura selber und weniger als eine Handvoll umliegender Inseln ziehen die Unabhängigkeit vor und stellen sich gegen den Trend der grössten Organisation der Welt beizutreten. Mit der Weltregierung wurden deswegen diverse Verträge abgeschlossen um den Handel zu gewährleisten. Als Nichtmitglied der Weltregierung wird die Insel auch nicht von der Marine beschützt. Mercatura stellt deswegen ihr eigenes Heer und eine obligatorische Wehrpflicht.
Komerco:
 

“Das Licht der Welt“
01. Januar - 15:18:54 Uhr
Mercatura – Insel des Handels
Komerco – Städtisches Krankenhaus


Selbst an einem Tag nach Silvester war es in Komerco nicht ruhig. Kaufläute nahmen sich Zeit die Ware zu begutachten, andere liefen hastig an den Ständen der Händler vorbei, entschuldigend die Hände hebend, da sie einerseits zu ihrem nächsten Termin erscheinen mussten und andererseits ohnehin schon zu viel Geld für Güter ausgegeben hatten. Selbst an einem Tag wie heute, im tiefsten Winter, war es angenehme 23 °C warm. Im Krankenhaus war es gefühlte zehn Grad heisser. Eine Frau lag in den Wehen und ihr lief das Wasser in Strömen übers Gesicht. Ihr Ehemann sass zu ihrer rechten, leistete Beistand und litt mit. Es ging hektisch zu und her im Zimmer bis das leise wimmern eines 500 Gramm schweren Babys die Anspannung löste. „Es ist ein Junge!“, teilte die Krankenschwester erfreut mit und gab das weinende Kind seiner Mutter. Die Mutter, Ai, redet sanft auf das Kind ein, bis es schliesslich aufhörte zu weinen und in ihren Armen eingeschlafen ist. Der Name des Kindes war bereits vor der Geburt entschieden worden. Beide Elternteile schrieben jeweils 10 Jungen und Mädchennamen auf einen Zettel und strichen dann abwechselnd Namen heraus, bis sie einen Namen fanden, mit dem beide einverstanden waren. Der Neugeborene soll Akira Yagami heissen. Yoshio, der Vater, umarmt die beiden glücklich. Noch am selben Abend verkündet er die frohe Botschaft seinen Freunden und Bekannten.


“Coming of Age“
Mercatura – Insel des Handels


In jungen Jahren durchlebte der kleine Akira sein Kindesalter wie jeder andere Junge. Er befand sich tagsüber in der Schule, spielte nach der Schule draussen mit seinen Freunden im Quartier bis es dunkel wurde, die Mutter aus dem Fenster rief man solle zu Abend essen und man mit der Familie am Tisch sass. Gesprächsthema am Tisch der Familie war die Schule, über die Akira und Daisuke, Akiras kleiner Bruder, von ihrer Mutter ausgefragt wurde. Der Vater berichtete von seinen Kunden und von den Waren, die er verkauft hatte und verkaufen wollte, aber noch immer keinen Käufer gefunden hatte. Akira fand es immer spannender seinem Vater zuzuhören, als seiner Mutter von der Schule zu erzählen. Am spannendsten jedoch war es, wenn Akiras Grossvater Hei von seinen langen Reisen nach Hause kam. Hei war ebenfalls Geschäftsmann, mittlerweile aber schon über sechzig und nach dem Tod von Akiras Grossmutter von der hektischen Stadt Mercatura weggezogen. Jetzt lebt er auf einer Insel, auf der alle Arten von Schnecken gezüchtet werden. Er bereiste deswegen die Welt und handelt mit Tele- und allen anderen Arten von Schnecken. Das Ganze glich einem ausgedehnten Dreieckshandel. Er berichtete von anderen Inseln, fremden Kulturen, Abenteuern und wie er sich einmal gegen Piraten verteidigen musste. Als Akira noch ein kleiner Junge war, brachte er ihm eine tragbare Musikschnecke mit nach Hause. Akira nannte sein neues Haustier auf den Namen Dio. Die Schnecke hatte lange Stielaugen, die man sich wie In-Ears Kopfhörer in die Ohren stecken konnte. Auf der linken Seite ihres Schneckenhauses hatte die Schnecke einen Lautsprecher als Alternative zu den In-Ear Kopfhörern. Auf ihrer rechten Hausseite befanden sich Knöpfe zum Abspielen, Pausieren, weiter- oder zurückspringen von Liedern als auch ein Lautstärkeregler. Die Schnecke an sich sang gerne auch selber mit oder verschwand ab und zu in seinem Schneckenhaus um Musikinstrumente hervorzuholen. Akira hat noch immer nicht herausgefunden, wie die alle im Schneckenhaus Platz fanden.
Musikschnecke:
 
Nach dem Abendessen half die Mutter ihren zwei Söhnen bei den Hausaufgaben, wobei Akira weit weniger Mühe hatte als sein jüngerer Bruder. Am Abend zu Bett las Akira alte Bücher seines Vaters im Kerzenschein. Vieles der Materie verstand er noch nicht, fand die Bücher aber spannend. Der kleine Junge fiel durch seine überdurchschnittliche Beobachtungsgabe auf. Das erste Mal bemerkte er seine Gabe etwa mit 16 Jahren. Er arbeitete bereits seit seinem 14. Lebensjahr im Geschäft seines Vaters und hatte ein Gespür entwickelt wann er mehr aus einem Kunden herausholen konnte. Ein kaum merkliches Schulterzucken, oder das zusammenpressen der Lippen, wenn einem etwas nicht gefällt sind bloss einige der (Gesichts-)ausdrücke, die Akira bereits zu tausenden gesehen hat, und zu lesen gelernt hat. Besonders hilfreich war es bei „Kunden“, die nichts kaufen, aber stehlen wollten. Meist vermieden sie Augenkontakt, gingen zu schnell oder waren auffallend nervös, oder machten keinen seriösen Eindruck. Nichts, das ein Kunde machen würde, der sich die Zeit nimmt die Waren zu begutachten bevor er Geld dafür ausgab. Akira ging direkt auf sie zu und fragte sie direkt ob er ihnen weiterhelfen könne und blieb dann in ihrer Nähe. Die meisten waren überrascht direkt angesprochen zu werden und versuchten ihn wieder loszuwerden, denn irgendetwas mitgehen zu lassen während der Verkäufer nur ein paar Meter neben einem Stand war unmöglich. Normalerweise verliessen sie den Laden nur wenige Momente später, manchmal behaupteten sie das gesuchte nicht gefunden zu haben, was ziemlich komisch klang, da sie Akiras Hilfe vor nicht einmal einer Minute abgewiesen hatten. Im besten Fall hatten sie solche Angst aufgefallen zu sein, dass sie sogar noch das erstbeste kauften das ihnen vor die Nase kam, als wollten sie beweisen kein Dieb zu sein.
Während seines 17. Lebensjahres verschlechterte sich die Beziehung zwischen der Regierung von Mercatura und der Weltregierung. Wenige Händler in Komerco sowie Toredo haben angefangen die Unterwelt mit Waffen, Munition und Rauschmittel zu beliefern, was wiederum von einigen der Fraktionen in der Unterwelt gegen die Weltregierung eingesetzt wurde oder an Inselgruppen geliefert wurde, die mit der Weltregierung im Krieg standen. Die Weltregierung forderte den Beitritt von Mercatura und hohe Forderungen und Schadensersatz, der mehr oder weniger auf erfundenen Zahlen fundierte. Die genaue Schadenssumme zu berechnen war unmöglich. Die Forderungen wurden ohne überraschen beider Parteien abgelehnt. Um ein Zeichen zu setzen kündete die Weltregierung die Handelsverträge mit Mercatura, was die Insel wirtschaftlich stark traf.
Mercatura wäre aber nicht Mercatura, wenn sie keine Lösung auf dieses Problem finden würde. Statt mit den Mitgliedsstaaten der Weltregierung direkt zu handeln, wurde jetzt einfach über zwei oder drei Ecken gehandelt. Ware Einkaufen konnten man nun über die Nachbarsinseln, oder anstatt persönlich auf der Insel vorbeizukommen, wurden neutrale Handelsschiffe angeworben, die den Botenjungen spielten. Die Aufträge wurden zwar teurer, aber alles in allem war dies die beste Lösung. Die Nachfrage nach Mercaturas Waren nahm aufgrund der Auflösung eines Handelsabkommens nur schwach ab. Das Verhältnis mit den Nachbarsinseln verbesserte sich zunehmend, da diese nun am Erfolg von Mercatura teilhaben konnten und eine wirtschaftliche Blütezeit durchlebten. Der Handel mit Neutralen und der Weltregierung feindlich gesinnten Staaten nahm zu, da auch diese Inseln versuchten, Mercaturas Güter zu verkaufen. Der Weltregierung ging das gewaltig gegen den Strich, doch weitere Handelsabkommen zu künden nur um Mercatura Einhalt zu gebieten war jenseits Gut und Böse.
Mit Achtzehn Jahren wurde Akira von der Armee aufgeboten seine obligatorische Wehrpflicht zu absolvieren. Ausgebildet wurde er in der Nähe von Tijara. Es war trocken und zu sehen war Steppe weit und breit. Die Wehrmacht war ähnlich wie die Marine aufgebaut. Die Bewaffnung war Schwert und Gewehr, schwarze Schuhe, schusssichere Westen, Helm, eine Brille gegen den herumwirbelnden Sand, sowie Hose und Hemd mit Flecken in verschiedenen Brauntönen. Aufgrund seiner Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis wurde er der Militärpolizei zugewiesen, wo er in so manchem Fall einige Lügner enttarnte und mit den richtigen Fragen die Wahrheit aus ihnen herausbekam. Zahlreiche Fälle wurden durch sein Mitwirken beschleunigt, dafür war er ein miserabler Schütze, seine Handhabung mit dem Schwer war aber ganz passabel. Schon früh in der 21-wöchigen Rekrutenschule wurden die Ranghöheren auf seine Führungsqualitäten aufmerksam. Seine Leistung wurde gefördert und er wurde zum Leiter einer kleinen Einheit ausgebildet. Dadurch verlängerte sich seine Ausbildung auf zwei Jahre. In dieser Zeit wurden seine Führungsqualitäten, sein Charisma, sein Wissen über Strategie und Taktik stark verbessert. Zudem hatte er mit vielen Befragungen zu tun, was sein Wissen über die menschliche Mimik weiter ausdehnte und ihm von seinem Trupp den Spitznahmen „Lie To Me“ einbrachte, weil es mittlerweile schwer war, ihm eine Lüge aufzutischen. Das mussten auch die Casinos im Norden der Stadt erfahren, denn als Akira eines Abends mit seinem Trupp im Casino den Ausgang genoss räumte er eine grosse Summe am Pokertisch ab, weil er die Bluffs seiner Mitspieler durchschaute. Zu seinem Bedauern brachte ihm seine „Glückssträhne“ ein Hausverbot ein. Für seine Kameraden war der Abend jedoch legendär, und sie prahlten gerne vor Anderen über den Abend, auch wenn sie selbst all ihren Sold im Glückspiel verloren hatten. Akira stand eine Karriere in der Armee bevor und er hätte weiter die Leiter hoch klettern können, doch kam es zu Meinungsverschiedenheiten mit einem Ranghöheren bei der Akira das Interesse für die Armee verlor. Mit 21 Jahren reichte er deswegen den Rücktritt ein und zog nach Nigidi in eine Wohngemeinschaft um dort zu Studieren und wie sein Vater und dessen Vater vor ihm Händler zu werden. Sein patriotisch angehauchter Bruder Daisuke blieb bei der Armee und kletterte an Akiras Stelle die Leiter nach oben. Die Armee hatte ihre Spuren hinterlassen. Wie es sich für einen Soldaten gehörte, war er in der Lage überall und in jeder Position zu schlafen und schnarchen, was sehr zum Unmut seiner Mitbewohner ausfiel. Seine Loyalität war eisern, zumindest denen gegenüber, die von Akira respektiert wurden. Akiras Ordnungssystem glich stark dem absoluten Chaos. Während den drei Jahren Studium in Wirtschaft, mit Nebenfach Psychologie, lernte er seine Freundin kennen. Nach dem Studium kehrte er mit seiner Freundin nach Komerco zurück um im Laden seines Vaters zu arbeiten. Mittlerweile hatte sich das Verhältnis mit der Weltregierung zunehmend verschlechtert und einen noch nie dagewesenen Tiefpunkt erreicht. Mercatura hatte ein Ultimatum erhalten. Die Frist war bereits abgelaufen und man hatte noch immer nichts von der Weltregierung gehört. Da man der Weltregierung bereits einmal die Stirn geboten hatte, rechnete man damit es wieder tun zu können. Die Weltregierung indessen hatte Vorbereitungen für die Konsequenzen des ignorierten Ultimatums getroffen.
Es war später Abend und der 24 Jahre alte Akira sass mit Freunden um ein Lagerfeuer am Strand. Seine Freundin reiste die Tage nach Nigidi, da es ihrer kranken Mutter schlechter ging als die Ärzte annahmen. Sein Grossvater Hei war zwar seit langem wieder zu Besuch und seine Familie feierte ein kleines Fest, aber das Grillfest mit Freunden stand schon länger fest. Akira war jemand, der sich an abgemachte Termine hielt, und sie nicht verschob, egal ob ihm noch etwas Besseres vor die Nase fallen sollte. Sie befanden sich an der Bayview Lane, nicht weit von der Hafengasse. Von dort aus führte eine Treppe nach unten auf ein Plateau mit einer kleinen Wiese, wo sie ihre kleine Grillparty abhielten. Neben ihnen floss ein künstliches Bächlein vorbei und zwei kleine Wasserfälle stürzten sich ins freie Meer. Rechts von ihnen befand sich ein hoher Steg aus Beton, auf dem sich mittlerweile verlassene Stände aus Holz und Tüchern befanden. Am frühen Abend war es spannend hinauf zu spähen und das Treiben zu beobachten, jetzt betrachteten sie lieber die Wellenbewegung des endlosen Blaus vor ihnen. Als es noch hell war, hatten sie Mutproben und Wetten abgeschlossen, wer sich traute ins Wasser zu springen, jetzt hockten sie in ihren Campingstühlen und erzählten sich alte Geschichten. Der Sonnenuntergang war bereits vorbei und nur noch das Lagerfeuer spendete den Jugendlichen Licht und Wärme. Vor ein paar Stunden hatten sie grilliert und ein paar Flaschen getrunken, jetzt liessen sie den Abend ausklingen, während Akiras Musikschnecke Dio den Abend musikalisch untermalte und ab und an selber mitsang. Nur der sanfte und gleichmässige Wellengang des Meeres war zu hören. Der Wind streifte durch Akiras Haar und brachte den salzigen Geruch der Seeluft zu seiner Nase. Das Wasser schien schwarz zu sein, so dunkel war es. Vor der Küste konnte man Silhouetten von Schiffen erkennen. Es war keine Seltenheit, dass auch Handelsschiffe nachts anlegten, über Nacht ihre Schiffe ent- und neu beladen liessen um am Morgen wieder weiter zu segeln. Normalerweise handelte es sich aber um ein einzelnes Schiff, und nicht um ein Dutzend, eine ganze Flotte, oder eine ganze Armada. Seine Freunde wurden auf seine Blicke aufmerksam, und blickten ebenfalls in Richtung See. Sie sahen was er sah und das freundschaftliche Gespräch verstummte. Ein Feuerball, gefolgt von einem lauten Knall zerriss die angespannte Stille. Dann folgten weitere, unzählbar viele. Der Lärm war unerträglich. Kanonenkugeln flogen wie Sternschnuppen über die Grillstelle durch die Luft und landeten in den Häuserdächern von Komerco. Wie aufgescheuchte Vögel rannten er und seine Freunde die Stufen empor und alle verloren sich in den Strassen der Stadt aus den Augen. In den Strassen herrschte ein entsetztes Durcheinander. Akiras Musikschnecke zog sich zitternd in ihr Schneckenhaus zurück und Akira verstaute sie tief in seiner Hosentasche, während er von Leuten angerempelt wurde und selber andere Leute anrempelte. In der Stadt waren mehrere grosse Explosionen zu sehen. Das Feuer, welches ausbrach, erhellte die Strassen als wäre es mitten am Tag. Überall flogen die Fetzen. Die Aufschläge der Kanonenkugeln folgten nur Sekunden voneinander entfernt. Die Hitze der brennenden Strassen war unerträglich. In den Strassen rannten Mütter umher, die verzweifelt nach ihren Kindern Ausschau hielten und ihre Namen riefen. Eine der Frauen stellte sich in seinen Weg, griff nach seinem Arm und bat ihn unter Tränen ihre Kinder aus dem brennenden Haus zu retten. Selbst unter Schock und panisch löste er sich von ihrem Griff und liess sie hinter sich. Er hatte selbst eine Familie, um die er sich Sorgen machte. Er rannte weiter die Hafengasse nach Norden. Vorbei an den ersten Opfern, die brennend aus ihren Häusern stürzten und sich auf dem Boden wälzten um die Flammen loszuwerden, oder die lebendig unter den Trümmern begraben wurden. An der nächstgrösseren Kreuzung lief er nach rechts in die Corporation Row und folgte ihr bis zur Anchor Route, wo er links abbog und weiter nach Norden rannte. Akira rannte und rannte, rannte durch Wände aus Feuer, über Trümmer, Schutt und Asche, in der Hoffnung seine Familie noch einmal Lebend wiederzusehen. Er ignorierte die Schmerzen, die er hatte. Ignorierte, dass seine Lunge vom ewigen Laufen brannte, dass sich seine Beine verkrampften oder ihm trotz all der Hitze kalter Schweiss von der Stirn tropfte. Alles was zählte war seine Familie, und je früher er sie fand, desto besser. Er rannte über die Tijara-Strasse, und weiter in die Main Row. Jetzt hatte er die Docks hinter sich gelassen und befand sich im Handwerkerviertel. Anstatt der Main Row zu folgen bis sie mit der Hammer Gasse kreuzte, ging er vorher rechts und in der Road to Salvo nach Norden. Kanonenkugeln schlugen direkt neben ihm ein und rissen ihn zu Boden. Er rappelte sich auf und rannte weiter, während über seine Backen die ersten Tränen herabrannen und seine verbrannten Kleider vom Schweiss an ihm klebten. Während er rannte stopfte er sich die In-ears seiner Musikschnecke in die Ohren, in der Hoffnung wenigstens die Schreie nicht mehr hören zu müssen.
Avenged Sevenfold – Hail to the King:
 

„Befehlshaber, hier 440ste. Einsatz gestartet. Over.“, meldete ein hochrangiger Agent seinem Befehlshaber via Teleschnecke. „Bestätige 440ste. Weitermachen wie geplant. Over und aus“, antwortete eine raue, tiefe Stimme eines Befehlshabers aus der Teleschnecke. „Ähm, mit Verlaub, Sir, aber haben die Mitgliedsstaaten einem solchen Angriff wirklich zugestimmt?“, fragte der Agent. „Sie werden nicht dafür bezahlt, Fragen zu stellen, Kapitän. Over und aus“, antwortete die Stimme aus der Teleschnecke. „Sir, meine Männer haben Zweifel bezüglich der Mission, und mit Verlaub, die habe ich ebenfalls. Bevor ich keine genaueren Informationen erhalte, schicke ich meine Männer nicht da raus.“, erklärte der Kapitän aufgebracht. „Mir ist egal was sie tun, Kapitän. Aber wenn sie meiner Mission im Weg stehen, wird es Konsequenzen haben. Over UND aus.“, stellte der Befehlshaber klar und legte auf.

”Apocalypse”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco
21:19 Uhr


Akira rannte die Strasse entlang, immer weiter und weiter. Entfernt hörte er Schüsse. Es war kein Kanonenschuss. Das waren Gewehre. Erst als er die Monument Street erreicht hatte, bemerkte er, dass die Kanonenschüsse ganz ausgesetzt hatten. Er lief die Monument Street entlang, etwas langsamer als zuvor und kam erstmals wieder etwas zu Atem. Er fühlte sich jetzt sicherer, nicht mehr in der Angst von Kanonenkugeln getroffen zu werden. Diesen Teil der Stadt hat es weniger hart erwischt, als die Docks. Die meisten Häuser waren noch ganz, nur bei vereinzelten Häusern fehlten die Wände zum Erdgeschoss oder ein Teil des Ziegeldaches. Das Namensgebende Monument der Strasse hatte es dafür voll erwischt. Ursprünglich standen zwei Männer auf einem Podium, reichten sich die Hände wie nach einem abgeschlossenen Handel. Hinter dem einen standen ein paar Kisten, der andere hielt in der linken Hand einen Geldbeutel. Übrig war nur noch der Mann mit dem Geldbeutel und die Kisten. Von dem zweiten Mann waren nur noch die Hand und ein Teil seines Unterarmes übrig. Der Rest von ihm lag in Gesteinsbrocken vor Akira auf dem Boden, und ein Teil des Kopfes blickte beinahe Bemitleidenswert zu Akira empor, als wollte er um Hilfe bitten. Ironischerweise war genau jene auf dem Boden liegende Statue dafür bekannt das Exportgesetz für Waffen gelockert zu haben um anschliessend mit diesen zu Handeln. Akira folgte der Casino Strasse bis zur School Lane und durchquerte auch diese. Mittlerweile hatte er das Tempo wieder etwas angezogen. Er überquerte die Center Street um in die Brewer Lane zu gelangen. Ihm gefiel nicht was er sah, denn hier brannten einige Gebäude. Er begann wieder zu hetzen. Er nahm die erste Seitenstrasse rechts und befand sich in seinem Quartier. Trotz der finsteren Nacht konnte er alles erkennen, nur der Rauch des Feuers schränkte seine Sichtweite ein. Die paar Gebäude, die noch nicht zusammengebrochen waren brannten lichterloh und warfen ein abscheuliches Licht von sich. Er merkte, dass er bereits wieder zu joggen angefangen hatte. Das Knistern und Knacken der Flammen, das Knarren der Balken und das platzen oder aufsprengen von erhitztem Gestein wurde nur von den Schreien der Anwohner übertönt. Akira rannte an ein paar Häusern der Nachbarschaft vorbei, bis er bei seinem eigenen angekommen war. Sein Herz sank ihm in die Hose und der Anblick traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Sein Haus brannte wie ein Streichholz. Einige Fensterläden waren herausgefallen, weil das Feuer das Holz nahe den Angeln bereits verschlungen hatte. Die Glasscheiben sind längst durch die strahlende Hitze zersprungen. Der Verputz blätterte von der Steinwand ab und die Mauer wies Risse auf. Bedrohlich schwarzer Rauch stieg in den beinahe genauso finsteren Nachthimmel empor und verdeckte den Blick auf die Sterne und verwandelte den Nachthimmel in ein leeres, dunkles Nichts. Akira nahm alle noch verbliebenen Kräfte zusammen und stürzte in das brennende Haus. Er brach die Tür ein, die durch das Feuer sowieso schon halb auseinanderfiel, und rannte von Zimmer zu Zimmer. Er ignorierte die Verbrennungen die er erlitt. Verdrängte die Tatsache, dass niemand zu sehen war und suchte weiter. Wohnbereich, Küche, Himmel er überprüfte sogar die Toiletten und rief andauernd die Namen seiner Familie. Schliesslich rannte Akira hustend die Treppen hoch zu seinem Zimmer, einen Arm angewinkelt vor seinem Gesicht um sich vor Hitze, Feuer und Rauch zu schützen. Er riss die Tür auf und sah vor erstaunen den finsteren Nachthimmel, bevor er voller Schmerzen die glühend Heisse Türklinke losliess und die verbrannte Hand durch wedeln durch die sengend heisse Luft abzukühlen versuchte. In der rechten Ecke war die Kanonenkugel zu sehen, welche das Dach wohl zerstört hatte, und durch die das Haus Feuer gefangen hatte. Doch seine Familienmitglieder waren weit und breit nicht zu sehen. Nach einem harten Hustenreiz nahm er gierig so viel Sauerstoff zu sich, der der verrusste Nachthimmel von sich gab und stürzte sich wieder durch seine Zimmertür zurück. Er rannte die Treppen wieder runter, in der Hoffnung seine Familie im Keller zu treffen. Doch im Treppenhaus gaben die Stützbalken nach und die Decke krachte herab. Er bekam einige der brennenden Trümmerstücke ab, konnte sich aber durch die Tür nach draussen retten. Er riss sich sein brennendes Shirt vom Leib und versuchte die kleinen Flammen an seiner Hose auszuklopfen. Dann blickte er auf die Überreste des Hauses und hoffte, dass seine Familie sich nicht im Keller verbarrikadiert hatte. Traurig und verloren hockte er sich hin und kugelte sich zu einem Ball zusammen. Seine Teleschnecke kroch seinen Rücken hoch und hockte sich auf seiner Schulter hin, mit Tränen in den Augen und mit ihren kleinen Händen über Akiras Ohr streichend. Mit tränenden Augen blickte Akira selbst in die Flammen, die einst sein Zuhause waren. Eine Nachbarin, die das ganze wohl von ihrem noch unberührten Haus mit angesehen haben musste, öffnete das Fenster und rief ihm entgegen, dass seine Familie im Geschäft seines Vaters Unterschlupf suchte, nachdem das Haus getroffen wurde. Akira fühlte sich niedergeschlagen, ausgelaugt und ihm war spei übel. Sein ganzer Körper schmerzte und fühlte sich an, als würde er noch immer brennen. Trotzdem bedankte sich Akira bei seiner Nachbarin und machte sich langsam auf den Weg zum Geschäft seines Vaters.

Unterdessen spielte sich weiter im Süden der Insel der eigentliche Konflikt ab. Die Truppen der Weltregierung waren bis auf die Höhe Tijara-Strasse, Marktplatz, Rue de Nigidi vorgestossen und besetzten damit die gesamten Docks. Weiter kamen sie aber nicht, da sich die Wehrmacht von Mercatura in den Häusern auf der anderen Strassenseite und der Strasse entlang verschanzt hatte und jeden niedermähten, der versuchte besagte offene Bereiche zu überqueren. Der Marktplatz war aber der grausamste Schlachtplatz von allen. Die paar Stände aus Holz boten blossen Sichtschutz, Kugeln durchquerten das Holz aber wie das Messer die Butter. Die paar Verkaufsstände waren aber das Beste, was man dort kriegen konnte. Ansonsten gab es bloss offene Flächen, auf denen man wie Freiwild mit Leuchtwesten herumrannte. Die Weltregierung hatte keine Chance dort vorzustossen, während die Wehrmacht sich verschanzt hielt und auf den Feind wartete.

Wie es um die anderen Städte der Insel stand wusste nur, wer über eine Teleschnecke verfügte. In Ticaret war es den Angreifern noch nicht gelungen an Land anzulegen, da sich die dort stationierte Flotte von Mercatura noch immer vehement wehrte. Bis nach Savdo war bisweilen noch niemand vorgestossen, die dort stationierten Truppen zogen sich aber in das Hochgebirge und die dort befindlichen Bunker zurück, damit sich der Angreifer die Zähne ausbiss. Den übrigen Städten ging es nicht anders als Komerco.

”Firestorm”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco
22:28 Uhr


Diesmal hetzte Akira nicht mehr durch die Strassen. Er war durstig und sein nackter Rücken brannte vor Schmerz. Er glaubte, die versengte Haut riechen zu können. Regen wäre ein Segen, aber auch der würde nur den ganzen Rauch und Russ wieder aus der Luft auf ihn herab spülen. Durch das langsamere Tempo konnte er sich etwas erholen, natürlich nur so gut es ihm unter den Umständen möglich war. Dafür musste er aber auch die Folgen des Angriffs erleben. Die Strassen waren überfüllt mit toten, und er kam nur im Schneckentempo vorwärts. Die brennenden Häuser erhellten die Dahingegangenen genügend gut um sie erkennen zu können. Akira hatte noch keine weite Strecke hinter sich gelassen und erkannte deswegen mit Schrecken den ein oder anderen Leichnam aus dem Nachbarquartier wieder. Einem Kindheitsfreund fehlte die rechte Hälfte seines Torsos. Akira traute sich nicht genauer hinzusehen. Es war scheusslich und mit mühe unterdrückte er einen Brechreiz. Akira drang der Gestank von verbranntem Fleisch in die Nase. Auf seiner rechten Seite erkannte er einen Körper, der im Feuer lag, aber nicht um wen es sich handelte. Der arme Teufel muss Feuer gefangen haben und ist bei lebendigem Leibe verbrannt. Asche war alles, was von ihm übriggeblieben ist. Fast alles. Ein paar stellen seines Körpers schienen noch nicht zu Asche zerfallen zu sein. Doch die Haut war schwarz und muss aufgeplatzt sein. Durch die Hitze des Feuers zogen sich Sehnen und Muskelfasern zusammen und liessen die Leiche zucken, als wäre sie noch am Leben. Akira musste sich beinahe zwingen wegzusehen. Ihm war schwindelig und seine Knie fühlten sich gummig an. Er kam an einem eingestürzten Haus vorbei. Ein älterer Herr befand sich unter einer eingestürzten Häuserwand, seine Frau und ein Enkelkind knieten daneben und versuchten Geröll und Holzbalken zu verschieben, aber bei jeder falschen Bewegung drohten sich Gesteinsbrocken zu lösen und den eingeklemmten Herrn zu zerdrücken. Ein makabres, tödliches Mikado. An sein eigenes Haus erinnert lief Akira hinüber und fragte was passiert war. Er verschaffte sich einen Überblick und fing dann an Brocken um Brocken von Gestein beiseite zu heben. Eine gefühlte Ewigkeit später half er dem Alten aus den Trümmerteilen. Überglücklich bedankte sich die alte Dame bei Akira und kniff ihm in beide Wangen. Der alte Mann stand tapfer auf zitternden Beinen. Man konnte sehen, dass er sich hinsetzen wollte, sich aber zusammenriss um seinem Retter zu danken. Das Enkelkind umklammerte indessen das rechte Bein des Alten um ihn nicht wieder zu verlieren, was dem Alten noch mehr Mühe bereitete auf den Beinen zu bleiben. Er war aber froh, sein Enkelkind wieder zu sehen und strich ihm sanft und beruhigend über den Kopf. Akira verabschiedete sich um nach seiner eigenen Familie zu sehen und setzte seinen Weg fort. Zurück auf die Brewer Lane, weiter auf die Cavern Route. Hier hatte die Armee ihren Stützpunkt. Akira kannte das Gelände nur zu gut. Auch wenn er in Tijara Stationiert war, wurde er von Zeit zu Zeit auch hier als Militärpolizist aufgerufen um einige Befragungen durchzuführen. Momentan befanden sich aber nicht nur Soldaten auf dem Gelände. Auch Passanten und Zivilisten strömten hierher um in die Luftschutzbunker eingelassen zu werden, weil ihre Häuser abgebrannt waren oder sie nahe der Frontlinie wohnten und ihre Häuser aus Sicherheitsgründen geräumt wurden.
Es wartete dementsprechend eine riesige Anzahl von Menschen vor dem Eingang, um endlich zu den Notlagern zu kommen. Akira hatte noch nie so viele Menschen an einem Ort gesehen. Wenn er seine Familie im Geschäft seines Vaters nicht fand, musste er wohl als nächstes hier nach seiner Familie suchen, doch er bezweifelte sie in diesem Durcheinander zu finden. Akira ging weiter die Cavern Route entlang. Man konnte die Angst der Leute förmlich riechen. Keiner wollte die Notlager als letzter erreichen. Auch wenn die Soldaten versuchten die Menschenmassen zu beruhigen, so waren die meisten zu verängstigt und zu panisch, beinahe manisch um sich beruhigen zu lassen. Es wurde gedrängelt und umhergerufen, warum das alles so Lange dauere, dass man schon den ganzen Tag hier stehe, das übliche eben. Mütter suchten verzweifelt nach ihren Kindern, die sie im Gedränge verloren hatten. Akira wollte gerade in die Harbour Lane einbiegen, da sah er einen Trupp Soldaten am Südtor. Das Emblem kam ihm bekannt vor, weswegen er auf der Cavern Route blieb und sich zum Südtor bewegte. Die Soldaten packten gerade ihre Rucksäcke und machten sich wohl auf den Abmarsch gefasst. Je näher Akira dem Tor kam, desto mehr Truppen bemerkte er. Das Emblem des Trupps konnte er jetzt klar erkennen. Ein Schild über zwei gekreuzten Morgensternen, das war der Trupp seines Bruders, die 198te Kompanie. Es dauerte nicht lange, bis er seinen Bruder, den Anführer des Trupps, fand. Froh, wenigstens einen seiner Familie wiederzusehen, ging er zu ihm hinüber und ignorierte dabei die Rufe eines anderen, dass er wieder vom Platz verschwinden solle. Daisuke wurde kurz darauf auf ihn aufmerksam, gab dem anderen Soldaten Anweisungen Akira in Ruhe zu lassen und kam ihm entgegen. „Akira, ich dachte ich sehe dich nicht mehr wieder! Du warst doch im Hafen als der Angriff losging?!“, rief Daisuke Akira entgegen und umarmte seinen Bruder. Immer noch oben ohne zuckte Akira zusammen, als ihn sein Bruder am verbrannten Rücken berührte, erwiderte aber die Umarmung. „So eilig habe ich es nicht vor meinen Schöpfer zu treten.“, versicherte Akira und gab sich ganz gelassen. Daisuke winkte einen Sanitäter hinüber, damit sich dieser die Brandwunden ansah. Der Sanitäter, ein Jungspund, kaum älter als 18 und mit einem zu grossen Rucksack voller Bandagen, der beinahe grösser war als er selbst, kam hinüber und gab Akira eine Wasserflasche, aus der Akira gierig trank. Unterdessen sah sich der Sanitäter die Verbrennungen an und verarzte ihn mit einem schockierten Blick im Gesicht. Daisuke fragte unterdessen was los sei. „Ich suche nach unserer Familie. Unser Haus war einmal. Ich habe gehört, sie suchen im Laden unseres Vaters Zuflucht.“, erklärte Akira und Daisuke nickte. „Ein Glück. Wir konnten die feindlichen Truppen auf der Höhe der Rue di Nigidi aufhalten und versuchen morgen früh durchzubrechen und den Feind so zu flankieren.“ „Kann ich irgendwie helfen?“, wollte Akira wissen. „Ja, das kannst du.“, meinte Daisuke, und schickte einen seiner Männer los, für Akira eine Ausrüstung zu besorgen. Dann meinte er nur: „Willkommen zurück im Dienst!“ „Sag bloss nicht, du kommandierst mich jetzt herum.“, meinte Akira darauf hin. Gut eine halbe Stunde später machten sich die Trupps auf den Weg. Akira steckte in seiner altbekannten Armeeuniform. Dazu ein Säbel, ein Gewehr, 60 Schuss, zwei Granaten und Verband, der alle verbrannten Körperstellen vor scheuernder Kleidung schützen sollte und vollgepumpt mit Schmerzmittel. „Wir nehmen nicht die Harbour Lane, sondern stossen durch die Quartiere bis kurz vor die Front vor. Der Feind soll von unserer Präsenz nichts wissen bis wir im Morgengrauen angreifen.“, meinte Daisuke. Die verschiedenen Trupps machten deswegen etwa vier Blocks vor der Rue di Nigidi halt und übernachteten in den Häusern. Die Wachen wurden jede Stunde abgewechselt. Akira, Daisuke und sein Trupp übernachteten im Laden ihrer Eltern. Akiras Vater Yoshio, seine Mutter Ai und sein Grossvater Hei waren glücklich, die beiden wiederzusehen und es wurden Umarmungen ausgetauscht. Die drei waren wohl auf und ihnen fehlte nichts.
Obwohl es schon spät war, war der ganze Trupp noch auf. Viele waren angespannt und nervös, weil einige den morgigen Tag wohl nicht überleben werden. Keiner wollte es zugeben, aber Akira konnte es in ihren Augen und in ihrer Haltung sehen. Die Soldaten reichten eine Schnapsflasche der Reihe nach herum und sprachen über alles Mögliche. Daisuke sass bei seinem Trupp, um die Moral seiner Männer aufrecht zu erhalten. Akira, Ai, Yoshio und Hei hingegen sassen unter sich. Die vier waren sich einig. Sie wollten nicht hierbleiben. Hei‘s Schiff stand noch im Hafen und Daisukes Informationen zufolge wurden die Schiffe der Weltregierung abgezogen und zur Unterstützung der eigenen Seemacht nach Ticaret geschickt, wo nach Berichten zufolge grosser Widerstand herrscht. Nicht nur von Seiten der Flotte Tijarets, sondern auch von den Piratenschiffen, die dort angelegt hatten und von der Insel wollten bevor sie in Ketten nach Impel Down geschickt wurden.

”House Call”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco – Rue di Nigidi
05:26 Uhr


„Alle Mann bereit?“ Es war Daisuke, der die Stille mit einem Flüstern durchbrach. Sie waren seit 05:00 Uhr auf den Beinen und machten sich für das Gefecht bereit. Check der Ausrüstung, letzte Instruktionen, Karte überprüfen, letzte bekannte Feindposition nachfragen, die Trockenration runterschlucken. Tropfenweise waren alle Trupps an die Front vorgerückt. Auf der gesamten nordöstlichen Häuserfront der Rue di Nigidi hielten sich Soldaten von Komerco versteckt und warteten auf das Zeichen für den Zugriff. Man sah angespannte Gesichter, unsichere Gesichter, wütende Gesichter, müde Gesichter, die nicht genug Schlaf bekommen hatten. Akira kauerte sich an die Häuserwand, direkt unter einem Fenster. Mit dem Splitter eines zerbrochenen Spiegels suchte er die Fenster auf der anderen Strassenseite nach Feindbewegung ab. Erkennen konnte er nicht viel. Die Vorhänge waren zugezogen, und er sah nur vereinzelt Augen durch die Ritzen und Löcher der Vorhänge in seine Richtung starren. Er befand sich im dritten Stockwerk des vierstöckigen Gebäudes. Das Schlafzimmer, in dem er sich befand, sah noch ganz heile aus, bis auf die paar Kugeln, die ihren Weg durch das Fenster gefunden hatten und mehrere Löcher in die Tapete geschlagen und den Spiegel zersplittert hatten. Das musste gestern passiert sein, denn seit sie gestern angekommen waren, wurde kein Schuss mehr gefeuert. Anscheinend wurde nicht mit solch starkem Widerstand gerechnet und man musste Munition sparen, und ohne Artillerieunterstützung der Schiffe war die Truppen der Weltregierung auch vorsichtiger. Neben Akira befanden sich vier weitere Soldaten auf dem Stockwerk. Daisuke befand sich am Fenster zu seiner Rechten. Der Sanitäter, der ihm seine Wunden verarztet hatte und sich als Yuuto vorgestellt hatte, befand sich in der Küche, wo er am meisten Deckung und Platz hatte um verwundete zu versorgen. Neben dem Esszimmer befand sich das Wohnzimmer, wo weitere zwei Soldaten, Kichiro und Ume, auf den Start der Operation warteten. Kichiro war ein gross gewachsener Mann, in die Jahre gekommen, der Armee treu ergeben, wurde aber nie befördert und dient noch immer als gewöhnlicher Soldat. Ume war eine der wenigen weiblichen Soldatinnen. Ein Mannsweib, von dem Akira mehr Respekt hatte als vor manch einem anderen Soldaten. Akiras Familie musste vorerst hinter der Front bleiben. Niemand wusste von ihrem Plan von der Insel zu verschwinden, denn niemand hätte zugelassen, eine Familie über die Front zu lassen. Sie würden versuchen im richtigen Moment durchzuschlüpfen. Die letzten Augenblicke vor dem Einsatz dachte Akira an das, was gleich folgen würde. Er konnte bereits die Nacht hindurch an nichts anderes Denken. Er hatte noch nie jemanden umgebracht. Er wollte nicht sterben. Und er würde sich im Ernstfall verteidigen. Aber wenn ihm jemand gegenüberstand, wird er den Mut haben abzudrücken? Macht ihn das nicht zu einem Mörder? Hatte es sein gegenüber verdient an seiner Stelle zu sterben? Zweifel plagten ihn, und hatten ihm neben den schmerzenden Brandwunden und dem jucken der heilenden Haut den Schlaf geraubt. Die ganze Nacht hindurch hatte er kein Auge zugetan. Die Bilder des vergangenen Tages verfolgten ihn auch in seinen Träumen. Er hatte solche Angst, dass er bei jedem Geräusch aufschreckte und einen Gegenangriff der feindlichen Truppen erwartete. Jetzt aber fürchtete er sich nicht mehr. Er hatte auch keine Zweifel mehr. Alles was in ihm übrig war, war Wut auf den Feind. Das Gewehr in den Armen und vor sich angewinkelt wartete er auf den Start der Operation, während er auf ein Foto von sich und seiner Freundin blickte, mit seiner Hand das Foto berührte und seiner Freundin sanft durch das Haar strich. Er fragte sich, ob sie in Sicherheit war. Noch bevor er seine Gedanken fortführen konnte, wurde er unterbrochen.
Ein lauter Pfiff aus einer Trillerpfeife durchbrach die Stille, und der Frieden auf Erden hatte ein Ende. Akira steckte sich das Foto tief in seine Tasche und erhob sich zusammen mit seinen Kampfgefährten und aus jedem Fenster blickte die metallene Mündung eines Gewehres. Kurz darauf folgte Knall auf Knall, als die Abzüge betätigt wurden. Es war Ohrenbetäubend, und Akira wusste einmal mehr die Nützlichkeit von Ohrpfropfen zu schätzen. Sein Gewehr spie Feuer und Metall durch die Vorhänge der gegenüberliegenden Fensterreihe. Er betätigte den Abzug etwa einmal die Sekunde. Er wusste nicht, ob er etwas traf, schliesslich konnte er nicht erkennen, was sich hinter dem Vorhang befand. Er sah nur, dass dieser mehr und mehr Löcher bekam. Gegenfeuer erhielt er keines, weswegen er einfach weiterfeuerte und den Feind weiter unterdrückte. Mittlerweile sah er die eigenen Truppen, die über die Strasse rannten und versuchten die gegenüberliegende Häuserreihe zu erreichen. Viele wurden von einem versteckten Schützentrupp überrascht und erwischt, der am Ende der Strasse hinter ein paar Sandsäcken lag. Das Aufblitzen der Gewehre gab jedoch ihre Position preis, und Daisuke hatte von seiner erhöhten Position aus keine Probleme über die Deckung hinwegzuschiessen und sie niederzuhalten und schliesslich auszuschalten. Akira hatte indessen sein Magazin leergeschossen, weswegen er sich bückend in Deckung zurück begab um das Magazin zu wechseln. Vorher bekam er aber noch mit, wie die ersten Soldaten mit Bajonetten auf ihren Gewehren bewaffnet die gegenüberliegenden Häuser erreicht hatten, Fenster einschlugen und anschliessend Granaten hineinwarfen oder Türen aufbrachen und hineinstürmten. Während er das Magazin wechselte konnte er die ersten Schreie hören. Ob es die eigenen Leute oder der Feind war, wusste er nicht. Er konzentrierte sich ganz darauf das alte Magazin zu entfernen und das neue Magazin zu laden, während er mit dem Rücken gegen die Wand lehnte und sein Rücken ihn an seine Verletzung erinnerte. Am Boden hockend, das Fenster über sich repetierte er das Gewehr. Er konnte es hinter seinem Rücken in regelmässigem Abstand knacken hören. Er hörte Beton und Ziegelsteine zerspringen, jedes Mal, wenn er von der anderen Seite der Strasse einen lauten Schuss hörte. Das Magazin hatte er indessen Geladen, doch aufzustehen und durch das Fenster zu sehen traute er sich nicht. Dann brach die erste Kugel durch die Mauer. Er spürte den Luftzug. Beim Durchtritt durch die Mauer wirbelten Staubpartikel und Teile des Ziegelsteines herum, die jetzt in seine Augen drangen und ihm die Sicht nahmen. Dann folgten weitere Schüsse, die hin und wieder die Mauer durchbrachen. Akira rieb sich den Dreck aus den Augen. Hier konnte er nicht bleiben. Er ging auf alle Viere und kroch aus dem Schlafzimmer in die Küche, wo er zu Yuuto stiess. Dieser kauerte sich hinter den Kühlschrank und sah aus, als habe er noch keinen Schuss abgefeuert. Seine Augenbrauen hatten sich gehoben und zogen sich zusammen, seine oberen Augenlieder waren weit nach oben gezerrt, und bei jedem Knall in seine Richtung zuckte er zusammen. Er hatte Angst, das wusste man auch ohne sein Zittern zu sehen. Als Yuuto Akira sah, wollte er wissen, ob dieser Verwundet war. Akira schüttelte den Kopf, und sagte ihm, dass er nicht im Schlafzimmer bleiben konnte. Yuuto riss sich zusammen. Er wollte vor Akira nicht als Angsthase dastehen. Akira positionierte sich unter dem Küchenfenster. Er hob den Splitter des Schlafzimmerspiegels und suchte nach dem Fenster, von dem aus er vorhin unter Beschuss genommen wurde. Er musste etwas suchen, fand dann aber den Schützen, der noch immer auf seine zuletzt bekannte Position schoss. Akira senkte den Spiegel. Er vergewisserte sich, dass sein Gewehr geladen und entsichert war. Dann schloss er die Augen und atmete tief durch. //Was versuche ich da gerade? Will ich das? Kann ich damit leben? Er oder ich? // Akira öffnete seine Augen, erhob sich mit einer halben Drehung, zielte und richtete die Mündung auf ein gegenüberliegendes Fenster. Dann folgte ein Lichtblitz aus dem Lauf seines Gewehres, welcher das Gewehr im anderen Fenster verstummen liess. Akira blieb oben, senkte leicht das Gewehr und wusste erst nicht wie er reagieren sollte. Yuuto musste aufstehen und ihn zu Boden zerren, damit er kein einfaches Ziel abgab. Eine Ohrfeige später war Akira wieder bei Sinnen. „Ich glaube, ich habe gerade jemanden getötet.“, sagte Akira. „Sehr gut! Jetzt pass auf, dass du nicht der nächste bist!“, schrie Yuuto ihn an. Akira presste die Lippen zusammen und nickte. Erneut hob er den Spiegel nach oben. Sein ganzer Körper war angespannt. Trotzdem zitterte er. Er fühlte sich seltsam verkrampft an. Als fühlte er sich in seiner eigenen Haut nicht mehr wohl. Das Adrenalin, das ihm gerade durch die Adern rauschte liess ihn seine schmerzenden Verbrennungen vergessen. Er sah die Reflektion eines weiteren Schützen, einen Stock unter ihm. Akira stand auf, legte an und feuerte ein paar Kugeln ab. Es war schwer zu sagen ob er getroffen hatte, oder ob sich der feindliche Soldat bloss zurückgezogen hatte. Ein Schmerzensschrei liess Akira wieder in Deckung zurück gleiten. Es war nicht er, der Schrie. Kichiro, der Alte, wurde am Hals getroffen. Er lag am Boden und schrie wie am Spiess, die Hand auf die Wunde an seinem Hals gepresst, den Blutstrom konnte er kaum aufhalten. Akira robbte zu ihm hinüber, bedacht, unten und in Deckung zu bleiben. „Ume! Halte den Kopf unten!“, rief Akira in der Angst, der Schütze könnte auch Ume im Visier haben. Ume aber liess ein paar Schüsse aus der Tiefe des Raumes fliegen, zog sich in Deckung zurück und tauchte in einem anderen Winkel wieder auf, um weitere Schüsse abzugeben. „Ich kann schon selbst auf mich aufpassen!“, meinte das Mannsweib, und Akira erhielt den Eindruck, dass dies auch stimmte. Akira hatte den Alten erreicht, packte ihn an beiden Schultern und zog ihn mit sich zurück in die Küche. Yuuto wartete bereits, den übergrossen Rucksack beiseitegelegt und den Inhalt auf dem Boden verteilt. Yuuto zückte eine Spritze und rammte sie dem Alten in den Oberschenkel. Seine Schmerzensschreie liessen nach. Es klang nicht mehr wie der Schrei vor Schmerzen, aber wie der Schrei von Entsetzen und Angst. Yuuto versuchte die Blutung zu stoppen, Bandagierte den Alten, tat sein Bestes, aber der Alte schien dem Tod bereits versprochen zu sein. Yuuto strich mit der Hand über die kalten, gläsernen Augen des Gefallenen um sie für immer zu schliessen. „Gleich ist es Zeit für die zweite Welle! Seid ihr bereit?“, rief Daisuke vom Schlafzimmer her. „Kichiro hat es nicht geschafft!“, rief Akira zurück. Daisuke kam geduckt zu ihnen in die Küche. Er schien geschockt. „Das kannst du mir nicht erzählen, er hat drei Enkelkinder, die auf ihn warten.“, sagte Daisuke, legte eine Hand auf die Brust des Alten und schloss seine Augen für einen Moment. Anschliessend gab er den Befehl: „Ume! Geh und sichere die Treppe. Wir stürmen als nächstes! Akira, du hilfst Yuuto den Rucksack zu packen. Wir lassen Kichiro hier und bergen ihn später.“ Akira tat wie geheissen und half Yuuto den Rucksack zu packen. Dann sammelten sich die vier an der Treppe und begaben sich runter ins Erdgeschoss. In jedem Stock lieferte man sich noch immer Feuergefechte mit der anderen Strassenseite. Im Erdgeschoss angekommen erstatteten sie Meldung und steckten ihr Bajonett auf den Lauf des Gewehres. „Bereithalten!“, kam der Befehl von Daisukes Vorgesetzten. Mit etwa zwei Dutzend anderen Männern warteten sie im Erdgeschoss auf das Signal um die Strasse zu überqueren. „Wir müssen möglichst schnell ins gegenüberliegende Gebäude gelangen. Auf der Strasse sind wir ein leichtes Ziel!“, sagte Daisuke. Akira griff nach einer seiner Granaten und warf sie zu einer Tür auf der anderen Strassenseite. Fünf Sekunden später knallte es, kleine Gesteinsfragmente und Holzsplitter flogen durch die Luft und die Tür war verschwunden. „Sesam öffne dich.“, meinte Akira grinsend und Daisuke musste auch lachen. Yuuto packte Akira am Genick und zog dessen Kopf zu sich heran, um ihn etwas ins Ohr zu sagen. Er musste brüllen um über den ganzen Lärm zu Akira durchzudringen. „Wenn du jemanden vor dir stehen siehst, renn einfach weiter, nicht nachdenken!“ Dann folgte der Pfiff. Mit einem Kriegsschrei stürzten sich die zwei Dutzend Männer und Frauen durch Türen und Fenster auf die Strassen und auf die gegenüberliegenden Häuser zu. Zu Akiras Linken fielen zwei Leute vorne über. Er konnte aus dem Augenwinkel nicht erkennen, ob es Leute aus seinem Trupp waren. Daisuke hatte die Tür als erster erreicht und stürmte hindurch. Hinter ihm folgte Ume, die sofort dessen linke Seite sicherte und zwei kurze Schüsse abgab. Hinter Ume stürzte Akira durch die Tür und sah, wie Daisuke sein Bajonett in der Brust eines feindlichen Soldaten versenkte. Zu Akiras rechten befand sich nur eine Wand, Ume sicherte bereits die Treppe nach oben, also rannte Akira geradeaus weiter, wie Yuuto ihm gesagt hatte. Er rannte an Daisuke vorbei, der noch damit beschäftigt war sein Bajonett zu befreien, und überraschte einen Soldaten, der in der Küchentür auftauchte und seine Waffe auf Daisuke richten wollte. Das Bajonett steckte in der Schulter des Soldaten und Akiras Ansturm stiess den Soldaten nach hinten und liess ihn zu Boden fallen. Der Stich war nicht gut genug um den Soldaten zu töten. Zudem hatte sich das Bajonett im Schulterblatt verfangen und liess sich nicht herausziehen. Der Soldat versuchte das Gewehr auf Akira zu richten, aber dieser kickte es weg und drückte selbst ab. Der Schuss zertrümmerte das Schulterblatt und befreite das Bajonett. Akira hob das Gewehr in die Höhe und mit einem Aufschrei liess er es wieder nach unten rasen. Der am Boden liegende Soldat schrie auf vor Schmerzen. Es war ein Schrei, den Akira noch nie zuvor gehört hatte. Akira riss das Bajonett erneut heraus und hob es in die Höhe, um es dann wieder nach unten Sausen zu lassen. Das Schreien wurde leiser und verwandelte sich in ein Wimmern. Akira vollzog das Prozedere ein letztes Mal und der am Boden liegende Soldat verstummte. Regungslos blieb Akira über dem Toten stehen, und blickte regungslos auf den Leichnam. Dann, nach ein paar Sekunden, gaben seine Beine nach. Erschöpft und tief atmend viel er auf sein Gesäss und blieb an der Mauer angelehnt hocken, seine Augen noch immer im Schock auf den Toten gerichtet, während das Bajonett noch in ihm steckte und das daran befestigt Gewehr aufrecht zur Decke ragte. Der am Boden hockende hielt sich seine Blutverschmierten Hände vors Gesicht und strich sich dann durch das Haar. Daisuke riss ihn wieder auf die Beine und holte ihn mit einer Ohrfeige aus seinen Gedanken. „Jetzt wird nicht getrauert! Reiss dich zusammen, deine Leute brauchen dich! ICH brauche dich!“, schrie er ihm ins Gesicht. Akira nickte und zog sein Gewehr aus dem gefallenen Soldaten. Auf dessen Namensschild stand ‚Hiroto‘. Akira hoffte, dass Hiroto keine Familie zurückliess.
Yuuto war als letzter durch die Tür gekommen und half unterdessen Ume die oberen Stockwerke zu säubern. Nachdem Daisuke und Akira alle Räume durchsucht hatten rief Akira nach oben: „Erdgeschoss gesichert!“ Wenig später rief von oben jemand die Treppe runter: „Obergeschoss gesichert!“ Dann rief Akira hoch: „Nicht schiessen, verbündete kommen rauf!“ Akira und Daisuke gingen nach oben, und Daisuke holte eine Fahne aus seinem Rucksack und schwenkte sie aus dem Fenster, sodass die eigenen Truppen auf der anderen Seite der Strasse sie sehen konnten. Friendly Fire konnten sie jetzt gar nicht gebrauchen.




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Akira Yagami
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Zuletzt von Akira Yagami am Sa Mai 19, 2018 11:55 am bearbeitet; insgesamt 18-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Do Apr 05, 2018 6:03 pm





”Back to School”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco
06:07 Uhr


Die 198te rückte weiter vor. Das Börsenviertel war wieder unter der Kontrolle von Mercatura. Nun versuchte man zu den Docks vorzustossen. Die Harbour Lane hatten sie schon hinter sich gelassen. Das nächste Ziel war eine Schule, in der man feindliche Kampfverbände vermutete. Die Schule, kurz FOB für Forward-Operation-Base, wird stark vom Feind bewacht und vehement verteidigt. Wie vermutet hortet der Feind dort Vorräte, Munition und Waffen. Das Problem war der Spielplatz und der Schulhof. Von der Schule aus gut einsehbar fühlte sich diese offene Fläche wie ein Todesstreifen an. Akira befand sich im zweiten Stock eines angrenzenden Hauses. Die Nachbarhäuser waren ebenfalls von Verbündeten Einheiten besetzt. Unter heftigem Beschuss versuchen sie den Feind zu unterdrücken und ein paar Männer in die Schule zu bekommen, die vorgeschobene Einsatzbasis des Feindes liess sich davon aber nicht beeindrucken. Kugeln flogen ihnen um die Köpfe. Yuuto hatte alle Hände voll zu tun, und ihm ging langsam der Verband aus. Selbst Ume, die Unerschrockene, schien sich in ihrer Haut nicht mehr sicher. Daisuke brüllte Befehle umher und versuchte die Moral aufrecht zu halten. Akiras Hände zitterten. Neben Daisuke, Ume, Yuuto und Akira befanden sich weitere Soldaten im selben Stock, die Akira aber nicht kannte. Akira hielt eine Teleschnecke in den Händen, mit der er Regelmässig ihre Lage durchgab. „SQUAD 21 HIER, WIR SIND FESTGENAGELT UND KÖNNEN NICHTS MACHEN! WIR SIND UNTER SCHWEREM BESCHUSS! BENÖTIGEN HILFE, OVER?!“, klang es aus der Teleschnecke. Daisuke schnappte sich die Teleschnecke. „DURCHHALTEN SQUAD 21, WIR SIND UNTERWEGS!“, schrie er durch die Teleschnecke zurück um lauter als die Kugeln zu sein, die in der Wand hinter ihnen einschlugen. „ALLE MANN ZU MIR, WIR STÜRMEN DIESE SCHULE!“, schrie er, und die Soldaten versammelten sich, bis auf Yuuto, der weiter seine Kameraden verarztete. Dann wurden ein paar Rauchgranaten geworfen. Die Schule versteckte sich bald hinter einer weissen Wand aus Rauch, die sich durch den Wind quer über den ganzen Schulhof erstreckte. Mit einem Kriegsschrei sprangen alle Mann aus der Deckung und vom ersten Stock auf den Boden. Akira rannte vorbei am Zaun, der die Schule abgrenzte, rechts einer Schaukel und weiter vorne links einem Karussell vorbei. Er sprang über eine Wippe, während der Feind blind durch den Rauch feuerte. Am Haupteingang der Schule angekommen stellten sie sich rechts von der Eingangstür in einer Reihe auf, dicht an die Wand gepresst. Daisuke zuvorderst, hinter ihm Ume, dann kam Akira. Wie viele es noch über den Pausenhof geschafft hatten wusste Akira nicht, aber hinter ihm befanden sich weitere Soldaten. Vor sich sah Akira die aufgebrochene Eingangstür der Schule. Es handelte sich um eine Doppeltür, bei der sich eine der beiden Türen aus den Angeln befreit hatte und auf der Treppe lag. Daisuke hielt drei Finger in die Luft, dann zwei, dann einen. Sie stürmten in die Schule. Daisuke lief zur gegenüberliegenden Wand und rückte der Wand entlang nach vorne vor, tief in den Knien um ein möglichst kleines Ziel abzugeben. Ume tat es ihm gleich, blieb aber an der rechten Wand und lief etwa auf gleicher Höhe wie Daisuke. Akira Reihte sich hinter Ume ein, das Gewehr auf Umes Schulter abgestützt sodass der Lauf des Gewehres neben ihrem Kopf nach vorne ragte. Aus den Augenwinkeln konnte Akira sehen, wie sich drei weitere Soldaten hinter Daisuke bewegten und mit ihm zusammen vorrückten. Am Ende des Ganges rannten feindliche Soldaten die Treppe herunter und wurden von Gewehrkugeln begrüsst. „AUFPASSEN, ICH HABE EIN PAAR SOLDATEN IN DAS KLASSENZIMMER AUF DER RECHTEN SEITE GEHEN SEHEN!“, rief einer der Soldaten hinter Daisuke, und der gesamte Trupp hielt an. Ume hielt kurz vor der Tür zum Klassenzimmer an und kniete hin, nach vorne in Richtung Treppe sichernd. Daisuke tat dasselbe etwa auf selber Höhe. Der Soldat hinter Daisuke Sicherte derweil die Tür des Klassenzimmers ab. Akira griff nach seiner letzten Granate. Er zog den Stift, wartete zwei Sekunden, dann warf er die Granate in das Zimmer. Drei Sekunden später krachte es im Schulzimmer. Akira rannte an Ume vorbei in das Klassenzimmer, hinter sich hörte er die Schritte seiner Kameraden. Jeder sicherte seinen Sektor. Wenige Schüsse später war der Raum von Feinden befreit. „Gesichert! Verbündete Einheit kommt raus!“, rief Akira bevor er den Raum wieder verliess, um nicht von einem eigenen Verbündeten getroffen zu werden. Als sich alle Mann wieder in ihren festen Positionen befanden rückten sie in Richtung Treppe vor. Akira griff nach seinem Funkgerät und gab eine Meldung durch: „Haupteingang gesichert! Wir rücken in Richtung Treppe vor. Gebt Acht, wenn ihr auf den ersten Stock feuert! Over!“ „Verstanden, gute Arbeit! Over!“, ertönte es aus der Teleschnecke. Akira steckte seine Teleschnecke zurück in eine seiner vielen Taschen und konzentrierte sich wieder darauf, was vor ihm passierte. Sie folgten der Treppe nach ober, links kehrt um eine Ecke und weiter nach oben. Am Ende der Treppe angekommen war ihre rechte Seite durch Tische und Stühle verbarrikadiert, weswegen sie dem Gang zu ihrer Linken folgten. Der Trupp überraschte drei feindliche Soldaten von hinten, die gerade damit beschäftigt waren aus den Fenstern zu feuern. Etwa ein gutes Dutzend Gewehre feuerten und die drei Soldaten lagen am Boden. Zu ihrer rechten befand sich wieder ein Klassenzimmer. Ume, Akira und die Soldaten hinter ihnen sicherten das Zimmer, während Daisuke und seine Männer weiter dem Gang folgten. Der Gang ging nach rechts weiter, wo sich der Wand entlang an den Fenstern weitere Soldaten aufreihten und nach draussen auf den Schulhof feuerten. Daisuke und seine Männer eröffneten das Feuer. Akira, Ume etc. bahnten sich einen Weg durch das Klassenzimmer, in dem Tische und Stühle verschoben worden waren und den Weg versperrten. An den Wänden hingen Jahreszahlen und Ereignisse aus der Vergangenheit. Auf Feindkontakt stiessen sie in diesem Zimmer nicht. „So einfach wie heute bin ich noch nie durch den Geschichtsunterricht gekommen!“, meinte einer der Soldaten hinter Akira und liess ihren Trupp grinsen. Sie nahmen den Ausgang am anderen Ende des Klassenzimmers und fanden sich im gleichen Gang wieder wie Daisuke. Nachdem der Gang gesäubert war, erklang eine Stimme aus der Teleschnecke: „SQUAD 21 HIER, DANKE FÜR DIE HILFE! WIR GEBEN EUCH VON NUN AN FEUERSCHUTZ, OVER!“ Gesagt getan. Kugeln drangen vor ihnen durch das Fenster und liessen Scherben und feindliche Truppen durch die Luft fliegen. „Verstanden, Feuer einstellen. Ihr habt uns hier gerade ein gutes Stück Arbeit abgenommen.“, antwortete Akira als der Gang sicher war und die Schüsse stoppten. Ihr Trupp rückte den Gang entlang weiter vor, bis der Gang wieder nach rechts abbog. Daisuke blickte um die Ecke und wurde mit Sperrfeuer begrüsst. „Nicht gut. Der Feind hat sich hinter Tischen und Stühlen verbarrikadiert.“, erklärte er. Dann zog er eine Granate aus seiner Tasche, zog den Stift, wartete ein paar Sekunden und warf sie um die Ecke. Eine Explosion später lief der Dutzend Mann starke Trupp um die Ecke und eröffnete das Feuer. Zwei eigene Mann wurden getroffen, der Rest überlebte den Push. Akira gab erneut Meldung durch. „Wir haben Verluste. Schickt einen Sanitäter Trupp hierher…“, Akira blickte sich um, „zu Klassenzimmer F7, Over.“ Aus dem Funkgerät drang die mittlerweile vertraute Stimme: „Squad 21 hier, verstanden. Meine Jungs sind schon unterwegs.“ Dann rückte der Trupp, bis auf die zwei Verwundeten und zwei Bewacher, weiter vor und sicherte den Rest des Ganges, bis sie zum Nordöstlichen Ausgang der Schule gelangten. Dort begrüsste sie eine verbündete Einheit und löste sie ab. Für die nächsten paar Stunden konnten sie sich eine Auszeit gönnen und wieder zu Kräften kommen, während der Feindverband mit allen Mitteln versuchte, die Schule zurückzuerobern. Gegen 8:00 Uhr zog sich der Feind zurück um sich neu zu sammeln und es bildete sich eine neue Frontlinie.

”Full House”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco
08:52 Uhr


Als sich der Feind um acht Uhr zurückzog gewannen die Streitkräfte von Komerco an Boden. Sie befanden sich in den Docks nur ein Quartier vom Marktplatz entfernt, in den letzten 30 Minuten wurde aber jeder ihrer Angriffe zurückgeschlagen. Daisuke, Yuuto, Ume und Akira machten sich wieder an den Weg zur Front. Sie wurden einer Bar etwa 2 Blocks hinter der Frontlinie zugeteilt, die als Rückzugsort und provisorisches Lazarett dienen sollte. Besagte Bar mit dem Namen „Horn Pub“ lag im Rotlichtviertel und war bald gefunden. Daisuke klopfte an die Tür, kurze Zeit später wurde die Tür aufgeschlossen und einen Spalt weit geöffnet. Hindurch blickte die Mündung einer Pistole, dahinter war das Gesicht einer sichtlich gestressten Frau zu erkennen. „Was wollt ihr?!“ fragte sie und mit einem klicken konnte man hören, wie der Hahn der Pistole gespannt wurde. „Leg die Waffe weg, wir sind die Verstärkung.“, meinte Daisuke genervt. „Vier Mann sind keine Verstärkung.“, sagte sie. „Eigentlich sind wir drei Männer und eine Frau.“, sagte Ume. Nach kurzem Zögern verschwand die Pistole und die Tür wurde komplett geöffnet. „Euer Ernst? Ihr vier seid die versprochene Verstärkung?“, meinte die in die Jahre gekommene, alte Dame. Ihr Gesicht war runzlig, ihre Augen eingefallen, die Haare weiss und zerzaust. Sie trug einen weissen Kittel und blutverschmierte Handschuhe. „Teiko! Lass sie endlich rein, wir brauchen dich hier!“, konnte man jemanden aus dem Innern der Bar rufen hören. Teiko blickte über ihre Schulter und strich sich mit dem Handrücken über die Stirn, dann drängte sie die vier endlich einzutreten, damit sie die Tür wieder abschliessen konnte.
Horn Pub:
 
Im Haus selbst befanden sich viele Menschen. Frauen, Kinder, und Männer aller Altersklassen. Akira erkannte auch Hei und seine Eltern unter ihnen. Tische und Stühle sind beiseitegestellt worden, um Platz für Betten zu schaffen. In den meisten lagen bereits verwundete Soldaten mit Schuss-, oder Schnittverletzungen, oder schlimmerem. Der runde Raum neben dem Klavier, in dem sonst üblicherweise eine Band auftrat, wurde als Kistendepot genutzt. Bandagen, Blutbeutel und Medikamente waren darin verstaut. Die Bar an sich war seltsamerweise noch mehr oder weniger unversehrt. Ihr Trupp bekam eine Suppe und Wasser, jedoch nur in begrenztem Rahmen. Statt nach Alkohol und gute Laune roch es in der provisorischen Arznei nach Medizin und Tod. Während Akira seine Suppe löffelte hatte er Zeit sich in der Bar genauer umzusehen. Daisuke, Ume und er befanden sich oben bei den Ledersesseln. Yuuto bestand darauf Teiko beim Verarzten der Verletzten zu helfen. Noch vor fünf Minuten waren nur drei Betten von Verwundeten besetzt, jetzt waren es schon fünf. Einer von ihnen, Yasu, hatte Schwierigkeiten zu Schlafen. Er zuckte immer wieder auf und bewegte dabei seinen verwundeten Arm, was ihn aufschreien liess. Ein anderer hatte viel Blut verloren und war seitdem er eingeliefert wurde noch nicht zu Bewusstsein gekommen. Hinter der Bar stand ein alter Soldat namens Rokurou, der sich erneut einen Drink spendierte. Akira schätzte ihn auf das Alter seines Vaters. Er konnte nur mit Hilfe seiner Krücken aufrecht stehen. Er hatte eine Schnapsnase und gerade seine erste Flasche harten Alkohol alleine geleert. Jetzt ging er das Regal durch, um einen geeigneten Ersatz für die leere Flasche zu finden. Er taumelte stark und es war ein Wunder, dass er das Gleichgewicht überhaupt noch halten konnte. Die letzten beiden in der Bar waren Katsumu und Ayuru. Katsumu wurde am Bein getroffen, Ayuru hatte es am Bauch erwischt und er drückte sich einen Lappen drauf um das Blut zu stoppen. Keine Minute später legte Yuuto ihm ein Stück Holz in den Mund damit er darauf Beissen konnte, während Teiko mit einer Zange versuchte die Kugel aus ihm heraus zu bekommen. Neben Soldaten befanden sich auch Zivilisten in der Bar. Obwohl dies ganz gewiss kein Ort für Kinder war, befanden sich zwei von ihnen unter den Zivilisten. Die Eltern versuchten die Kinder abzulenken, hielten ihnen die Ohren zu und drehten sie zu sich, damit sie Ayuru nicht zu Gesicht bekamen. Von dem einzigen über 70-jährigen im Raum, der sich als Opa der Kinder vorstellte, erfuhr Akira, dass sich die fünf zum Zeitpunkt des Angriffs in den Docks aufhielten und sich versteckt hielten, bis die Agenten zurückgedrängt wurde. Jetzt sind sie hier, bis sie in den Norden der Stadt begleitet werden. Katsumu ging bald zum Klavier hinüber und schnappte sich eine Gitarre, die dort stand. Er spielte ein paar Töne, drehte an ein paar Schrauben um die Seiten zu stimmen und stimmte dann ein Lied an. Es besänftigte die Gemüter und nahm allen die Angst.
Sum41 – War (Accoustic):
 
Kurz nach neun Uhr wurde das Gefecht intensiver. Yasu war mittlerweile wieder bei Bewusstsein. Aus einem Fenster konnte Daisuke erkennen, wie die eigenen Truppen zurückgedrängt wurden. „Soldaten, sammeln bei mir!“, befahl Daisuke und jeder dem es möglich war trat vor ihren Anführer. Die verletzten hoben den Kopf in seine Richtung. „Ich will euch nicht die Stimmung versauen, aber es wird übel. Unsere Truppen werden zurückgedrängt. Wenn das so weiter geht steht der Feind bald vor unserer Haustür. Wortwörtlich. Jetzt, da sie uns zurückdrängen werden sie ihr Momentum aufrechterhalten wollen und jeden verfügbaren Mann in unsere Richtung schicken. Ich erwarte nicht, dass wir hier in einem Stück wieder rauskommen. Wenn wir denn überhaupt noch hier rauskommen. Ich will, dass ihr die Strassen im Blick habt und euch bei Feindkontakt meldet. Ume, Teiko, ihr beide besetzt den ersten Stock des Wohnhauses gegenüber. Von dort aus solltet ihr einen besseren Überblick haben. Yuuto, Akira, ihr beide helft mir die Tische und Stühle zu verschieben. Yasu, schnapp dir einen Stuhl, setz dich ans Fenster und halte den Süden im Auge. Rokurou, …“, Daisuke blickte zur Bar hinüber, wo sich der Sturzbesoffene kaum mehr auf den Beinen halten kann, „dann eben Katsumi. Du sicherst den Norden ab. Los jetzt!“ Daisuke versuchte gar nicht erst, den Zivilisten im Raum etwas zu verheimlichen. Sie hatten schreckliche Angst. Man konnte es ihnen nicht verübeln, selbst Akira hatte Angst. Yuuto, Daisuke und er machten sich daran, die Fenster zu verbarrikadieren. „Teiko, hör auf die Verwundeten zu versorgen! Von nun an bist du an erster Stelle Schützin! Mach dich auf den Weg und hilf Ume, sie braucht dich!“, sagte Daisuke deutlich. Teiko fügte sich den Befehlen nur durch Nachdruck, auch wenn man ihr Ansehen konnte, dass es ihr ganz und gar nicht gefiel. Alle nahmen ihre Positionen ein und machten, was man in der Armee meistens tat. Warten. Akira positionierte sich oberhalb der Treppen bei den Ledersesseln, und verschanzte sich hinter dem Geländer. Die Treppen hatte er mit ein paar Fässern blockiert, damit man schwerer zu ihm hochkommt. Yasu, der Teilweise froh war nicht mehr Schlafen zu müssen, andererseits über die Umstände besorgt, positionierte sich neben der Treppe beim Anschlagbrett. Der noch immer Bewusstlose wurde verschoben und liegt nun in der hinteren Ecke der Bar. Rokurou war in seinem betrunkenen Zustand eingeschlafen und liess sich nicht wecken. Ayuru nahm Position bei den Weinfässern ganz links in der Ecke ein. Er hockte am Boden und lehnte sich mit dem Rücken zu den Fässern. Er sah jetzt bereits fix und fertig aus, ihm lief der Schweiss nach unten und seine Operation hatte ihm die letzten Kräfte gekostet. Er versuchte sein Gewehr am Geländer abzustützen um überhaupt irgendwie zielen zu können. Ayuru hatte derweil die zweite Treppe neben der Bar mit Tischen und Stühlen verbarrikadiert und bezog dort Stellung. Alle Zivilisten, befanden sich hinter der Bar, wo sie am meisten Schutz fanden. Ume und Teiko bezogen Stellung im ersten Stock eines der umliegenden Häuser. Sie sollten die feindlichen Truppen überraschen während sich diese ganz auf die Bar konzentrierten. Die Tür zur Bar war von innen mit Stühlen und Tischen versperrt worden. Katsumi war der erste, der eine Feindsichtung meldete. „Letzte Vorbereitungen, Leute. Hat jeder genug Munition?“ Überall aus dem Raum verteilt kamen bestätigende Rufe. „ALLE IN POSITION?! Dann kann die Party ja steigen.“ „Und wo soll ich mich positionieren?“, wollte Yuuto von seinem Anführer wissen. „Du kommst mit mir hinter die Bar. Shots verteilen.“, grinste Daisuke. Die Anspannung der bevorstehenden Schlacht hatte seinen Galgenhumor wiedererweckt. Dann wurde es still in der Bar. So still, dass man das eigene Herz schlagen hören konnte. Akira vergewisserte sich regelmässig, ob seine Familie auch ja in Deckung blieb. Sie warteten etwa eine Viertelstunde. Dann wurde versucht die Tür zu öffnen, aber durch die Tische und Stühle, die davorstanden, machte sie keinen Wank. In der Bar blieb es still. Akira wagte kaum zu atmen, die Atmosphäre war erdrückend. Kurze Zeit später flogen Schüsse durch die Fenster. Tische und Stühle konnten die Kugeln nicht aufhalten, eigneten sich aber wenigstens als Sichtschutz. Das Feuer wurde erwidert. Blind wurde durch die verbarrikadierten Fenster geschossen. Auf ihrer Seite gab es keine Verluste, wie viele Verluste der Feind erlitt war unmöglich zu sagen. Sie sahen genau so wenig nach draussen wie alle anderen nach innen. Aus der Teleschnecke klang Teikos Stimme. „Wir haben von unserer Position eine gute Übersicht über die angrenzenden Strassen. Feindliche Truppen rücken über Norden vor. Ich habe Sichtkontakt auf ein kleines Squad, das gerade aus Nordwesten auftaucht. Haltet euch fern von den Fenstern. Schützen beziehen Stellung im dreistöckigen Gebäude, nördlich von euch. Fenster, zweiter Stock. Mehr feindliche Truppen haben die Bar erreicht und befinden sich jetzt direkt unter den Fenstern auf der nordwestlichen Wand.“ Man hörte Schritte und rufe ausserhalb der Bar. Befehle wurden gebrüllt und Gewehre repetiert. Dann wurden Scheiben eingeschlagen und versucht die Bretter vor den Fenstern runterzustossen. „FEUER!“, rief Daisuke und die Gewehre antworteten seinem Ruf. Kugeln flogen durch Fenster und Wände und liessen die Angreifer aufschreien. Einige der Soldaten hatten Erfolg und konnten die Fenster von den Brettern befreien, was den Soldaten in den gegenüberliegenden Häusern ermöglichte ins Innere der Bar zu blicken. Kugeln schossen in die Bar und gaben jedes Mal einen knackenden Laut von sich, einen sogenannten Bullet Crack, wenn sie neben oder über einem vorbeiflogen. Die meisten Schüsse waren gar nicht für Akira bestimmt, er zuckte aber trotzdem jedes Mal zusammen. Das schlimmste waren die Querschläger. Die Metallkugeln verhielten sich wie Gummibälle, wenn sie irgendetwas trafen, prallen sie davon ab und flogen in eine zufällige Richtung davon. Akiras Puls raste und seine Hände zitterten. Er konnte nicht mehr ruhig atmen. Er hielt die Tür im Auge, bis er in einem Fenster einen Kopf auftauchen sah, dem kurz darauf ein Gewehr folgte. Drei, vier Schüsse spie Akiras Gewehr in Richtung des Fensters. Eine Granate flog durch das Fenster und blieb vor der Tür liegen. Dann folgte ein lauter Knall und ein Teil des Geländers, Tische Stühle und die Pinnwand löste sich in umherfliegende Splitter und Trümmerteile auf. Die Familie, die sich hinter der Bar befand schrie auf vor Angst. Jemand anderes war aber lauter. „Aaaaahhh! Ich bin getroffen!“ Die Worte gehörten Ayuru. Akira sah, wie er sich mit einer Hand auf das Auge drückte. „Wenn die noch mehr Granaten haben ist das hier ganz schnell zu Ende.“, sagte Yuuto. „Ume, Teiko, euer Einsatz! Verschafft uns etwas Luft!“, befahl Daisuke durch die Teleschnecke und wenige Sekunden später folgten Schüsse. „Yuuto, los, sieh nach was du für Ayuru tun kannst!“, befahl Daisuke und gab seinem Kameraden Feuerschutz. Yuuto schwang sich hinter der Bar hervor und robbte sich möglichst dicht am Boden zu seinem verwundeten Kameraden vor. Yuuto zog einen Splitter aus Ayurus Gesicht und sparte nicht an Verband. Yuuto sagte noch etwas zu Ayuru bevor er sich zur Bar zurückmachte, aber Akira konnte es über den ganzen Krach nicht verstehen. Es drangen wieder Kugeln durch die Fenster. Die Teleschnecke schaltete sich wieder ein. „Mehr können wir nicht tun, die Nageln uns hier fest!“ Akira und die Soldaten in der Bar feuerten zurück, aber ihre Feuerkraft war dem Feind unterlegen. Die Zivilisten begannen Panik zu schieben und Daisuke verlor die Kontrolle. „Wir bleiben hier nicht! WIR GEHEN!“, sagte der Vater einer Familie, sprang aus der Bar hervor und rannte Richtung Tür. „HEY! WAS SOLL DAS?!“, rief ihm Daisuke hinterher, musste seinen Kopf aber bald darauf wieder in einziehen, weil ihm weitere Kugeln um die Ohren flogen, das Regal hinter ihm trafen und Schnaps und Glasscherben auf ihn niederregnen liessen. Wie durch ein Wunder wurde der in Panik geratene Vater von keiner Kugel getroffen. Die schlechte Nachricht war aber, dass er anfing die Tische und Stühle von der Tür wegzuräumen, bis er sie ganz freigelegt hatte. Dann riss er die Tür auf. Er blieb hinter dem Türrahmen und winkte mit der leeren Hand zur Tür hinaus, woraufhin die Schüsse eingestellt wurden. Er machte seiner Familie deutlich ihm zu folgen, und die anderen Familien taten es ihm gleich. Ein Trupp der Weltregierung eskortierten die Familien. Soweit Akira das erkennen konnte, wurden die Zivilisten freundlich behandelt. Daisuke kroch hinüber zu Yoshio, Hei und Ai. „Ihr solltet da jetzt auch raus gehen.“ „Nein, nein, nein, wir lassen euch hier nicht zurück. Kommt mit uns raus!“, protestierte seine Mutter. Daisuke drängte sie aber, Hei und Yoshio zogen Ai nach draussen, die ihre beiden Söhne nicht zurücklassen wollte. Yoshio flossen Tränen das Gesicht hinunter. Er wollte bei seinen Söhnen bleiben, er wusste aber auch, dass sie nicht in der Bar zu sterben hatten. Akira bemerkte erst jetzt, wie erschöpft er war. Staub flog durch die Luft und das Schwarzpulver brannte in seinen Augen. Wenn er sich die Augen rieb, machte er es nur noch schlimmer. Da waren sie also. Ein Trupp, der aus verwundeten und betrunkenen bestand, sich in einer Bar verschanzt hielt mit mittlerweile weit geöffneten Fenstern und einer offenen Eingangstür. Vielleicht war das der Moment, indem man anfängt zu glauben? „Ume, Teiko, hört ihr mich?“, sprach Daisuke in die Teleschnecke. „Ume, Teiko antworten. Bitte antworten!“, wiederholte er, um dann mit einem „Scheisse!“ die Teleschnecke gegen die Wand zu schleudern. In der Tür tauchte das Rohr einer Eisenstange auf, an ihr hingen eine weisse Flagge und mehrere Grabsteine von gefallenen Soldaten. Dann tauchte ein Mann auf, der offenbar zur Weltregierung gehörte. Er trug eine grüne, mit weissem Fell gefütterte Parka, ein tarnfarbenes T-Shirt, dunkle, Fingerlose Handschuhe, eine Schutzbrille um den Hals, einen braunen Gürtel, dunkelgrüne Hosen und Springerstiefel. Über die Schulter liess er sein Metallrohr hängen, die Grabsteine baumelten am oberen Ende der Stange herunter.
Befehlshaber Nakamaru:
 
„Es sind genug gestorben. Kommt raus und ergebt euch!“, sagte er mit einer tiefen, rauen Stimme. Seine Jacke war mit Blut bespritzt, aber er machte nicht den Anblick als dass es sein Blut wäre. Er sah nicht so aus, als ob es sein Blut war. Akira blickte ihm direkt in seine kalten Augen, und der Blick wurde erwidert. Daisuke blickte zu Boden, dann blickte er die verbleibenden Männer der Reihe nach an. Yuuto, Yasu, Rokurou, Katsumi, Ayuru, und dann Akira. Jeder von ihnen schüttelte den Kopf, bis auf Rokurou, der noch immer am Boden lag und schnarchte. Über Daisukes Gesicht huschte ein Lächeln. „Ihr seid mir eine Teufelsbande. Also gut, wir nehmen die Schnellstrasse zur Hölle. Akira! Sorg mal für ein bisschen Stimmung!“, rief er und Akira ging nach hinten zu einer Plattenspielerschnecke. Er ging ein paar Platten durch, bis er eine geeignete gefunden hatte. „WIR LEHNEN DAS ANGEBOT AB!“, rief Daisuke mit erhobener Stimme dem Agenten in der Tür entgegen. Dieser nahm sein Metallrohr von seiner Schulter und streckte es Daisuke entgegen. „Ein kluger Mann weiss, wann er sich zu ergeben hat. Ich habe viel von dieser Insel gehört, aber bisher sind mir nur Narren vor die Füsse gekommen.“, sagte er, drehte sich um und verliess das Lokal. Er blieb noch einmal kurz stehen und sprach über die Schultern: „Fünf Minuten. Überlegt es euch.“ Dann verschwand er.
Daisuke zog eine Packung Zigaretten und ein Feuerzeug hervor, nahm eine Zigarette heraus, zündete sie an und warf Packung und Feuerzeug dem nächsten zu. „War eine klasse Zeit, was?“, sagte Daisuke und seine Zigarette glühte auf, als er einen tiefen Zug nahm. „Was, jetzt wirst du auf einmal sentimental?“, wollte Akira wissen und alle grinsten. „Wie? Das war‘s? Also ich hatte mir meinen Tod anders vorgestellt.“, sagte Yuuto. „Wer weiss, vielleicht werden wir als Helden verehrt.“, meinte Katsumi. Yasu und Ayuru, die beiden die am meisten angeschlagen waren, blieben ruhig und versuchten ihre Schmerzen zu unterdrücken. Akira legte derweil die Platte auf und startete ihren letzten Song.
AC/DC – T.N.T.:
 
Während der Song anlief bekam Akira mit, wie sich Feindverbände bei der Eingangstür sammelten und gab den anderen Bescheid sich bereit zu halten. „Letzte Chance. An eurer Stelle würde ich sie ergreifen.“, drangen die Worte eines Offiziers nach innen. Es war nicht die raue Stimme des Agenten von vorhin. „Danke, aber wir haben schon abgelehnt.“, sagte Daisuke, das Gewehr auf die Tür gerichtet. Dann stürmten Soldaten mit Schwertern die Bar. „KONTAKT!“, rief jemand und die neuen Gäste wurden empfangen, dass die Fetzen flogen. „Feind am Boden!“, rief Akira. „Linkes Fenster!“, rief Yuuto und feuerte ein paar Kugeln ab. Dann brach das Chaos aus. Alle riefen durcheinander. „Westseite!“ „Haupteingang!“ „Weg von den Fenstern!“ „Deckung!“ „Katsumi ist getroffen, wiederhole, Katsumi am Boden!“ Akira verlor den Überblick im Stimmengewirr. Er betätigte konstant den Abzug. Seine Munition wurde schnell zur Mangelware. Der nächste Ansturm waren Soldaten mit Gewehren. Von der grellen Sonne in die dunkle Bar gestürmt fiel es ihnen schwer etwas zu erkennen und sie hatten bald mühe über die Körper ihrer eigenen Männer zu steigen. Der Eingangsbereich liess sich gut verteidigen. Weiterhin schlimmer waren die Fenster, durch die massenweise Projektile drangen. „Yuuto! Kopf runter!“, rief Ayuru. „AAaaah! Getroffen!“, schrie dieser auf und sein Schmerzensschrei lief Akira durch Haut und Knochen. „Yuuto ist Getroffen!“, wiederholte Daisuke, hörte aber nicht auf zu feuern. Keiner von ihnen hatte Zeit nachzusehen wie ernst die Wunde war. „Kontakt hinter der Bar!“ hörte Akira jemanden von draussen rufen. Ihm selbst flogen ebenfalls Kugeln um die Ohren. Er feuerte blind durch die Wände, wenn er einen Feind hinter ihnen vermutete. Ein Aufschrei sagte ihm meistens, ob er recht gelegen hatte. Ein Gegenstand wurde ins Innere der Bar geworfen. „GRANATE!“, schrie Ayuru vor schock auf, den Blick auf die zwei Meter entfernte Handgranate gerichtet. Dann folgte ein lauter Knall, Akira hatte ein Pfeifen auf dem Ohr, hielt sich die Ohren zu und krümmte sich gegen Boden während er die Zähne zusammenbiss. Für einen Moment klang alles Dumpf und wie aus der Ferne. Er zwang sich nach unten in die Bar zu blicken. Von Ayuru fehlte jede Spur. „Wir haben Ayuru verloren!“, sagte Akira mehr zu sich selbst als zu den anderen. Er blickte nach hinten zu Yasu, der noch immer Schweissgebadet vor den Weinfässern sass und so gut es ging versuchte bei Bewusstsein zu blieben. Sein Gewehr bewegte sich auf und ab. In seinem Zustand traf er auf drei Meter nicht einmal einen Elefanten. „Mehr Feinde aus dem Osten!“, konnte Akira aus dem Fenster erkennen. „Verstanden! Mehr Feinde aus dem Osten!“, wiederholte Daisuke. Eine weitere Welle versuchte in die Bar zu gelangen. Es war bei weitem schwieriger die Anstürmenden Einheiten mit nur zweieinhalb Gewehren in Schach zu halten. „Feind am Boden!“, rief Daisuke. „FEIND, ZWEI UHR!“, rief einer der Soldaten, bevor er von einer Kugel erwischt wurde. Erneut wurde etwas durch das Fenster geworfen, aber diesmal keine Granate. Es waren brennende Holzscheite. Daisuke versuchte nach vorne zu robben und die Scheite nach draussen zu werfen, wurde aber vom Feind festgenagelt. Es dauerte eine Weile bis sich der Holzboden der Bar entzündet hatte, dann verbreitete sich das Feuer rasant. „Sie wollen uns ausräuchern!“, meldete sich jetzt auch Yasu zu Wort. Seine Stimme klang schwach und gebrechlich. Der Rauch füllte bald die ganze Bar aus. Akira musste husten. Er konnte nicht mehr viel erkennen. Der heisse Rauch stieg nach oben und zwang ihn die Treppe runter zu gehen und er stolperte. Vorsichtig ging er am Eingang vorbei. Glücklicherweise verschleierte ihn der dichte Rauch. Die Hitze der Flammen machte ihm zu schaffen und seine Brandwunde am Rücken schmerzte als wollte sie ihm sagen, dass er schon einmal in Flammen stand und von hier verschwinden solle. Hustend suchte er nach seinem Bruder. Er lief unsanft gegen die Bar und schwang sich darüber. Hinter der Bar fand er den leblosen Körper von Yuuto und einen angeschossenen Daisuke. „Du bist verwundet!“, sagte Akira. „No shit, Sherlock.“, hustete Daisuke und sagte dann „Bloss eine Fleischwunde.“ Daisuke verlor viel Blut. Akira schnappte sich ein Abtrocknungstuch, das auf dem Boden lag. „Press das auf die Wunde!“, sagte er dann, drückte das Tuch auf die Wunde und führte Daisukes Hand zum Tuch, damit dieser draufdrückte. Aus dem Ecken des Raumes hörte Akira ein panisches Schreien, Husten und das ganze wiederholte sich. „YASU?!“, fragte Akira und schwang sich wieder über die Bar, bahnte sich einen Weg die zugestellten Stufen hoch und suchte in dem schwarzen Dickicht aus Rauchschwaden nach seinem Kameraden. Er hielt sich einen Arm vor das Gesicht um sich vor den Flammen zu schützen. Bei den Fässern angekommen fand er einen in Flammen stehenden Yasu vor, der dem Boden entlang kroch und die Hand nach ihm ausstreckte. Akira versuchte die Flammen auszuklopfen. Erst als er fertig war, bemerkte er, dass Yasu reglos da lag. In Panik suchte Akira den Weg zurück zur Bar und stürzte dabei die Stufen hinunter. Die Sicht vernebelte sich schon vor ihm. Wenn er nicht bald frische Luft atmen konnte würde er ersticken. Er schwang sich wieder hinter die Bar sobald er diese gefunden hatte. Daisuke hockte noch immer dort am Boden. Er hatte einen Rum und zwei Gläser in der Hand. Er erkundigte sich nicht nach Yasus Gesundheit. Womöglich konnte er an Akiras Gesichtsausdruck bereits erkennen was Sache war. Er schenkte ein und reichte eines der Gläser an seinen Bruder. „Worauf stossen wir an?“, wollte Daisuke wissen. „Auf unseren selbstlosen Auftritt?“, sagte Akira. „Soll mir recht sein.“, sagte Daisuke, die Gläser berührten sich und die beiden tranken das Glas in einem Zug aus. „Buah! Heisser Rum schmeckt scheusslich.“ Die beiden lachten so gut es ihnen noch möglich war. Dann seufzte Daisuke. „Tut mir leid, dass ich dich in diese Lage gebracht habe.“ „Dafür habe ich mich selbst entschieden.“, sagte Akira. „Wir sehen uns auf der anderen Seite, Bruder.“, meinte Daisuke. „Ja, wir sehen uns.“, sagte Akira, und die zwei stiessen die Fäuste aufeinander. „Du warst der beste Bruder, den man sich hatte wünschen können.“, sagte er, war sich aber nicht sicher, ob sein Bruder ihn noch hören konnte. Jetzt war nur noch er übrig. Er fühlte sich einsam, wischte sich das Wasser aus den Augen und merkte, wie dabei seine Augen nur noch mehr zu brennen begannen. Wütend warf er das leere Glas gegen die Bar, raufte sich durch die Haare, stand auf und hustete sich Richtung Eingang. Dann schnappte er sich einen der feindlichen, gefallenen Agenten und zog ihn zur Bar zurück. Er zog sich um und stolperte dann, verkleidet als Weltregierungs - Agent, zum Ausgang. Kaum war er an der frischen Luft, zog er auch schon gierig den Sauerstoff in seine Lungen, nur um dann den eingeatmeten Rauch herauszuhusten. Er stolperte ein paar Meter, und sah wie die Gewehre auf ihn gerichtet waren. "Ein Überlebender! Nicht schiessen! Holt einen Sanitäter her, aber plötzlich!", rief jemand. Unter Husten und Brechreiz brach Akira zusammen, wurde aber bald schon von ein paar Soldaten und einem herbeieilenden Sanitäter aufgesammelt und in ein Lazarett getragen. "Macht Platz! Aus dem Weg!", riefen sie. Es kam Akira weit entfernt und dumpf vor, obwohl es einer der Agenten war, die ihn stützten. Hinter ihm warteten die Agenten darauf, dass die Bar ausbrannte und sie die abgebrannte Bude stürmen konnten. Der Tod wird noch eine Weile auf Akira warten müssen.

”Rivalry”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco
11:30 Uhr


„Eine Bar anzuzünden, während sich noch Männer darin befinden. Das sieht diesem Nakamaru ähnlich!“, sagte ein Arzt und versorgte nicht nur die Wunden des Kampfes, sondern sah sich auch Akiras Rücken an. „Mit den Wunden am Rücken hätten sie gar nicht mehr weiterkämpfen dürfen! Wer hat sie denn wieder an die Front geschickt?!“, fragte er und wechselte die Bandagen. Akira sagte ihm wahrheitsgetreu, dass er selbst wieder an die Front wollte. Er verschwieg dem Arzt aber, dass er auf der anderen Seite der Front gestanden hatte. „Das wird Narben geben.“, sagte der Arzt kopfschüttelnd. Akira, schwarz vom Rauch, musste regelmässig husten. Er hockte auf dem Bett eines Feldlazaretts. „Sie können Nakamaru nicht leiden?“, wollte Akira schliesslich wissen. „Nakamaru schätzt seine Soldaten, solange sie ihm etwas nützen. Seiner Ansicht nach sollten Sanitäter mit Schützen ausgetauscht werden, weil verwundete Soldaten keine zweite Chance verdient hätten.“ Anscheinend hatte noch niemand bemerkt, dass Akira nicht zur Weltregierung gehörte, was wohl an seiner Verkleidung lag. Trotzdem hatte er das merkwürdige Gefühl von einem Augenpaar beobachtet zu werden. Im Lazarett befanden sich acht weitere verwundete Männer und zwei weitere, überforderte Ärzte. Akiras Magen knurrte. „Hungrig? Warte hier, ich besorge dir etwas zu Essen, damit du schneller zu Kräften kommst. Der Arzt erhob sich und verschwand aus dem Lazarett. Es war schon beinahe Mittag, aber Akira hatte keinen Appetit. Viele seiner Kameraden hatte er noch nicht einmal einen Tag gekannt, aber es kam ihm vor als hätte er Freunde fürs Leben verloren. Am meisten schmerzte ihm aber der Tod seines Bruders. Kurz nachdem der Arzt verschwunden war, stand auch Akira auf, schnappte sein Gewehr, das neben ihm an die Wand gestellt war und schnallte sich sein Schwert um die Hüfte. Auf dem Weg Richtung Ausgang wurde er von einem anderen Arzt aufgehalten. Akira hob die Hand und sagte, er werde an der Front gebraucht und lief am Arzt vorbei, der ihm unverständlich nachblickte. Ausserhalb des Lazaretts blickte sich Akira um, konnte aber nicht finden was er suchte. Er ging zum erstbesten Soldaten und sagte: „Ich suche die Gefangenen von der Bar. Weisst du, wo ich die finde?“ „Die wurden vor ein paar Minuten abgeführt. Da lang.“, antwortete dieser und deutete mit der Hand in Richtung Bayview Lane. Akira bedankte sich und machte sich auf in besagte Richtung. Er hatte die Gruppe bald eingeholt. Seine Familie war wie erwartet unter ihnen. Bewacht wurde die Gruppe von drei Soldaten, zwei liefen hinter ihnen und ein Soldat führte die Gruppe an der Spitze an. Akira schloss langsam auf, vergewisserte sich, dass ihn niemand sehen konnte, holte mit dem Kolben seines Gewehres aus und zog dem hinteren der Beiden eins über. Der zweite, erschrocken, wollte sein Gewehr von seinen Schultern nehmen, sein Kiefer machte aber schon Bekanntschaft mit Akiras Gewehrkolben. Beide Soldaten gingen bewusstlos zu Boden. Der Soldat an der Spitze drehte sich um und zog sein Gewehr. Akira war schneller am Abzug. Statt dem Knall eines Schusses war nur ein klicken zu hören. Erschrocken blickte Akira auf die Mündung des Gewehres. Yoshio stiess den Soldaten zur Seite. Überrascht zog der Soldat das Gewehr vor sich um sich zu verteidigen. Akira rannte auf den Soldaten zu und kickte ihm das Gewehr aus den Händen, verpasste ihm eine schnelle linke, trat ihm gegen das Schienbein, klatschte ihm mit beiden Händen flach auf die Ohren und rammte ihm dann seine Handkante in den Hals. Nach Luft ringend ging der Soldat mit einem Pfeifen auf den Ohren zu Boden. „Akira?!“, fragte seine Mutter ungläubig und erfreut gleichzeitig. Akira ging zu ihr hinüber und umarmte sie ohne etwas zu sagen. „Und… Daisuke?“, fragte Yoshio. Akira schüttelte bloss mit seinem Kopf. Hei hielt eine Hand vor seinen Mund. Der Rest der Zivilisten schien keine Ahnung zu haben, was gerade vor sich ging. „Wir sollten später reden. Suchen wir als erstes dein Schiff, Hei.“, meinte Akira. Er wollte sich schon auf dem Weg machen, als ein lauter Knall die Stille durchbrach. Aus den Augenwinkeln sah Akira, wie sich etwas aus Yoshios Brust löste, und dieser danach zu Boden sank. Eine Frau begann zu kreischen, alle anderen waren nicht im Stande etwas zu sagen. Akira drehte sich um. Hinter der Gruppe stand Nakamaru, mit seinen kalten, blauen Augen, die das erste Mal lebendig erschienen. In seinem ausgestreckten Arm hielt er eine Pistole aus der Rauch aufstieg. „Ich habe euch versprochen, wenn ihr euch ergebt wird niemandem etwas geschehen, und ich hatte vor mein Versprechen zu halten. ABER… ihr habt euren Teil der Abmachung nicht eingehalten.“ Ai kniete sich neben Yoshio und stütze den Kopf ihres Geliebten auf ihren Oberschenkeln ab, während Hei auf die Wunde drückte um den Blutfluss zu stillen. Die Kugel war durch die Brust gedrungen und Yoshio blutete stark. Als der Schock nachliess fingen mehr Leute an zu schreien. „RUHE!“, schrie Nakamaru und die Schreie wichen einem ängstlichen Wimmern. „Ich will, dass ihr ruhig bliebt und keine Dummheit macht. Wenn ihr eine Dummheit macht, wird meine Pistole diese Dummheit beenden. Wenn ihr einen Laut von euch gebt, wird auch meine Pistole laut. Und wenn ihr versucht wegzurennen, rennen meine Kugeln schneller.“ Nakamaru blickte jedem in die Augen ehe er die Pistole runternahm. Er ging langsam auf Akira zu. „Du hast Glück, dass wir schon weit hinter unseren Linien sind, sonst hätten diesen Schuss haufenweise Soldaten gehört. Mir soll es recht sein, wir regeln das jetzt unter uns beiden. Du hattest schon einmal die Möglichkeit dich zu ergeben. Du hast deine Chance weggeworfen.“ Nakamaru verstaute seine Pistole in seinem Holster und erhob seine Eisenstange. Akira warf das leer geschossene Gewehr beiseite, holte seine Musikschnecke aus der Tasche, wählte einen Song und steckte sich die Augen der Schnecke in die Ohren. Er zog sein Schwert und trat Nakamaru gegenüber.
Airbourne - Rivalry:
 
Nakamaru und Akira standen sich gegenüber, Eisenrohr und Schwert gegeneinander gerichtet. Die Grabsteine an Nakamarus Rohr stiessen im Wind gegeneinander und gaben einen metallischen Klang von sich. Die Zeit schien langsamer zu laufen, als alle Blicke auf die beiden gerichtet waren. Akira musste sich beeilen. Wenn sein Vater nicht bald von einem Arzt behandelt wird, drohte er zu verbluten. Akira sprang nach vorne. Er streckte die Spitze seines Schwertes aus. Nakamaru drehte sich zur Seite und schlug Akira aus der Drehung heraus gegen das rechte Knie. Akira sprang zurück. Sein Knie schmerzte stark und Nakamaru grinste. Jedes Mal, wenn er versuchte etwas Gewicht darauf zu verlagern nahmen die Schmerzen zu. Er biss die Zähne zusammen und startete einen weiteren Angriff. Das Schwert hoch erhoben machte er einen Satz nach vorne, täuschte an, drehte das Schwert mit dem Handgelenk nach unten und zielte auf Nakamarus Bein. Nakamaru versuchte den Schlag von oben abzuwehren und fiel auf die Parade herein. Akira erwischte den Oberschenkel und schlitzte Nakamuras Hose auf, die sich bald darauf rot tränkte. Wütend raste Nakamaru nach vorne. Akira kickte ihm gegen die Brust, ignorierte sein eigenes Knie, und liess sein Schwert folgen. Nakamaru wahrte sein Gelichgewicht, schlug das Schwert aus dem Weg und trat noch näher, warf sein Stahlrohr um Akiras Nacken, packte es an beiden Enden und zog Akiras Kopf nach unten gegen sein Knie. Akiras Nase schmerzte. Er kam wieder hoch, wurde aber wieder nach unten gezogen. Er machte ein zweites Mal Bekanntschaft mit dem Knie und schaffte es unter dem Stahlrohr hindurch zu schlüpfen. Sein Schädel dröhnte und seine Sicht war verschwommen. Unklar sah er das Rohr auf sich zurasen und lenkte es mit seinem Schwert ab. Das Rohr hatte eindeutig mehr Masse als sein Schwert und er musste sich anstrengen das Schwert nicht aus den Händen zu verlieren. // Mordhau! //, dachte Akira und griff das Schwert verkehrt herum beidhändig an der Schneide, den Griff gegen Nakamaru gerichtet. Wie mit einem Streitkolben parierte er Nakamarus Angriffe und fing die Eisenstange mit seiner Parrierstange ein, zog Nakamaru zu sich und stiess mit dem Knauf zu. Nakamaru wurde im Auge getroffen. Akira setzte nach und schmetterte die Parrierstange gegen Nakamarus Schläfe. Das Knacken von Knochen war zu hören, doch Nakamaru kippte noch nicht um. Akira zog das Schwert zu sich und löste einen Teil des Schädelknochens, der nun nur noch von einem Fetzen Haut getragen an Nakamarus Kopf herunterhing. Vorsichtig griff Nakamaru danach und zog es mit einer raschen Bewegung von seinem Kopf, hielt es sich vor die Augen und blinzelte stark. Wütend warf er es zu Boden. Erst jetzt merkte Akira, dass er selbst stark aus der Nase blutete. Sein Kopf pochte. Beide waren angeschlagen und hatten Mühe auf den Beinen zu blieben. Nakamura machte einen Schritt nach vorne, schlug mit seinem Rohr gegen Akiras Schwert und verbog es. Das Rohr raste auf Akiras Kopf zu. Er blockte mit seinem Unterarm. KNACK! Das Rohr raste erneut auf seinen Kopf zu. Akira bückte sich, bekam Nakamarus Kronjuwelen zu sehen und packte zu. Nakamaru schrie. Akira riss einen Grabstein von der Eisenstange, packte ihn wie ein Messer und rammte ihn mehrmals in Nakamarus Kopfwunde bis dieser umkippte. Dann sank auch er an der Häuserwand zu Boden. Die Musikschnecke spielte ihren nächsten Song. Die Leute um ihn herum, welche ihn erschrocken ansahen, blendete er aus. Nacheinander verschwanden alle in den Gassen und machten sich aus dem Staub.
Metallica – Fade to Black:
 
Er brauchte einen Moment um zu Atem zu kommen. Vorsichtig berührte er seinen Unterarm, was ihm unsägliche Schmerzen bereitete. Die Speiche war gebrochen, vielleicht auch die Elle. Dann kroch er zu seinem Vater. Er sah blass aus und sein Atem war schwer und leise. Er schwitzte und presste nicht mehr auf seine Wunde. Traurig sah Akira auf zu seiner Mutter. Ihr liefen Tränen über die Wangen. „Akira… ist Akira in Ordnung?“, fragte Yoshio, der gegen den Himmel starrte. Seine Augen sahen glasig und leblos aus. „Ich bin hier, Vater.“ sagte Akira. Die Augen seines Vaters suchten nach ihm, konnten ihn aber nicht finden. „Gut. Das ist gut. Ich bin stolz auf dich.“ Yoshio hatte Mühe zu sprechen. Akira kamen die Tränen. Er begann zu schluchzen. Ihm schmerzte der ganze Körper. „Sehr stolz.“, wiederholte Yoshio. Er lächelte zufrieden und schloss seine Augen.

”Unknown Waters”
Mercatura – Insel des Handels
Komerco
12:06 Uhr


„Ich bleibe hier bei deinem Vater.“, sagte Ai. „Mum…“, versuchte Akira und wischte sich vergebens das Wasser aus den Augen. „Jemand muss sich um das Grab kümmern. Und was soll deine Freundin sagen, wenn auf einmal keiner mehr da ist. Du weisst noch nicht einmal ob es ihr gut geht!“, sagte Ai. „Du hast Recht, ich sollte bleiben.“, sagte Akira überzeugt.
„Kommt nicht in Frage. Nach allem was du getan hast, schicken sie dich nach Impel Down.“ sagte Ai.
„Das glaube ich nicht.“, sagte Akira.
„AKIRA! Ich weiss dich lieber in Sicherheit als im Impel Down.“, sagte Ai.
Akira blieb still.
„Hei, nimm Akira mit und verschwinde von hier.“, sagte Ai. Akira umarmte seine Mutter ein letztes Mal und machte sich mit Hei auf den Weg. Sie eilten den Pier entlang, bis sie Hei‘s Schiff erreichten. Auf dem Schiff befanden sich zwei Agenten, welche Hei’s Mannschaft bewachten. „Wie werden wir die Aufpasser los, ohne dass sie Alarm schlagen?“, wollte Hei wissen. „Akira hatte sowohl Gewehr als auch Schwert verloren, und konnte mit einem gebrochenen Arm und angeschlagenen Bein auch nicht mehr kämpfen. Er hatte es schwer genug nicht einfach umzukippen. Er trug aber noch immer die Uniform der Weltregierung. „Los, ich habe eine Idee.“ Akira schubste Hei auf das Schiff, welcher den Gefangenen spielte. Akira, blutend und mit gebrochenem Arm, fuhr die beiden Agenten wütend an. „Verdammt noch mal, DAS KANN JA NICHT WAHR SEIN! Den ganzen Tag habt ihr nicht mehr zu tun als ein paar Seeleute zu bewachen und dann lasst ihr den Gefährlichsten von ihnen entwischen?! Und ich darf mich grün und blau prügeln lassen um ihn wieder einzufangen?!“ Die Soldaten blickten Akira ungläubig und fragend an. Akira schubste Hei wütend nach vorne, der in Richtung Soldat stürzte und ihn mit sich zu Boden riss und auf ihn einzuprügeln begann. Der zweite versuchte Hei von seinem Kameraden runterzureissen, aber die gefesselten Matrosen standen bereits auf und warfen sich auf ihn. Ihre Hände waren auf den Rücken gefesselt, was sie aber nicht davon abhielt mit ihren Beinen zuzutreten. Akira schnappte sich ein Messer von den Soldaten und begann die Fesseln zu kappen. Dann wurden die Agenten über Bord geworfen. „ANKER LICHTEN! SEGEL SETZEN! LEGT EINEN ZACKEN ZU LEUTE!“, schrie Akiras Grossvater. Sie mussten so schnell wie möglich von der Insel. Die zwei Agenten, die unfreiwillig von Bord gegangen waren, schwammen derweil zum Ufer und riefen nach Verstärkung, die nach einer Weile im Hafen eintraf und mit Gewehren auf das Schiff anlegte. Unter Beschuss schaffte es die Gruppe Seeleute aus dem Hafen und sie befanden sich bald auf offener See. Akira blickte zurück auf seine Heimat, die in der Ferne kleiner wurde.
Avenged Sevenfold – So Far Away:
 
Er dachte an seinen Bruder, seinen Vater, seine Mutter und nicht zuletzt an seine Freundin. Dann dachte er an alle neuen Freundschaften, die er geschlossen hatte, und die ein jähes Ende gefunden hatten. Kichiro, Ume, Yuuto, Yasu, Ayuru, … hatte er sie im Stich gelassen? Hätte er wie sie auch sein Leben lassen und bis zuletzt weiterkämpfen sollen? Hätte er ihnen helfen können? Hätte er mehr tun können? Warum sollte ausgerechnet er überlebt haben, während alle anderen um ihn herum starben? Während sie alle ihr Leben für ihre Heimat gegeben hatten, liess er einfach alles hinter sich und floh? Ihn plagten Zweifel während er Rauchsäulen von Häusern gegen den Himmel steigen sah. Die Stadt auf der Insel brannte hier und dort. Explosionen stiegen gegen Himmel und dicke Rauchschwaden trübten den Himmel dunkel. Akira beobachtete, wie die Trümmerteile auf der Oberfläche aufschlugen und mit einem riesigen krachen haufenweise Staub aufwirbelten. Der Kampf würde bald enden. Der Sieger war seit geraumer Zeit bekannt. Mercatura hatte vielleicht die Mittel, aber nicht die Kampfkraft um sich gegen die Weltregierung zu behaupten. Wie viele Opfer es wohl gab? Wie viele zivile Opfer? Akira warf letzte Blicke auf die Insel, welche mehr als zwanzig lange Jahre sein Zuhause war. Von der Insel war bald nichts mehr zu sehen. Der Schiffsarzt kam zu Akira und verarztete ihn. „Ich kann dir eine Schlinge für den Arm geben, aber richtig behandeln kann ich deinen Arm erst auf dem Festland. Die Weltregierung hat unsere Medizinvorräte eingezogen.“, sagte er. „Wo segeln wir hin?“, wollte Akira wissen. „Königreich Katatsumuri. Mir gehört ein Haus dort.“, antwortete sein Grossvater, der gerade mit einer Flasche Rum auftauchte und sie Akira reichte. Hei bemerkte Akiras fragenden Blick. „Ein guter Seemann weiss seinen Schnaps zu verstecken.“, sagte er. Akira nahm einen grossen Schluck, und er merkte wie seine Schmerzen nachliessen.
Rise Against – Survivor Guilt:
 

”Brave New World”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
07:00 Uhr


Spoiler:
 
Die Insel der Schnecken, oder auch als Katatsumuri bekannt, war mit Mercatura nicht zu vergleichen. Das ganze Jahr über weicht die Temperatur Tagsüber nicht stark von 24 °C ab. Nachts ist es mit 12 °C leicht kühler. Auf der flachen Insel zieren Gärten die Landschaft. Die einzigen Pflanzen auf der Insel sind Salate und vereinzelt Gemüse. Diese gibt es aber reichlich und in allen Varianten und Grössen. Bäume aus Karotten, Tomaten und Lollo Rosso, Rasenfelder aus Kopfsalat, Feldsalat, Chicorée und Römersalat, oder einer beliebig anderen Salatsorte. Das Auffallendste der Insel war aber die Tierwelt. Zu finden sind hier nicht nur Schnecken in allen Grössen, Farben und Sorten, sondern auch die berühmten Teleschnecken und ihren Artgenossen. Die allbekannten normalen Teleschnecken, Baby-Teleschnecken, mobile Teleschnecken, Kopfhörer-, Öffentliche, Schwarze, weisse, gehörnte Teleschnecken, Überwachungsteleschnecken, Projektorteleschnecken, Kamerateleschnecken, Lautsprecherteleschnecken, usw. Jede Schnecke die es auf der Welt gibt hat hier ihren Ursprung. Mit zwei Ausnahmen: Goldene und Silberne Teleschnecken werden gut bewacht ausschliesslich auf einer nahegelegenen Insel der Marine gezüchtet. Die Lasttiere und Transportmittel sind ebenfalls Schnecken. Sie sind alles andere als schnell, kriechen aber nicht so langsam wie ihre Artgenossen. Mit Marschtempo können die Schnecken nicht mithalten. Das Leben auf Katatsumuri ist langsamer, ruhiger als in den umliegenden Gewässern. Man hastet nicht und Stress wird verpönt. Regiert wird die landwirtschaftliche Insel durch die junge Königin Camila, oder genauer gesagt durch ihren vertretenden Regenten, weil die Königin noch nicht volljährig ist. An ihrem Hof lebt der Adel, welcher durch Privilegien einen höheren Stand einnimmt als die übrige Bevölkerung. Alle Gebäude einschliesslich des Palastes sind aus riesigen Schneckenhäusern gebaut. Neben Schnecken trifft man auf Katatsumuri keine Tierarten an. Somit sucht man in Restaurants und beim Einkauf vergebens nach Fleisch. Das einzige, was auf Katatsumuri zum Essen angeboten wird sind Salate, Gemüse und Schnecken in unterschiedlichen Zubereitungsmethoden und Varianten. Gehandelt und in die grosse, weite Welt verkauft werden die Schnecken über die Handelsgilde, die auf der Insel ein hohes Ansehen geniesst. Aufgrund eines Zwischenfalls mit der Marine wird die Insel von eigenen Wachen beschützt. Das Gewässer rund um die Insel liegt aber im Zuständigkeitsbereich der Marine. Das kulinarische Angebot auf Katatsumuri ist recht bescheiden.
Neues Lied?
Das Schiff legte an einem sonnigen Tag in der Hafenstadt an. Akira roch die Seeluft und beobachtete das Treiben im Hafen. Es gab viele Schiffe im Hafen, allesamt Handelsschiffe. Vieles sah anders aus als auf Komerco. Es war weniger prunkvoll, weniger Beton und Asphalt und es gab mehr Grünflächen als auch kleinere Häuser. Die Häuser stachen ihm besonders ins Auge. Sie bestanden aus den grössten Schneckenhäusern, die er je gesehen hatte. Sie besassen die Grösse eines Einfamilienhauses oder waren gar grösser. Kisten wurden von Wagengrossen Schnecken an den Hafen gebracht und auf die Schiffe verteilt. Akira sass auf einem Holzfass und berührte behutsam seinen gebrochenen Arm, den er noch immer in einer Schlinge trug. Schnell liess er den Arm wieder los. Sein Knie schmerzte zwar noch, wenn er darauf stand, wird aber von alleine wieder heilen. Seine Musikschnecke hockte auf seiner Schulter und sang ein paar Seemannslieder. Die Mannschaft zog mit mehreren einstimmigen „Hau…Ruck“ die Segel hoch und warf den Anker. Während Akiras Grossvater mit dem Hafenmeister sprach, sah sich Akira im Hafen um. Von den Bauern erfuhr er, dass sie den Grossteil ihrer Ernte als Steuern abgeben mussten, und dass sie ihre Felder nicht selbst besassen, sondern diese Pachten mussten. Kurze Zeit später verliessen Akira und sein Grossvater den Hafen. Die Crew blieb im Hafen zurück. Zentral in der Stadt gelegen befand sich ein grosser, prunkvoller Platz mit Brunnen und ein durch Mauern geschützter Palast. Akiras Vater sah angeschlagen aus. Die letzten paar Tage waren schwer für ihn.
Seit langem wurde Akira richtig verarztet. Zwei lange Tage hatte er mit einem gebrochenen Arm darauf gewartet, versorgt zu werden und hatte während dessen seine Schmerzen und Sorgen mit dem Alkoholvorrat des Schiffes ertränkt. Nun befand er sich im Krankenhaus und bekam einen Gips und Schmerzmittel verpasst. Die Krankenschwester bestand darauf, dass Akira zur Sicherheit eine Nacht lang im Spital bleibt, Akira weigerte sich aber. Hei’s Haus befand sich am Stadtrand. Es war keine schlechte Wohnung und Hei hatte ein Konto bei einer Bank in der Nähe, sodass sie nicht ganz ohne Geld auskommen mussten. Im Erdgeschoss des Schneckenhauses befand sich ein Laden, in dem Akiras Grossvater allerlei Schnecken verkaufte. Normalerweise segelte er aber mit seiner Crew von Insel zu Insel und verkaufte seine Schnecken vor Ort. Noch am selben Abend jedoch ging Hei zum Hafen zurück und erklärte seiner Crew, dass er nicht mehr im Stande sei zu segeln. Als Grund gab er sein Alter an, was Akira aber bezweifelte. Akira selbst war nicht nur gesundheitlich angeschlagen, sondern hatte auch mit seinen eigenen Sorgen zu kämpfen. Er machte selten ein Auge zu. Vom Krieg gezeichnet schrak er beim kleinsten Geräusch auf. Die Bilder des Krieges und die Gefallenen verfolgten ihn im Schlaf und machten ihn für ihren Tod verantwortlich. Tags über beschäftigte er sich damit, Hei im Laden auszuhelfen. Die Arbeit half ihm sich abzulenken. Trotzdem hatte er das Gefühl nicht mehr er selbst zu sein. Eines Abends lief er die Hauptstrasse entlang, als ihn ein „Psssst.“ umblicken liess. Er blickte in eine Nebengasse, wo sich ein Mann mit Kapuzenjacke aufhielt. Er winkte Akira zu sich hinüber. „Du siehst scheisse aus.“, sagte er. Akira blickte ihn an, schüttelte genervt den Kopf und wollte weitergehen. „Nein ehrlich. Du siehst übel aus, Mann. Komm etwas näher, ich will nicht so laut reden.“, fuhr er fort und Akira kam näher, sodass sie beinahe miteinander flüstern konnten. „Ich kenne diesen Blick, Mann. Die Augenringe, die Müdigkeit, der Stress… üble Sache, Alter. Ging mir mal genauso. Dann steht da an der Ecke so ein Typ und winkt mich zu sich, so wie ich dich jetzt. Der gab mir das hier.“, er holte eine Tüte mit weissem Pulver hervor. „Und jetzt sieh mich an. Keine Augenringe, gut gelaunt und BAM! Voll da.“ „Ich nehme keine Drogen.“, sagte Akira und entfernte sich. „Hey, Alter. Komm schon. Versuchs doch wenigstens. Eine Tüte hat noch keinem geschadet. Ich geb dir den ersten Trip gratis. Wenn’s dir gefällt, komm wieder. Wenn nicht, hast du nichts verloren.“ Akira blickte ihn an. Der Mann im Mantel hielt ihm die Tüte entgegen. Akira musterte ihn. Er sah vollkommen entspannt aus. Offene Haltung, kein hämisches Grinsen, nichts. Vielleicht wollte er wirklich nur helfen. Akira wollte ruhig schlafen können. Wenigstens einmal. Manche Medikamente bestanden auch aus Drogen. Normale Medikamente konnten auch abhängig machen. Vielleicht half es ihm wirklich weiter? Es war schliesslich nur ein Mal. Er streckte die Hand aus und griff nach der Tüte.
Akira lag inmitten einer Wiese. Es war etwa drei Stunden her, seit dem Akira seine Nase bepudert hatte. Die erste halbe Stunde merkte er gar nichts, und er dachte der Typ an der Ecke habe ihn nur verarscht. Dann wurde alles Farbenfroher. Er konnte die Welt verstehen. Er war das erste Mal seit Tagen wieder glücklich. Das Gras um ihn herum ragte bis zum Himmel und er sah ein Muster, das ihn verstehen liess, warum und wie das Gras wuchs. Das Gras war nicht nur grün, sondern Violett, Blau, Rot und Gelb. Seine Musikschnecke hockte auf seinem Bauch und freute sich, dass es ihrem Herrchen wieder besser ging.
The Beatles – Lucy in the Sky with Diamonds:
 

Einen Monat lang nahm Akira das Zeug jetzt schon. Was ihm anfangs half zu entspannen, liess ihm jetzt auch keine Ruhe mehr. Seine Alpträume waren zurück und er musste immer grössere Mengen zu sich nehmen um seinen Ängsten zu entfliehen, wenn es denn überhaupt half. Seine Musikschnecke war umso besorgter um ihn und versuchte die Beutel aus seiner Tasche zu werfen, um ihn vom Zeug fernzuhalten, was ihn wütend machte. Er hatte Probleme mit seinem Grossvater und war mit seinem Leben am Ende. Er wünschte sich, damals an der Seite seines Bruders gestorben zu sein. Heute nahm er eine solche Menge seiner „Medizin“, dass er das erste Mal eine Nahtoderfahrung machte.
Five Finger Death Punch – Wrong Side of Heaven:
 
Er raste durch einen Tunnel aus Licht, während alles um ihn herum stillstand. Er sah ein helles Licht vor sich erscheinen, das zu ihm sprach. „Siehst du nicht, auf welchen Pfad du dich begeben hast? Du enttäuschst mich!“ Akira verstand nicht. Er blickte umher, und sah wie er selbst mit Blut überdeckt war. Seine Arme wiesen zahllose Schnittwunden auf. Das Licht stellte ihm dieselben Fragen, die er sich so oft stellte. Was hatte er getan? Was war aus ihm geworden? Akira traute sich nicht zu antworten, denn unterbewusst kannte er die Antwort. Der Tunnel löste sich auf und Akira stürzte in die Tiefe, doch anstatt auf dem Boden aufzuschlagen brach er hindurch und landete auf heissem Steinboden Meilenweit unter der Erde. Ein abscheuliches Geschöpf aus den Tiefen der Hölle wandte sich ihm zu. Zwei Stockwerke gross, aschgraue, eingefallene Haut und eine Art Krone auf dem Kopf. „Kehrt zurück! Was wollt ihr hier! Ihr habt hier nichts verloren, Sterblicher… noch nicht jedenfalls, es sei denn ihr ändert euren Pfad.“, sagte die Gestalt, und hatte Mühe einen dreiköpfigen Köter an der Leine zu halten. „Schweig still, Minos! Dieser Sterblicher ist hier, weil ich ihn herbestellt habe!“, sprach eine zweite Gestalt mit dunkelblauer, beinahe schwarzer Haut, muskulös, unmenschlich gross, ein mit Narben übersäter Körper, glühend orange Augen, zwei langen Hörnern und Beine einer Geiss. „Ich habe gefallen an dir gefunden, Sterblicher. Du wirst mir neue Kundschaft an die Tore bringen. Mehr als du dir vorstellen kannst. Es juckt mich schon unter den Fingern. Was mich aber am meisten interessiert zu wissen ist, wo du letzten Endes enden wirst. Hier…“, die schwarze Gestalt zeigte auf den Boden, „oder dort.“, die schwarze Gestalt zeigte nach oben. „Doch sei dir gesagt. Was dir auch wiederfahren ist, oder wiederfahren wird, ist nicht meine Schuld. Dieses Mal bin ich nur der Zuschauer und verfolge das Schauspiel. Abhängig wie du dich schlägst sehen wir uns in einigen Jahrzehnten wieder.“ Akira wandte sich ab. Er fühlte sich der abscheulichen Gestalt unheimlich ähnlich. Ihn überkam eine Übelkeit. Alles vermischt sich zu einem Farbendurcheinander, verschmolz zu Grautönen und er stürzte in Dunkelheit. „Letzte Chance.“, hallte es durch seinen Kopf und er erwachte schweissgebadet auf der Wiese. Er rieb seinen Kopf in seinen Händen, blickte hinüber zu seiner besorgten Musikschnecke und sagte: „Ich bin zurück.“ Er machte sich auf den Weg nach Hause. Diesen Abend setzte er sich an einen Tisch, nahm Stift und Papier zur Hand und schrieb das erste Mal seiner Mutter. Dann schrieb er einen zweiten Brief, an seine Freundin gerichtet.

Meine Liebste
Ich vermisse dich seit der letzten Nacht, in der wir zusammen waren.
Die Zeit an deiner Seite werde ich nie vergessen, wie lange es auch dauern wird und was auch kommen mag.
Manchmal frage ich mich, ob ich es riskieren soll zu dir zurückzukehren.
Ich habe diesen Brief schon vier Mal gelesen und neu geschrieben.
Wahrscheinlich lese ich ihn weitere vier Mal, bis ich ihn endlich abschicke.
Jeden Abend sitze ich hier,
blicke auf ein Bild von uns beiden und bekomme jede Minute mehr Heimweh.
Das Bild ist momentan mein Wertvollster besitz, und ich würde es gegen nichts in der Welt eintauschen,
ausser gegen dich, natürlich.
Ich kann nicht aufhören an dich zu denken.
Ich wünsche mir, ich könnte Zuhause, bei dir, sein.
Ich will diesen Ort verlassen, egal auf welche Weise, aber
Die Dinge sehen im Moment nicht gut aus, denke ich.
Der Krieg hat für viele alles über den Haufen geworfen.
Ich fühlte mich in meinem Leben nie so einsam wie in diesem Moment.
Ich bin hoffnungslos verloren ohne dich.
Ich hätte nie gedacht, dass man jemanden so vermissen kann wie ich dich gerade vermisse.
Ich hoffe es dauert nicht allzu lange, bis ich dich wiedersehe.
Grüss deine Familie von mir, ich hoffe sie haben den Krieg gut überstanden.

Alles Gute
Dein Akira


Poison – Life Goes On:
 




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Akira Yagami
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Zuletzt von Akira Yagami am Di Mai 22, 2018 9:51 pm bearbeitet; insgesamt 12-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Do Apr 05, 2018 6:12 pm





”Network”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
--:-- Uhr


Akira erholte sich nicht schnell, aber gut. Eine Sucht wird man nicht innert Tagen los, und so litt Akira noch an den Symptomen des Entzugs. Um sich abzulenken und sich zu entspannen kaufte er sich eine Gitarre, auf der er regelmässig spielte. Zu Beginn war es schwierig im alltäglichen Leben Fuss zu fassen, da er noch immer ein Fremder war. Sein Grossvater war aber bereits auf der Insel bekannt, weswegen er den Einstieg in die lokale Händlergilde schaffte, und von da an Vertrauen in der Bevölkerung gewann. Das Geschäft seines Grossvaters blühte mit Akiras Unterstützung richtig auf, was ihn aufgrund seiner Ausbildung nicht überraschte. Seine Beobachtungsgabe, verbunden mit der Fähigkeit Menschen zu lesen liess ihn meistens den niedrigsten Preis zum Kauf eines Produktes und den höchsten Preis zum Verkauf eines Produktes bestimmen. Er hat sich gefragt, wie er aus seiner ehemaligen Sucht einen Nutzen ziehen konnte. Mit einer Idee im Hinterkopf trat er eines Tages wieder an den Dealer seines Vertrauens heran. „He, Mann. Wieder hier? Ich dachte du hättest mich vergessen. Geldprobleme? Du weisst ich kann dir den Stoff auch vorschiessen.“, begann der Dealer, der wie immer seinen Mantel trug. Akira kannte seinen Namen nicht. Er hatte nie gefragt, aber dem Kleidungsstil entsprechend nannte er ihn einfach ‘Sloppy’. „Ich bin clean.“, sagte Akira. „Scheisse zu hören, Mann.“, sagte Sloppy, „und wie soll ich jetzt mein Geld verdienen?“
„Deswegen bin ich hier.“, sagte Akira. Sloppy runzelte sein Gesicht. „Ich brings nicht so mit ehrlicher Arbeit, Alter. Ich hab’s versucht. Hat nicht geklappt.“, meinte er und zündete eine Tüte an, um kräftig daran zu ziehen.
„Halbehrliche Arbeit. Und nicht nur du. Ich brauche dein Netzwerk und alle Obdachlosen die du kennst.“ Sloppy zog die Augenbrauen hoch und zusammen. Er runzelte die Stirn noch deutlicher. Dann blies er langsam den Rauch aus dem Mund. „Was kriegst du alles mit, wenn du den ganzen Tag hier an der Ecke stehst?“, fragte Akira und Sloppy blickte in nachdenklich herum. „Nicht viel. Ein paar Wachen, die Patroulieren, ein paar Typen die vorbeigehen, paar Gespräche mit Geschäftspartnern und Rivalen, nichts von Bedeutung.“ „Nicht für dich. Ich weiss aber gerne, was abgeht. Sag allen Bescheid, sie sollen die Augen und Ohren offenhalten. Wenn dir was Interessantes zu Ohren kommt, steckst du mir die Infos zu. Jeden Abend, zur selben Zeit. Ich bezahle dich und jeden, der mir etwas nützliches liefern kann. Deal?“, sagte Akira. Sloppy überlegte. Er kratzte sich am Nacken. Irgendetwas störte ihn. „Mann, das Ganze auf die Reihe zu ziehen dauert ein paar Tage, und wenn ich meinen Anteil nicht liefere bringen die mich weg.“, sagte Sloppy. „Welcher Anteil? Wovon redest du?“, wollte Akira wissen. „Hör zu, Mann. Ich steh hier schon seit Jahren. In derselben scheiss Gasse. Glaubst du die Aufpasser hier sind blind? Ich zahle ihnen jeden Tag einen Fixbetrag, damit sie mich hier stehen lassen. Wenn ich losziehe und dein Ding drehen soll verpasse ich meine Einnahmen. Siehst du das Problem?“ Akira nickte und überlegte kurz. „Waren sie heute schon hier?“, fragte er. Sloppy schüttelte den Kopf. „Du hörst morgen von mir.“, sagte Akira und ging zurück in den Laden seines Grossvaters. Er sah sich nach einer Fotoschnecke um und verliess den Laden wieder. Er wartete einige Zeit lang an einer Häuserecke, ehe er eine Fotoserie schoss, die Fotoschnecke ihren Mund öffnete und die fertigen Fotos mit einem „Blääääh!“ ausspuckte. Akira schüttelte die Fotos um sie zu trocknen. Zufrieden mit dem Ergebnis ging er nach Hause. Einen Tag später machte er sich auf in eine Bar einer raueren Gegend. Als man in die Strasse einbog konnte man bereits hören, dass es im inneren der Bar schon richtig zur Sache ging. Vor der Bar standen ein gutes Dutzend Harley Snailinson Motorschnecken. Grosse und lange Schnecken, die Stielaugen ragten weit nach oben und das Ende der Stielaugen war schräg nach hinten gebogen wie es beim markanten Harley-Lenker üblich war. Ein kleines Schneckenhaus befand sich ganz am hinteren Ende der Schnecke. Über der Tür zur Bar konnte Akira den Namen des Lokals erkennen. The Katatsumuri MC. Der Türsteher hielt Akira auf. Es war ein bärtiger, gut genährter Mann mit Sonnenbrille und Biker Jacke. Mit ausdrucksloser Miene sagte er: „Das da drin ist nichts für dich, Kleiner.“ und versperrte Akira den Weg. Einer der Gäste flog aus dem Fenster und stürzte sich durch das gleiche wieder nach drinnen. „Wie viel verdienst du in der Stunde? Genug für Frau und Kinder?“, fragte Akira. Der Türsteher schluckte. Akira griff in seine Tasche und hielt dem Türsteher einen Schein hin. Als keine Reaktion folgte griff Akira ein zweites Mal in die Taschen und holte ein paar Berrys mehr raus. Der Türsteher nahm sich die Berrys und öffnete die Tür. „Heul dich nicht bei mir aus.“, sagte er als Akira durch die Tür trat. Akira trat in die Mitte des Raumes, pfiff einmal durch die Finger. Die Schlägerei stellte sich langsam ein und alle drehten sich zu ihm um. Er hielt das Foto nach oben und sagte: „Ich brauche zwei gefährlich aussehende Typen. Je grimmiger desto besser.“ Die Raufbolde näherten sich Akira langsam von allen Seiten. Die meisten von ihnen waren von seiner Anwesenheit nicht sonderlich angetan und zogen wütend die Augenbrauen zusammen. „Leicht verdientes Geld, und die einmalige Gelegenheit zwei korrupten Cops das Geschäft zu vermiesen.“ Die Schläger sahen sich der Reihe nach an. Einer der Männer trat nach vorne und blieb vor Akira stehen. Er trug ein Bandana und ein Chillet aus Jeansstoff. Seine muskulösen, behaarten Arme zeigten Tattoos von Totenköpfen und Motorschnecken. Er nahm Akira das Foto aus der Hand, nickte seinem Kumpel zu und fragte: „Wieviel ist dir der Job Wert?“ Akira grinste und nannte ihm den Preis.
Wie jeden Tag tauchten auch einen Tag später wieder zwei korrupte Ordnungshüter bei Sloppy auf. Doch anstatt einer Bezahlung erhielten die beiden eine Abreibung. Die Schläger warfen den beiden Ordnungshüter Fotos von den beiden an den Kopf, die Akira von ihnen gemacht hatte als sie gestern Sloppy das Geld abnahmen. „Dieses Geschäft geht euch jetzt nichts mehr an. Das ist jetzt Katatsumuri MC revier! Wenn ihr euch hier noch einmal Blicken lässt, lassen wir uns bei eurer Familie blicken, und das Foto wandert zu eurer Dienststelle.“, sagte der Biker mit Bandana. Damit drehten sich die zwei Schläger um und kehrten mit prall gefüllten Taschen zu ihren Motorschnecken zurück. Die Schnecken ahmten den wohlklingenden, wenn auch lauten Sound eines 900 Kubik Motors nach als sie davonkrochen. Dass dieses Revier nun dem Katatsumuri Motorschneckenclub gehörte entsprach jedoch nicht der Wahrheit. Genau betrachtet befand sich der Bezirk nun in Akiras besitz. Von nun an erhielt Akira jeden Abend einen Umschlag mit Informationen zu Kampagnen des Königshauses, Gerüchten aus Kneipen, Infos zu Bauprojekten, Firmen, Farmen, Händlern und wonach sie suchten, etc.


”Gordon, the Iron Knight”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
18:47 Uhr


Die Sonne war bereits hinter dem Horizont verschwunden, als Akira den Laden seines Grossvaters abschloss. Wie jeden Tag hat er bis spät abends auf die Schneckenpost gewartet, welche über Dinge berichtete, die Akira bereits durch sein Netzwerk wusste. So wusste Akira bereits, dass Katatsumuri in einem Schuldenberg zu versinken drohte. Das Problem war nicht, dass sich die Teleschnecken schlecht verkauften. Das Problem war die Haushaltspolitik des Adels. Wie er erwartet hatte, stiegen die Steuern horrende. Die gesellschaftliche Lage drohte zu kippen und Akira brauchte kein Informationsnetzwerk um zu wissen, dass die Bevölkerung unzufrieden war. Die Regierung kommunizierte, dass man das Problem erkenne und an einer Lösung arbeitete.
Um das Inventar des Ladens aufzufüllen hockte er sich auf seine Lastkraftschnecke, setzte seine Musikschnecke Dio auf seine Schulter, liess sie etwas Musik spielen und kroch zu einem Schneckenbauern. Ein paar Fussgänger überholten ihn auf dem Weg dahin. Der Hof lag ausserhalb der Stadt, weswegen er auch an der Industrie und den Baufirmen vorbeikroch. Die Baufirmen auf Katatsumuri fand er interessant, denn anstatt die Häuser an Ort und Stelle zu bauen, züchteten die Baufirmen riesige Schnecken mit häusergrossen Schneckenhäusern. Wer ein Haus bauen wollte, sah sich das Sortiment an und wählte ein Schneckenhaus aus. Dann kroch die Schnecke zur gewünschten Stelle, warf ihr Haus ab, kroch zurück zur Baufirma und machte sich daran ein neues Haus zu wachsen. Beim Hof angekommen klopfte er an die Tür des Bauernhauses. Des Landwirts Frau öffnete und nach einem kurzen Gespräch sagte sie Akira, dass sich ihr Mann im Schneckenhausmobil befand. Das Schneckenhausmobil war nichts anders als ein Wohnwagen. Grundsätzlich nicht viel anders als eine Schneckenkutsche, nur grösser. Akira lief über den Hof, an den vielen Gärten und Schnecken vorbei, und erreichte das Schneckenhausmobil. Der Bauer verliess gerade das Schneckenhaus. Akiras Schnecke sass noch immer auf seinen Schultern und spielte einige Lieder. Der Landwirt tauchte bald darauf auf. „Ah! Guten Abend, Akira. Du bist bestimmt hier, um die bestellten Schnecken mitzunehmen. Wie gefällt dir mein Schneckenhausmobil? Ich denke, dieses Mal habe ich ein wirklich grosses Exemplar züchten können.“ Nicht nur der Hofbesitzer, sondern viele Leute kannten Akira. Seit er Clean war, versucht er sich in das Leben auf Katatsumuri zu integrieren. Er ist der Händlergilde beigetreten und bewirbt sich derzeit für eine Stelle in dessen Vorstand. Neben der Händlergilde hilft er dem Stadtrat aus. Er übernimmt Arbeiten, für die sonst niemand Zeit findet, oder bei denen Unterstützung benötigt wird. Sein letztes Projekt beispielsweise war das weit herum bekannte und alljährliche Schneckenrennen, bei dem Schnecken möglichst schnell eine bestimmte Strecke zurücklegen mussten. Die Rennen gehören primär zur Zuchtauslese, welche die Qualität zukünftiger Schnecken sicherstellen sollen. Akira fand den Anlass nicht sonderlich spannend, das Festival verlief aber reibungslos, weswegen Akira gerne an diesen Tag zurückblickte. An jenem Tag probierte Akira auch das erste Mal die Inselspezialität Katatsumuris: Schneckennudeln, ein ‚Fleisch‘gericht mit Pasta. Akira und der Hofbesitzer wechselten ein paar Worte, während seine Schnecke weiterhin leise Musik spielte und die Musik selber mit einer Gitarre begleitete und mitsang. Der Landwirt und Akira verstauten die Schnecken auf der Lastkraftschnecke, die beiden beendeten das Geschäftliche und Akira wurde zum Essen eingeladen. Einige Zeit später stieg Akira auf seine vollbeladene Lastkraftschnecke und wollte den Hof gerade verlassen. Er war froh, dass man auf Katatsumuri nicht auf seinen Promillewert achten musste. Der Bauer verabschiedete ihn. „Ach übrigens, wenn du deine defekte Musikschnecke auswechseln möchtest, sag Bescheid.“, sagte der Landwirt noch. „Defekt?“, fragte Akira und blickte seine Schnecke an. „Musikschnecken sollten normalerweise nicht mitsingen.“, sagte der Landwirt. „Was machst du denn mit Schnecken, die du nicht verkaufen kannst?“, fragte Akira. „Ach, verkaufen kann ich alle. Ich kenne da ein Restaurant.“, sagte der Landwirt. Akiras Schnecke, sichtlich erschrocken, machte kehrt und kroch auf Akiras Rücken. Entschuldigend, aber dankbar für das Angebot, lehnte dieser ab.
Nachdem Akira die Schnecken in seinem Laden abgeliefert hatte und die Lastkraftschnecke im Garten abgestellt und gefüttert hatte, half er Hei dabei das neue Sortiment einzurichten. Anschliessend besuchte Akira seinen Informanten. Sloppy schien stolz, diesmal etwas Grosses an Land gezogen zu haben. Er übergab Akira den Umschlag mit den Informationen und sagte dabei: „Ich hab für dich gleich Zwei richtig wertvolle Infos, Bro. Zum einen gehen die Gerüchte um, dass die Königin auf dich aufmerksam wurde und dir, … keine Ahnung, ein Jobangebot machen will oder so. Auf jeden Fall sollst du die Scheisse aufräumen, die angerichtet wurde. Wahrscheinlich ist ihr zu Ohren gekommen, dass du in der Handelsgilde beliebt bist, und dass du das Schneckenrennen glatt hast über die Bühne laufen lassen. Die zweite Sache ist so, naja, so ein Typ in Ritterrüstung. Der ist hier kürzlich aufgetaucht und stellt komische Fragen. Scheisse, der will genau so viel wissen wie du, fragt immer was ab geht und was man davon halte, so’n sentimentaler Scheiss oder so.“ „Danke Sloppy. Ich sehe mir das mal an.“, sagte Akira und lief durch die Strassen, während er sich die übrigen Informationen durchlas. In seiner Stammkneipe angekommen setzte er sich an den Tisch seiner Gilde und diskutierte über Geschäfts- und Privatleben. Es war etwa gegen elf Uhr, als die Tür aufging und das Geräusch von Metall Akira umblicken liess.
Gordon:
 
Ein Unbekannter in Plattenrüstung lief an ihrem Tisch vorbei und setzte sich an einen Tisch an der Wand, von wo aus er den gesamten Saal gut im Blick hatte. Obwohl er neugierig war, beachtete Akira den Ritter nicht weiter und trank weiter mit seiner Gilde. Eine halbe Stunde später verliessen er und seine Freunde die Bar und verabschiedeten sich vor der Tür. Er ging ein paar Schritte und hörte die Tür der Bar aufgehen. Metallig klingende Schritte näherten sich ihm. Akira drehte sich um und sah den Ritter hinter sich. Akira wartete auf ihn. Ihm war etwas schwindlig zumute. Als er den Hof des Landwirtes verlassen hatte war er schon angetrunken, und jetzt war er ohne Zweifel betrunken. „Guten Abend. Ich habe sie in dieser Gegend noch nie gesehen. Kommt ihr von weit her?“, fragte Akira. „Zweifellos. Ich segle gerade durch den ganzen West Blue.“, sagte der Ritter, „Diese Insel gefällt mir besonders gut. Sie ist so eigen. Finden sie nicht auch?“ Seine Stimme klang gedämpft und metallig unter seinem Eisenhelm. „In der Tat. Man muss sich erst an das Leben hier gewöhnen.“, sagte Akira. Der Ritter nickte. «Ihr seid bekannt im Königreich, habe ich recht? Euer alter Herr führt einen Laden, nicht? Vielleicht komme ich einmal vorbei.», sagte der Ritter. Dann fragte er: „Aber wie ich hörte geht es dem Königreich nicht sonderlich gut?“, fragte der Ritter. „Das ist wohl wahr. Jemand sollte etwas dagegen unternehmen.“, sagte Akira. „Ich kenne die Situation von anderen Inseln. Es gibt nur wenige, die den Mut haben was sie denken in die Tat umzusetzen. Ihr solltet auf der Hut sein, denn die Obrigkeit mag Leute wie sie nicht besonders. Leute wie sie verunfallen gerne mal plötzlich.“ Akira war sich nicht sicher, ob das eine Drohung oder eine Warnung sein sollte. „Ist das so, äh, wie war nochmal euer Name?“, fragte er. „Oh, entschuldigt mich. Man nennt mich Gordon, der Eiserne. Ehrlich gesagt suche ich nach einer Bleibe und bin nicht in der Lage lange in einer teuren Taverne zu verweilen. Ihr seid ein bekannter Mann auf dieser Insel. Kennt ihr eine Unterkunft für einen edlen Ritter?“, fragte der Ritter Gordon. „Im Moment fällt mir nichts ein, aber wenn mir etwas zu Ohren kommt melde ich mich.“ sagte Akira. Dann verabschiedete er sich und ging. Er war sich unschlüssig, was er von dieser Unterhaltung halten sollte. Genauso unschlüssig war er sich, ob er Gordon aus dem Weg gehen sollte, oder ihn nahe bei sich halten sollte um ihn besser zu beobachten.

”Game of Thrones”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt


Diesen Morgen hat sich die Information seines Netzwerkes bestätigt. Als Akira einer Sitzung der Händlergilde beiwohnen wollte, wurde ihm mitgeteilt, dass die Königin nach ihm schicke. Eine Königin lässt man ungerne warten, weswegen sich Akira unverzüglich auf den Weg zum Schloss machte. Ihm vielen neue Plakate auf, die überall an den Wänden hingen. „Die Wahrheit über Ohara“ konnte Akira auf einem der Plakate lesen, interessierte sich aber nicht weiter dafür. Er schüttelte bloss den Kopf und lief weiter. Wenig später erreichte er den Palast. Die Parkanlage des Palastes sah nicht schlecht aus. Gepflegte, grüne Wiesen mit Büschen und Blumenbeeten aus unterschiedlichen Salatsorten und Wege aus leeren Schneckenhäusern anstelle von Kieselsteinen. An einem Tisch sass eine Magd und ass gerade eine Scheibe Brot mit einem Honigähnlichen Aufstrich, der aus Schnecktar gewonnen wird.
Ein Diener begleitete Akira auf dem Weg zum Thronsaal, in dem die junge Königin sass. Sie war vielleicht sechzehn Jahre alt. Ihre kurzen Beine hingen in der Luft und berührten den Boden nicht. Der Regent stand zu ihrer Seite. «Akira Yagami. Ihr habt nach mir verlangt euer Ehren.», sagte Akira, beugte das Knie und senkte den Kopf. „Nicht doch, nicht doch! Erhebet euch!“, sagte die Königin und Akira tat wie geheissen. „Nun, ihr fragt euch sicherlich, warum ich zu solch früher Stunde nach euch habe schicken lassen. Seit geraumer Zeit war ich auf der Suche nach jemandem mit euren Fähigkeiten. Regent Tarren hier neben mir war nicht im Stande jemanden wie euch zu finden.“, sagte die Königin und blickte etwas enttäuscht zu ihrem Regenten hinüber. Dieser machte einen unzufriedenen Eindruck. „Ihr habt das Schneckenrennen vorzüglich organisiert, und nicht nur der Adel, sondern auch das Volk hat Gefallen daran gefunden. Das Volk scheint aber gerade in letzter Zeit weniger Gefallen an mir und meinen, oder besser gesagt an den Entscheidungen des Rates zu finden.“ Die Königin machte eine Pause. Akira verhielt sich ruhig. Er wusste bereits was kommen würde. „Ich bitte euch, die Wünsche des Volkes an den Rat weiterzutragen. Selbstverständlich werdet ihr für euren Mehraufwand entschädigt, und wenn ihr eure Aufgabe erfüllt, wird die Krone es euch danken.“ „Ich fühle mich geehrt, eure Hoheit. Selbstverständlich kann ich ein Angebot der Königin nicht ablehnen.“, fragte Akira. „Ihr werdet als Vertreter des gemeinen Volkes in den kleinen Rat berufen. Der kleine Rat tagt diesen Nachmittag. Tarren hat mir bereits versichert, dass er euch alles Nötige erklärt.“, sagte die Königin und blickte zu ihm hoch. „Wie ihr es gewünscht habt, Hoheit.“, sagte der Regent während sich seine Blicke in Akira bohrten. Sein Gesicht zeigte kein Lächeln. Akira verneigte sich erneut und wurde hinausgeführt. Ob Tarren den Ritter von gestern als Warnung zu ihm geschickt hatte?
Diesen Nachmittag wohnte Akira wie gewünscht dem kleinen Rat bei. Der kleine Rat bestand aus dem engsten Beraterkreis der Königin. Die Mitglieder wurden von der Königin selbst in das Amt gewählt und können von dieser jederzeit wieder entlassen werden, was aber politische Konsequenzen mit sich zieht und den Adel verärgert. Als Akira den grossen Saal betrat, in dem der Rat tagte, fielen ihm als erstes die grossen Fenster auf, von denen man auf den gut gepflegten Garten sehen kann. Da noch niemand da war, blickte er sich im Saal um. Auf dem Boden lag ein roter Teppich mit goldenen Stickereien. Die Decke war mit einem Gemälde verziert, es standen Kerzenständer an den Wänden und Kronleuchter hingen von der Decke. In der Mitte des Raumes stand ein robuster, grosser Tisch für zehn Leute. Er war gedeckt und ein Krug mit Wein und Gläser standen darauf. Die Terrasse war weitläufig und erlaubte es einem hinab auf den grossen Platz zu blicken, den viele Leute überquerten. Die Tür wurde geöffnet, und die Mitglieder des kleinen Rates traten ein. Die Königin war nicht anwesend und wurde von ihrer rechten Hand, dem Regenten Tarren, vertreten. Auf Akiras Frage, weswegen die Königin nicht anwesend sei antwortete Tarren, dass sich die junge Königin in politischen Themen noch nicht auskenne und sie deswegen durch ihn vertreten werde. Solange die Königin nicht volljährig war, wurde das Königreich von Tarren, dem Regenten, geleitet. Der Meister des Rechts, Lurdril, ist zwar ein fähiger Mann, ihm wird im Volksmund aber Käuflichkeit nachgeredet. Zudem pflegen Tarren und Lurdril eine enge Freundschaft. Der Meister des Krieges, Gunrisu, war ein kleinwüchsiger, übergewichtiger Mann, der zu wenig zu tun hatte, seit die Marine die Weltmeere bewachte. Seine Gestalt glich der eines Zwerges. Er ist für die Wachen zuständig, und tut sich an Speis und Trank der königlichen Speisekammer gütlich. Von seiner geringen Körpergrösse enttäuscht entschied er sich wenigstens in die Breite zu wachsen. Der Meister der Münze, Renger, schien sich weder mit Zahlen, noch mit Menschen auszukennen. Er war jung und unerfahren. Als persönlicher Schosshund von Tarren stellt er keine Entscheidung dessen in Frage. Mit Akira, der das Volk vertreten sollte, bestand der kleine Rat nun aus fünf Leuten. „Nehmt Platz, Yagami. Wir sollten die Sitzung schnellst möglich hinter uns bringen.“, sagte Tarren. Akira setzte sich in der Nähe der Tür. Die Ratsmitglieder gingen an ihm vorbei und setzten sich zusammen an das andere Ende des Tisches. Nachdem sich alle anderen Wein eingeschenkt hatten musste Akira aufstehen um an den Krug zu kommen. Da er schon stand, setzte er sich sogleich auch zu den anderen Mitgliedern ans andere Ende des Tisches. Verärgert versuchte sich Akira mehrere Male einzubringen, sein Einwand wurde aber stets als nicht von Belang eingestuft, oder gänzlich ignoriert. Als Tarren ihm schliesslich sagte: „Jetzt schweig still! Dies sind Themen von äusserster Wichtigkeit, von denen der Volksmund nichts versteht und auch nichts zu melden hat.“ griff Akira nach dem Wein, schnappte sich sein Glas, und suchte sich einen Platz am anderen Ende des Tisches. Er schenkte ein, warf seine Beine auf den Tisch, steckte sich die Kopfhörer seiner Musikschnecke in die Ohren und plante die Übernahme des Rates.
Volbeat – Still Counting:
 
Als der Rat eine Pause einlegte, nutzte Akira die Möglichkeit im Garten frische Luft zu schnappen. Dort sah er die Königin, die gelangweilt mit einer Magd auf einer Bank sass. Akira lief hinüber und grüsste die Hoheit. „Ich war enttäuscht zu sehen, dass ihr dem kleinen Rat nicht beiwohnt.“, sagte Akira. Die Königin sagte: „Tarren ist der Ansicht, dass kleine Mädchen nichts im Rat verloren haben.“ „So etwas Ähnliches hat er mir auch gesagt.“, sagte Akira. „Ihr mögt Tarren nicht besonders?“, fragte Akira. Die Königin blickte zu ihm hoch. „Mögt ihr ihn denn?“, fragte sie zurück. Akira schüttelte den Kopf. „Manchmal frage ich mich, ob ein Leben ausserhalb des Palastes spannender wäre. Was machen Kinder in meinem Alter normalerweise?“, fragte die Königin. „Nun, sie spielen mit Freunden, sie verlieben sich, und sie gehen ihren Eltern auf die Nerven.“, meinte Akira. „Eine Königin hat keine Zeit für spiele, und die Adligen in meinem Alter sind Idioten.“, sagte die Königin. „Nicht nur die in eurem Alter.“, sagte Akira, und sah neben der lachenden Königin in das entsetzte Gesicht der Magd. Nach wenigen Minuten verliess Akira die Königin wieder um mit der Ratssitzung fortzufahren, traf sich aber wann immer er im Schloss unterwegs war mit der Königin.
Da Akira mit den Sitzungen des kleinen Rates beschäftigt war, konnte er seinem Grossvater nicht im Laden aushelfen. Das Problem liess sich allerdings komfortabel lösen. Er stellte den Ritter Gordon ein. Tagsüber arbeitete dieser bei seinem Grossvater und hielt Diebe und Piraten fern, erhielt im Gegenzug eine Unterkunft im Gästebett eine Etage über dem Laden, wo Akira und Hei wohnten. Akira liess den Ritter durch sein Netzwerk beschatten, da er einerseits wissen wollte ob er dem Ritter trauen konnte, oder ob er mit Tarren in Verbindung stand. Er lernte einiges über den Ritter, doch er wurde nicht schlau aus Gordon. Regelmässig unterhielt sich der Ritter mit jemandem an einer Teleschnecke. Er sagte, dass er mit seiner Suche noch nicht fertig war und noch nicht zurückkehren konnte. Akira überprüfte Laden und Wohnung, konnte aber keine Anzeichen darauf finden, dass der Ritter nach etwas gesucht hatte. Gordon war ihm noch immer ein grosses Rätsel.
Regelmässig wohnte Akira den Sitzungen des kleinen Rates bei. In der Stadt vielen ihm immer mehr Plakate auf, die von Ohara oder einem alten Königreich berichten. Er schenkte den Plakaten keine Beachtung. Womöglich Hirngespinste von jungen Erwachsenen. In den Sitzungen des Rates versuchte Akira unter heftiger Gegenwehr die Steuern zu senken oder die Vorzüge des Adels zu schwächen, mit wenig Erfolg. Er fand unter den übrigen Adligen wie erwartet keine Unterstützung. Wissend, dass er so nichts erreichte, wechselte er die Strategie. Wer in dieser Liga spielte, musste mit Kontakten arbeiten, Macht ausüben und die richtigen Leute bezahlen. Politik betreiben eben. Seine Kontakte waren die Gilde und sein Informationsnetzwerk, welche auf dem Königshof aber nichts erreichen konnten. Deswegen baute er sich ein Netzwerk im Inneren des Königshauses auf. Knappen, Mägde, Köche, Bedienstete, Mundschenke, jeden der in Frage kam. Er suchte sie auf, lenkte das Gespräch in die gewünschte Richtung und erkannte an ihren Reaktionen schnell, wem er ein Angebot machen musste ohne Verraten zu werden. Er liess die Mitglieder des Rates ausspionieren und ihre Geheimnisse ausgraben. Dann begann er ganz unten und arbeitete sich hoch. Das schwächste Mitglied des Rates war Renger, der Meister der Münze. Mit den Finanzen auf Akiras Seite sollte er zumindest in der Lage sein den exzessiven Lebensstil der anderen Mitglieder einzugrenzen und ein Druckmittel haben. Durch Sloppy erfuhr Akira von Gerüchten, dass Renger den Job durch Tarren erhalten hatte und mehr oder weniger dessen persönlicher Schosshund war. Ihn auf seine Seite zu ziehen war zu schwierig, weswegen Akira den Köter vor die Hunde warf. Er liess Sloppy Gerüchte verbreiten, welch schlampige Arbeit Renger leistete und liess „aus Versehen“ eine Kopie der Finanzen bei der Händlergilde liegen. Das grossartige an Gerüchten ist, wie sie sich verbreiten. Man erzählt es jemandem und sagt ihm „aber sag es niemandem!“, und jeder erzählt es der Person ihres Vertrauens weiter. Und wenn solch Erzählung ihren Ursprung in der Händlergilde haben, zweifelt man nicht an der Wahrheit der Gerüchte. Ende der Geschichte: Die Königin entliess Renger aufgrund des Druckes von Gilde und Volk und stellte einen fähigen Finanzier der Gilde ein. Tarren tobte vor Wut. Akira entschuldigte sich für sein „Missgeschick“ mit einem „Wird nicht wieder vorkommen.“
Das nächste Angriffsziel war entweder Lurdril oder Gunrisu. Lurdril war zwar käuflich, aber dadurch auch unberechenbar. Akira wusste nicht, wie viele Kapital Tarren zur Verfügung hatte. Zudem hatte er ein gutes Verhältnis zu Tarren. Deswegen wandte sich Akira Gunrisu zu. Erst versuchte er ihm gut zuzureden und ein gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen, dann versuchte er Gunrisu mit Gütern zu entlohnen, aber ein verfressener Mensch wie Gunrisu befand sich in der königlichen Speisekammer bereits im Schlaraffenland. Doch wie überzeugt man jemanden, der bereits alles hat, sich zu verändern? Man droht ihm mit Verlust. Egal wie viel Menschen auch haben. Was sie am meisten fürchten, ist das zu verlieren was sie besitzen. Akira trat also an Gunrisu heran, mit dem neuen Meister der Münze an seiner Seite. Dann legte er die Zahlen offen, die er mehr oder weniger nach eigenem Ermessen korrigiert hatte, und wies auf eine kommende Hungersnot hin, sollte sich nicht bald etwas ändern. Er erzählte Ammenmärchen von Dürreperioden, die es schon früher auf der Insel gab, seit längerer Zeit nicht mehr stattfanden und deswegen „wohl bald wieder auftreten werden“. Gunrisu stimmte ihm zu und war fest entschlossen, Akira bei der Sicherstellung der königlichen Vorratskammer zur Seite zu stehen. Mit der Mehrheit im Rat konnte Akira die Ausgaben des Staates reduzieren. Anstatt die Steuern zu senken, setzte er sich dafür ein einen Teil der Steuern dem Volk in Form von Infrastruktur und sozialen Dienstleistungen zurückzugeben. So baute Akira das Strassennetz aus und hatte nach Unwettern genügend Geld in der Kasse um den Wiederaufbau zu finanzieren. Das Königreich stabilisierte sich, und die Bevölkerung wurde zufriedener. Tarren fing wieder an mehr Druck aufzubauen. Es hatte den Anschein, als wollte Tarren Akira loswerden, da der Laden jetzt wieder lief. Mittlerweile hatte Akira auch erfahren, dass Gordon nicht etwa von Tarren geschickt wurde um Akira auszuspionieren, sondern dass er von einer sogenannten Revolution geschickt wurde, angeblich um Anhänger zu finden. Akira hatte noch nichts von dieser Revolution gehört, stufte sie aber als eine Gefahr ein. Er liess Gordon weiter beschatten, da er eine Revolution gar nicht gebrauchen konnte, jetzt da sich das Königreich stabilisierte. Er traf sich weiterhin mit der Königin und brachte ihr das ein oder andere bei, damit sie von Politik mehr Ahnung hatte und von Tarren weniger beeinflusst werden konnte. Zudem konnte sie Tarren so etwas auf die Nerven gehen, was auch nicht schlecht war. Als er eines Abends nach einer Sitzung mit ihr durch die Gänge des Schlosses lief blieb er neben einem Tisch stehen, auf dem mehrere Fotos in Bilderrahmen standen. Akira betrachtete sie etwas näher. Auf ihnen war eine sehr junge Königin und zwei glücklich wirkende Eltern zu sehen. „Wo sind eure Eltern jetzt, eure Hoheit?“, wollte Akira wissen. Das Mädchen blickte betrübt zu Boden. „Sie sind vor Jahren bei einem Angriff von Piraten gestorben. Damals vertrauten wir noch auf die Marine, die uns beschützen sollte. Die Piraten haben die ganze Insel verwüstet und alles an sich gerissen was sie unter die Nägel bekamen. Mein Vater versammelte alle starken Männer, die er finden konnte um zurück zu kämpfen, während meine Mutter Frauen und Kinder in den Wald in Sicherheit brachte. Sie kam einige Zeit später zurück um die Lage zu prüfen, wurde aber von den Piraten geschnappt. Tage später hat die Marine die Piraten geschnappt, aber für Katatsumuri war das bereits zu spät. Seither beschützen wir unsere Insel selbst… Und ich habe dir schon hundertmal gesagt, NENN MICH CAMILA!“ „Natürlich eure Hoheit. Aua!“, sagte Akira, als Camila ihn mit aufgeblasenen Wangen gehauen hatte. Sich den Oberschenkel reibend blickte Akira auf das nächste Foto. Auf dem Foto war Tarren zu sehen, der gefolgt von einer Menschenmenge mit einer Fackel durch die Strassen zieht. Am Strassenrand standen viele Leute und schauten zu. Akira nahm das Bild in die Hand. „Und was ist das?“, wollte er wissen. „Das Erntedankfest. Tarren hat es dazumal organisiert. Am Abend gibt es immer einen grossen Umzug, bei dem aus den Schneckenhäusern toter Schnecken Laternen und dergleichen gebastelt werden.“, sagte die Königin. Akira merkte, wie seine Musikschnecke zu zittern begann. Beruhigend strich er ihr über das Schneckenhaus. „Und wo sind die Bilder von mir? Ich habe auch schon Feste organisiert.“, sagte Akira. Camila lachte. „Vielleicht hast du Recht. Nimm das Bild mit, dann muss ich Tarrens Gesicht nicht mehr sehen und wir haben Platz für eins deiner Bilder.“, sagte sie. „Wunderbar. Ich wollte schon immer ein Bild von Tarren haben.“, sagte Akira enttäuscht, nahm das Bild aber dennoch aus dem Bilderrahmen und steckte es in seine Hosentasche. „Wirst du heute Abend auch anwesend sein?“, fragte die Königin. „Wo?“, fragte Akira. „Am Erntedankfest!“, sagte Camila etwas eingeschnappt. „Das ist schon heute? Als Teil des Rates muss ich das wohl. Aber ich brauche noch eine Laterne.“, sagte Akira und erneut verspürte er wie seine Musikschnecke zitterte.
Das Fest lief gut, das Bier war gut, der Wein noch besser. Akira lief von einem Gespräch ins nächste. Alle kannten ihn, und auch er kannte die meisten. Sein Grossvater sass mit anderen alten Herren zu Tische und waren weit und breit die grössten Schnapsnasen. Akira besuchte auch die Königin, blieb aber nicht lange, da sie vom gemeinen Volk gegrüsst und um Gefallen gebeten wurde. Akira musste lachen, als er die lange Schlange gesehen hatte, und erntete dafür den zornigen Blick einer jungen Dame, die ganz und gar nicht den ganzen Abend im selben Stuhl sitzen wollte. Kurz vor dem Umzug fiel jemandem auf, dass es in der Ferne ungewöhnlich hell war. Akira blickte hinüber. „Der Speicher steht in Flammen!“, rief jemand. „Holt Eimer und Wasser!“ Ein grosses Durcheinander entstand. Es wurden Reihen gebildet, und Eimer voll Wasser wurden der Reihe nach weiter gereicht um den Speicher und die gesammelte Ernte zu retten. Trotz grosser Bemühungen verbrannte ein Grossteil der Ernte. Es drohte eine Hungersnot. Gunrisu schlug sich wieder auf Tarrens Seite, da er Akira dafür verantwortlich machte keine Vorsorge getroffen zu haben. Schliesslich war es Akira selbst, der ihm von einem drohenden Loch in der Nahrungsvorsorge berichtet hatte. Am selben Abend wurde Akira von Tarren und der Mehrheit des Rates aus dem Rat geworfen, und die Bürger von Katatsumuri zeigten mit dem Zeigefinger auf den gefundenen Sündenbock. Er wurde festgenommen, zum Gericht geladen und wurde bis zu diesem Tage in eine von Tarren verordnete Untersuchungshaft gesteckt, unter heftigen Protesten der Königin. Auch wenn diese Massnahmen zu weit gingen, wagte niemand sich auf Akiras Seite zu stellen, weil man fürchtete den Zorn des Volkes auch auf sich zu ziehen. Die zur Anklage stehenden Vorwürfe gegen Akira waren das Vernachlässigen seiner Pflichten, und die Folge war der Verlust seines Sitzes im Rat, seine Zugehörigkeit in der Händlergilde und eine lebenslange Rufschädigung. Drei Tage hatte Akira bis zum jüngsten Tage, und es sah nicht gut für ihn aus. Wen konnte er auf seine Seite ziehen? Die Königin, die Tarren als ein pubertäres, unerfahrenes Mädchen darstellt, das von Akira verführt wurde? Gordon, einen unbekannten Fremden? Sloppy, ein drogensüchtiger Dealer? Sein Vater? Er konnte genauso gut sein eigenes Grab schaufeln. Akira lief in den 4 Quadratmetern, die sein neues Zuhause darstellten, im Kreis. Wie?! Wie soll er den Prozess gewinnen?! Er war wütend. Er wollte schreien. Wenigstens seine Gitarre durfte er mitbringen. Er steckte sie am Verstärker seiner Musikschnecke an und fing an zu spielen. Seine Musikschnecke begleitete ihn am Schlagzeug.
A Day To Remember – My Life For Hire:
 
Am zweiten Tag schickte Akira jemanden los, damit Gordon ihn besuchte. Als Gordon da war wurde es in der Zelle ziemlich eng. Da die beiden wahrscheinlich durch die Wache belauscht wurden, sprachen sie leise. „Gordon, wie geht es meinem Grossvater?“, fragte Akira als erstes. „Er versucht sich nichts anmerken zu lassen, aber geheuer ist ihm die Sache nicht.“, sagte Gordon. Akira nickte. „Okay Gordon. Ich weiss, du gehörst einer Revolution an. Kannst du Tarren vom Thron stürzen? Unterstützung Organisieren?“, fragte Akira. „Innerhalb von zwei Tagen? Unmöglich! Ich bin auf der Suche von Mitgliedern, nicht auf der Suche nach Angriffszielen… Woher weisst du das überhaupt?!“, wollte Gordon wissen. „Nicht so wichtig. Kannst du wenigstens Schiffe mit Nahrungsmitteln organisieren?“, fragte Akira. „Das sollte möglich sein, aber ich weiss nicht, wie dir das weiterhelfen soll.“, sagte Gordon, und wollte dann wissen: „Was hast du überhaupt vor?“ „Meinen Hals aus der Schlinge ziehen.“, sagte Akira. Es klopfte an der Tür. „Besucherzeit ist um!“, sagte jemand und Gordon erhob sich. Akira steckte ihm ein Stück Papier mit, das der Ritter las als er draussen war. Sloppy: Finde heraus, ob irgendjemand gesehen hat wer sich kurz vor dem Brand am Speicher herumgetrieben hat. Akira indessen legte sich hin und dachte nach. Es gab nichts, was er sonst tun konnte. Seine Musikschnecke begann ein Stück zu spielen, das alle Gefangenen in ihren Zellen zu tanzen anfangen liess.
Elvis Presley - Jailhouse Rock:
 
Es kam Akira wie eine Ewigkeit vor, bis der Tag der Entscheidung anbrach. Der Richter war kein geringerer als Lurdril persönlich, und die Anhörung fand nicht im Gerichtshof, sondern auf dem grossen Platz im Zentrum der Stadt statt. Beinahe das gesamte Königreich Katatsumuri war zur Anhörung gekommen. Akira suchte den Zeugenstand ab. Anwesend waren der Vorsteher der Gilde, sein Vater, die Königin, Gordon, Tarren, Gunrisu, und der Meister der Münze. Als erstes wurde Akira vorgeladen, der sich so gut es ging verteidigte. Gordon, einem Fremden, wurde trotz stattlicher Ritterrüstung kein Vertrauen geschenkt. Akira warf ihm Blicke zu. Hat Sloppy herausgefunden, wer den Speicher angezündet hat? Gordon blickte zu Boden und schüttelte langsam den Kopf. Akira vergrub den Kopf in seinen Händen. Der nächste Zeuge war sein Grossvater, der zwar ein angesehener Mann war, aber auch nur ein Grossvater, der seinen Enkel schützen wollte. Die Königin wurde zwar angehört, Lurdril war aber der Ansicht, dass die Königin von Akira in die Irre geführt wurde. Tarren gab an, Akira sei in den Sitzungen eine Last gewesen und habe die Abstimmungen behindert und den Rat in der Ausführung ihrer Taten behindert. Der Meister der Münze wirkte dem etwas entgegen, Lurdril stellte aber Fragen, die man mit bestem Willen nicht als fair bezeichnen konnte. Gunrisu schliesslich sagte, dass Akira derjenige war, der ihn vor einer Hungersnot gewarnt hatte. Und Akira habe trotzdem nichts unternommen. Damit war das Gericht zu Ende. Die Geschworenen zogen sich zurück, um über das Urteil zu entscheiden. Akira war unwohl. Ihm war heiss und er wusste, dass er hier nicht glimpflich davonkam. Er war erledigt. Die Geschworenen kamen zurück. Akiras Körper begann zu jucken. Er kratzte sich und merkte dabei, dass ihm noch etwas in der Hosentasche steckte. „Wir verkünden nun das Urteil.“, begann Lurdril. Akira griff sich in die Hosentasche und zog den Inhalt heraus. Die Geschworenen fuhren fort: „Der Angeklagte, Akira Yagami, wird für Schul…“ „MOMENT!“, schrie Akira, und hielt schwitzend den Gegenstand aus seiner Hosentasche in die Höhe. Die Menge fing an zu tuscheln. Jeder stand auf die Zehenspitzen, um zu sehen, was Akira da in die Höhe hielt. Dabei handelte es sich um das Foto von Tarren auf dem Erntedankfest von vor einem Jahr. „Woher habt ihr das?!“, wollte Lurdril wissen, erhob sich von seinem Richterpult und lief zu Akira hinüber, um es in die Hände zu nehmen. „RUHE IM GERICHT! Tarren, was hat das zu bedeuten?!“, fragte Lurdril sichtlich verunsichert. Tarren war ratlos. „Was ist das für ein Foto!?“, fragte Tarren zornig. „Es zeigt euch mit Fackeln.“, sagte Lurdril. Die Menge wurde unruhig. Die Leute begannen zu reden und zu diskutieren. Lurdril ging hinüber zu seinem Pult und schlug mit dem Hammer drei Mal kräftig auf den Tisch. „Ruhe im Gericht!“, sagte er, doch die Menschenmenge redete weiter. Er schlug kräftiger auf das Pult. „RUHE IM GERICHT!“, schrie er. „Tarren! Eine Erklärung!“, verlangte Lurdril. Tarren war ratlos und stand auf. „Ich habe keine Ahnung woher das Bild stammt!“, sagte er. Ihm war unwohl zumute, aber er sagte die Wahrheit. Das konnte Akira erkennen. Er lag wohl falsch in der Annahme, dass Tarren die Speicher angezündet hatte um Akira loszuwerden. Für einen Rückzug war es jetzt aber zu spät. Die Leute glaubten Tarren nicht und Akira war drauf und dran den Prozess zu gewinnen. Akira stand ebenfalls auf. Er gab seinen Status als Sündenbock an den nächsten weiter. „Ich glaube, ich und vor allem die Leute haben eine Erklärung verdient, Tarren!“, fing Akira an. Die Leute erhoben sich von ihren Stühlen. Es sass niemand mehr. „Tarren! Ihr habt die Speicher angezündet, um mich loszuwerden! Ihr wolltet mich in einen sozialen Aussenseiter verwandeln, damit euch keiner mehr in die Quere kommt und ihr das Königreich regieren könnt wie es euch gefällt!“, sagte Akira. „Wer erzählt solch einen Blödsinn?!“, fragte Tarren und hielt sich die Hände schützend vor den Schritt. Eine klassische Abwehrhaltung. Wenigstens diese Behauptung war die Wahrheit. Die Leute tobten. „Eine Frechheit!“, „Unverschämt!“, „Weg mit ihm!“, schrien die Leute, und selbst Lurdril konnte dem Druck nicht entgegenwirken. „Wachen! Verhaftet diesen Mann!“, rief er, doch es tat sich nichts. Nun ergriff auch Gunrisu das Wort: „Wache, ihr untersteht meinem Befehl! Verhaftet diesen Mann!“ Noch immer tat sich nichts. Tarren lachte. „Egal wer ihr seid, solange ich der Regent dieses Landes bin, werden die Wachen tun und lassen wie ich es ihnen sage! Wachen! Bringt mich in Sicherheit und beendet diesen Prozess!“, sagte er, schnappte sich die Königin und machte sich aus dem Staub.
Billy Talent – Kingdom of Zod:
 
Akira trat auf die Tribüne und auf Lurdrils Richterpult. Von hier konnte er sehen, wie die Soldaten versuchten, die Menge unter Kontrolle zu bringen. Er holte tief Luft und begann seine Ansprache. „MITBÜRGER VON KATATSUMURI!“, rief Akira so laut er nur konnte. Die Menschenmasse drehte sich zu ihm um. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. „Ihr alle kennt mich. Ich hätte euch, das Volk, im kleinen Rat vertreten sollen. Und ich war ignorant genug zu glauben, dass ich gegen unseren Herrn Regenten auch nur den Hauch einer Chance hatte! Ignoriert hat er mich! Den Rat manipuliert und für seine Zwecke missbraucht! Kaum etwas konnte ich erreichen, und als ich zu einflussreich wurde, wollte er mich loswerden! Mich, und damit euch, das Volk.“ Akira machte eine Pause. „Er hat die Erntespeicher in Brand gesteckt, und riskiert damit all unser Leben. Die Vorräte werden knapp und wir werden Hunger leiden müssen.“ Die Menge wurde unruhig. Akira konnte Angst und Verzweiflung in ihren Augen sehen. „Das bleibt uns glücklicherweise erspart.“, fuhr Akira fort, wodurch die Menge überrascht zu ihm aufsah. „Der Ritter Gordon hat bereits alles in die Wege geleitet. Es sind mehrere Schiffe mit Nahrung auf dem Weg hierher, welche unsere entgangenen Ernteerträge ersetzen werden. Doch damit ist unsere Ernte nicht gesichert! Was nutzt uns etwas zu essen, wenn wir nicht wissen, ob es uns Tarren nicht wieder entreisst?! Er hat es einmal getan, er kann es wieder tun!“, die Menge stimmte Akira zu. „Ich sage euch, es ist AN DER ZEIT TARREN ABZUSETZEN!“ Die Menge stimmte ihm erneut zu. „Ich sehe Entschlossenheit, aber auch Angst in euren Augen. Es wird kein Spaziergang. Ich habe die Scheusslichkeit des Krieges bereits einmal erlebt. Dennoch kann ich euch sagen, ICH WERDE KÄMPFEN! Weiterkämpfen, weil es für mich leichter geworden ist. Ich will euch nichts vormachen, dafür ist Krieg zu hässlich. Aber wenn man vor seiner eigenen Haustürkämpft. WENN MAN FÜR SEINE FAMILIE KÄMPFT! Dann ist es das wert. Sagt mir, WER WILL FÜR SEINE FAMILIE KÄMPFEN?!“ Die Menge tobte. Der Stein wurde ins Rollen gebracht, und hatte eine Gerölllawine ausgelöst. Tarren hatte ihn den Wölfen zum Frass vorwerfen wollen, jetzt führte Akira die Wölfe an.
Bring Me The Horizon - Throne:
 

”Demolition”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
14:00 Uhr


Die Soldaten hatten grosse Mühe, die Menge unter Kontrolle zu halten. Mit Schilden versuchten sie, die Steine abzuwehren, die auf sie geworfen wurden. Mit den Schlagstöcken prügelten sie auf die Menge ein, wussten aber, dass sie ohne Verstärkung hoffnungslos in der Unterzahl waren. Akira sprang vom Tisch und ging zu Gordon hinüber. „Danke für die Hilfe. Ohne die Hilfe der Revolution wäre es schwierig geworden, die Menge zu mobilisieren. Es wäre auch teuer geworden, die ganzen Nahrungsmittel einzukaufen.“, sagte Akira. „Ein Preis, den ich gerne zahle. Jetzt sag mir endlich: Wie wusstest du, dass ich zur Revolution gehöre?“, wollte Gordon wissen. Akira blickte zu Sloppy hinüber. „Mein Informationsnetzwerk ist äusserst professionell.“, sagte Akira. Gordon nickte beeindruckt. Auf den Mauern des Palastes kam Bewegung auf. Soldaten brachten sich in Stellung, die Gewehre in Position. Zudem fuhren mehrere Truppentransportschnecken auf, so gross wie ein Wohnwagen. Eine Tür am hinteren Ende des Schneckenhauses öffnete sich und Soldaten stürmten aus dem Schneckenhaus. Zudem tauchten zwei Schneckenwerfer auf. Schneckenwerfer sind mit Wasserwerfern zu vergleichen. Sie spucken klebrigen Schneckenschleim aus ihren Mäulern wie aus einem Wasserschlauch. Wer davon getroffen wurde, konnte sich nur schwer und langsam bewegen, weil man sowohl am Boden, als auch an sich selbst klebt. „Zu Ende geplaudert. Wir sollten etwas unternehmen!“, schlug Gordon vor, und zog Schild und Schwert. Seine Rüstung war auf einmal mit Zeichnungen von Pfeilen überzogen. „VIVA LA REVOLUTION!“, schrie er und stürzte sich in die Menge. Akira folgte ihm, noch immer unbewaffnet. „Los geht’s Sloppy.“, sagte Akira. „Direkt hinter dir, Bro.“
Akira bahnte sich einen Weg durch die Menge an die Front. Schnell merkte er, dass der ganze Platz von Soldaten umstellt war und sie eingekreist wurden. Sein Adrenalin kochte, er hatte Angst, doch er zitterte nicht. Er war wieder im Krieg, den er so gehasst hatte. Von dem er solche Schuldgefühle erlitten hatte. Zu dem er nicht mehr zurück wollte. Trotzdem glaubte er, ihn vermisst zu haben. Die Soldaten auf der Mauer zum Palast eröffneten das Feuer. Ein paar Meter neben Akira ging eine Frau getroffen zu Boden. Der Mann, der danebenstand, wahrscheinlich ihr Ehemann, war erst wie versteinert, brach dann aber in Tränen aus und Kniete sich neben die Frau hin und hielt ihre Hand. Das Gefühl, dem Tod gegenüberzustehen, und um ein Haar davonzukommen. Akira hatte es vermisst, wie eine Droge. Ein Lächeln huschte ihm über das Gesicht, das so schnell wieder verschwand wie es gekommen war. „Bewegt euch in Richtung Palast! Alle zur Strasse in Richtung Palast!“, gab Akira Befehl. Gordon rannte mit dem Schild voran durch die Reihen der Gegner, und wirbelte jeden in die Luft, der mit seinem Schild in Kontakt kam. Die Knüppel, die auf seine Rüstung knallten, prallten davon ab und hinterliessen keinen Kratzer. Und sobald sein Schwert einen Soldaten nur streifte, wurde er in die Klinge gezogen. Es war ein merkwürdiger und angsteinflössender Anblick. „Ich bin froh, dich auf meiner Seite zu haben.“, sagte Akira und hob Schild und Knüppel eines Soldaten auf. Gordon fuhr fort, Soldaten durch die Luft zu wirbeln. „Das höre ich andauernd.“, sagte Gordon, während ein weiterer Soldat Kontakt mit Gordons Schild machte und wie eine Rakete zehn Meter in den Himmel raste. „Was ist das für eine Technik?“, wollte Akira wissen, und schlug mit seinem Schild zu, um die Deckung eines Soldaten zu brechen, trat ihm gegen das Schienbein und hieb dann mit dem Knüppel zu. „Ich bedaure, das kann ich niemandem beibringen. Hast du schon einmal von einer Teufelsfrucht gehört?“, wollte Gordon wissen. „Einer was?“, sagte Akira und blockte mit dem Schild den Knüppel eines Soldaten. Gordon wirbelte herum und begrüsste den Soldaten mit einem Schwerthieb. „Eine Frucht, die einem magische Fähigkeiten verleiht, aber einem die Fähigkeit nimmt zu schwimmen.“, erklärte Gordon. „Muss für dich tragisch gewesen sein. Mit der Rüstung hättest du es im Schwimmsport ganz nach oben geschafft.“, meinte Akira. Gordon lachte. „Ich bin ein Vektormensch. Siehst du diese Pfeile auf Rüstung, Schild und Schwert? Alles was die Pfeile berührt, wird in die Richtung geworfen, in die sie zeigen. Je länger der Pfeil, desto stärker der Effekt. Der einzige Haken dabei ist, dass ich die Vektoren nur auf Oberflächen, also nicht frei in der Luft platzieren kann.“, sagte Gordon. Akira betrachtete den Ritter erneut. Die Pfeile auf seinem Schwert, zeigten von der Schneide in die Mitte des Schwertes und von der Spitze runter bis zum Griff. Die Pfeile auf seinem Schild starteten in der Mitte und zeigten nach aussen. Sie sahen aus wie Sonnenstrahlen. Die Pfeile auf der Rüstung zeigten alle nach unten auf den Boden. „Ein wandelnder Spiegel also. Du wirfst alles zurück, was man auf dich wirft.“, sagte Akira. „Nicht nur das. Sie her.“, meinte Gordon, bückte sich und hob etwas Erde vom Boden auf. „SANDSTRAHL!“, rief er und streute es auf den Rand seines Schildes, welches den Dreck wie Geschosse in die Richtung der Soldaten schleuderte. Akira schlug mit kurzen Schwüngen auf den nächsten Soldaten ein. Dieser parierte aber hervorragend mit seinem Knüppel. Der Soldat musste ein paar Schritte zurückweichen, übte dann aber etwas mehr Druck aus und Akira war gezwungen ein paar Schritte nach hinten zu gehen. Die Reihen der Soldaten festigten sich wieder. Ein Knüppel erwischte Akira am Kopf und liess die Lichter vor seinen Augen flackern. Er hielt sich den Schild schützend vor das Gesicht und hatte Mühe es festzuhalten, als weitere Knüppel dagegen prallten. Akira blickte sich um. Er hatte Sloppy schon länger nicht mehr gesehen. Er sah ihn weiter hinten in der Menge. Er sah übel zugerichtet aus. Anders als Gordon oder Akira hatte er keine Kampferfahrung oder –ausbildung. Akira widmete sich wieder den Soldaten und warf sie mit einem Schlag seines Schildes zurück. Mit drei kräftigen hieben schlug er einen der Soldaten nieder und verteidigte sich dann wieder mit seinem Schild gegen die anderen Soldaten. Neben sich wurden einige Kameraden von Schneckenschleim getroffen. Der Schleim klebte ihre Arme und Beine zusammen und sie konnten sich kaum mehr bewegen. Keinen Augenblick später waren Soldaten zur Stelle und bearbeiteten sie mit ihren Knüppeln. „Gordon! Der Schneckenwerfer!“, rief Akira und griff die Soldaten an, welche die wehrlosen Leute verdroschen. Gordon zielte, legte seine flache Hand auf den Boden und erzeugte einen Pfeil. Dann warf er einen Soldaten auf den Pfeil, der in Richtung Schnecke geschleudert wurde und an dessen Mund kleben blieb und diesen so verstopfte. „Gute Arbeit!“, rief Akira und verpasste dem letzten der Soldaten einen Hieb gegen den Kopf. „Es sind zu viele. Wir müssen uns auf das Tor zum Palast konzentrieren. Wenn wir nicht bald in den Palast gelangen, werden wir aufgerieben!“, meinte Akira. „Das Tor wird kein Problem sein. Ich brauche nur etwas Schweres.“, sagte Gordon und machte sich auf in Richtung Tor. „Verstanden. Sloppy! Mir nach!“, sagte Akira. Er durchsuchte die Menge nach etwas Schwerem und hielt den Kopf unten, weil die Soldaten auf der Mauer noch immer aus ihren Gewehren feuerten. In der Nähe eines Hauses fand er einen grossen Hackklotz, das als Unterlage zum Spalten von Brennholz gebraucht wird. Ein solcher Hackklotz war 80 cm hoch, und hatte einen Durchmesser von 30 cm und wog genug, dass Sloppy beim Tragen helfen musste. In der Nähe des Tores wartete Gordon bereits auf sie. Auf dem Boden waren mehrere grosse Vektoren zu erkennen, der in Richtung Tor zeigte. Vor Gordon hielten einige Mann die Soldaten davon ab, den Widerstand zurückzudrängen. „Das sollte funktionieren. Auf drei werft ihr den Hackklotz auf den Vektor. Bereit? Eins, zwei, drei!“, sagte Akira, und es warfen sich die Widerstandskämpfer zur Seite. Der Hackklotz raste an ihnen vorbei, riss ein paar Soldaten mit sich und durchbrach das grosse Holztor. Das Holztor sprang auf, und Soldaten stürmten aus dem Palast. Sie traten auf die Vektoren am Boden, und wurden wieder in den Palast hineinkatapultiert. „Mit dem falschen Fuss aufgestanden.“, sagte Akira, während Gordon die Vektoren auf dem Boden entfernte. „Vorwärts!“, befahl Gordon und die Menge stürmte in den Palast. Die Soldaten im Palast zogen ihre Schwerter und stürzten sich auf die rebellierenden Bürger und ihre Spitzhacken und Mistgabeln. Die Schwerter klirrten als sich die beiden Gruppen in der Mitte des Palasthofes trafen und auf beiden Seiten verloren tapfere Kämpfer ihr leben. Akira und Gordon stürmten nicht auf den Palasthof hinaus, sondern brachen die Tür zu einem Turm auf und kämpften ihren weg hoch auf die Palastmauern. Sloppy hatten sie in dem Durcheinander wieder aus den Augen verloren. Gordon hielt sein Schild schützend vor sich, während er von den Schützen ins Visier genommen wurde. Die Kugeln prallten alle an seiner Rüstung und an seinem Schild ab. Akira war dicht hinter ihm, um in seinem Schutz vorzurücken. Sobald der erste Soldat mit Gordons Schild in Kontakt kam, wurde er von der Mauer geschleudert. Akira griff sich das Gewehr, das der Soldat verloren hatte und gab Gordon Feuerschutz. Bald war die Mauer von Soldaten befreit und Akira hatte genügend Kugeln für sein Gewehr um nicht sparen zu müssen. Gordon half unten im Palasthof aus, während Akira auf der Palastmauer durch Schiessscharten die Soldaten in den Fenstern des Palastes aufs Korn nahm. Als sich die Soldaten in den Fenstern zurückzogen, nutze er den Vorteil seiner erhöhten Position aus und schoss auf die Soldaten unten im Hof. Gnadenlos in der Unterzahl zogen sich die Soldaten bald ins Innere des Palastes zurück und verbarrikadierten Fenster und Türen. „Letzte Etappe. Viel weiter können sie nicht mehr zurück. Wir lassen ihnen keine Zeit, sich neu zu organisieren. Gordon! Platzier einen weiteren Vektor vor der Eingangstür. Irgendwo hier muss noch dieser Hackklotz liegen.“, sagte Akira.
Bullet For My Valentine - You Want a Battle? (Here's a War):
 

”Home Invasion”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
17:29 Uhr


Palast Karte:
 

Die Eingangstür zersprang in Bruchstücke, als der Hackklotz durch die Holztür krachte und sie in Hackholz verwandelte. Splitter flogen durch den Raum, Holzspäne prallten von der niedrigen Decke ab und regneten in den Raum. Der Holzklotz zischte durch die Luft und riss einen Soldaten mit sich. Schreiend stürmte die Menschenmasse durch die Eingangstür ins Innere des Palastes, und wurde von Gewehrsalven begrüsst. Reihenweise stürzten Leute zu Boden, und wurden von der anstürmenden Menschenmasse hinter ihnen überrannt. Trotz Dauerfeuer war es den Soldaten nicht möglich, die Menschenmenge aufzuhalten. Akira sah nur noch, wie sie unter den Füssen der Masse verschwanden. Er und alle anderen befanden sich in einer grossen Eingangshalle. Gegenüber war eine grosse Tür, die zum Thronsaal führte, und Treppen, die seitlich nach oben führten. Oben befanden sich Gänge mit steinernen, verzierten Geländer, von wo aus man in die Halle runter sehen konnte. Die Gänge führten in weitere Bereiche des Palastes und entlang der Gänge hatte es mehrere Türen, die zu Toiletten, Abstellkammern, Saloons und allerhand anderer Zimmern und Räumen führten. „Durchsucht jeden Raum! Dreht jeden Winkel des Palastes auf den Kopf!“, hörte Akira jemanden in der Menge rufen, und die Menschenmassen strömten in alle Richtungen aus. „Du kennst dich hier aus. Wo würde sich Tarren verstecken?“, fragte Gordon Akira. „Der am besten gesicherte Ort ist der Thronsaal auf dem Dach des Palastes. Das ist die beste Chance, die wir haben.“, sagte Akira, und die beiden rannten auf die Treppen zu und begaben sich nach oben. Bald schon trafen sie auf eine Gruppe Soldaten, die das Feuer eröffneten. Gordon hielt das Schild vor sich und rückte langsam vor. Die Kugeln prallten an seinem Schild und seiner Rüstung ab und wurden auf alle Seiten weggeschleudert. Akira war dicht hinter ihm, legte sein Gewehr über Gordons Schulter und feuerte auf die Soldaten, gut bedacht keinen einzigen der zahlreichen Vektoren auf Gordons Panzer zu berühren. „Lade nach!“, rief Akira. „Verstanden! Ich decke dich!“, sagte Gordon und blieb stehen. „Kannst du keine Vektoren platzieren, welche die Kugeln zurück zum Absender schicken?“, fragte Akira. „Nein, ich kann sie nur entlang der Ebene erzeugen.“, sagte Gordon. Akira repetierte. „Schade. Weiter vorrücken!“, sagte Akira. Gordon bewegte sich wieder langsam fort. Die Kugeln prallten mit einem metallischen „POP“ von Schild und Rüstung ab und schlugen in Decke und Wände ein, und wirbelten Gesteinssplitter und Staub herum. Akira betätigte mehrere Male den Abzug. Der Gang war bald darauf befreit von Feinden. „Sicher!“, sagte Akira und Gordon nahm sein Schild runter. Akira blickte in die Eingangshalle hinunter, in welcher der wütende Mob alles kurz und klein schlug. „Am Ende des Ganges sollte sich ein Turm samt Treppe befinden, mit der wir auf das Dach gelangen sollten. Lass uns vorrücken, bevor das Chaos in der Haupthalle uns einholt.“, sagte Akira. Gordon stimmte ihm zu. Die beiden erreichten das Ende des Ganges ohne Probleme. Eine verschlossene Holztür versperrte ihnen wieder den Weg. „Irgendwelche Ideen?“, fragte Akira. Gordon sah sich die Tür genauer an. Dann schlug er mit dem Schild dagegen und presste es flach an die Tür. Die Vektoren auf dem Schild zogen die Tür in alle Richtungen gleichzeitig, wodurch sich das Holz zerriss und in alle Richtungen flog. Nur noch an den Angeln und am Türschloss hing etwas Holz, das mit kurzen Handgriffen entfernt wurde. „Ach, das konntest du bei den Eingangstoren nicht?“, fragte Akira. „Zu dickes Holz hält den Vektoren stand. Meine Teufelskraft ist keine freie Eintrittskarte. Sonst wäre ich Bankräuber geworden.“, sagte Gordon. Akira grinste. „Erzähl keinen Stuss und geh weiter.“, sagte er. Die beiden stiegen die Treppen nach oben. Die Treppen im Turm verliefen spiralförmig und waren eng. Gordon ging voraus und Akira deckte seinen Rücken. Auf halber Strecke hörten die beiden von unten und oben Schritte. „Wir werden eingekesselt!“, sagte Gordon. Akira deckte mit seinem Gewehr die Treppe nach unten ab. Gordon hielt schützend sein Schild nach vorne. Das Schild war für den engen Treppenaufgang zu unpraktisch. Es war nur knapp kleiner als der Treppenaufgang breit und hoch war. Es war schwer, mit dem Schild nicht an den Wänden, am Boden oder der Decke anzustossen, und wann immer es das Tat, wurde das Schild von den Vektoren in die entsprechende Richtung gezogen. „Akira! Ich kann nur langsam vorrücken! Sei vorsichtig, wenn du hinter mir bist! Wenn du meine Rüstung berührst, klatschen dich die Vektoren gegen die Wand!“, sagte Gordon. „Grossartig! Einfach grossartig!“, sagte Akira, der hinter Gordon rückwärts die Treppen hochstieg und damit beschäftigt war, anstürmende Soldaten durch gezielte Schüsse wieder die Treppen nach unten zu befördern. Gordon stieg langsam die Treppen nach oben. Er sah kaum etwas, da das Schild das meiste seiner Sicht abdeckte. Das laute Geräusch der Projektile, die gegen das metallene Schild schlugen und von den Wänden wiederhallten war kaum mehr auszuhalten. Der ohrenbetäubende Knall von Akiras Gewehr war noch schlimmer, und mittlerweile hatte er Schiesspulver in den Augen, das in diesem engen Treppenaufgang nur schlecht abzog. Akiras Augen waren gerötet und tränten. Ein dumpfer Aufschlag an den Wänden und das Geräusch von brechenden Knochen war immer ein Zeichen dafür, dass ein Soldat wieder mit Gordons Schild in Berührung gekommen war. // Bloss nicht in Gordons Rüstung laufen. //, dachte sich Akira. Ein weiterer Soldat erschien in Akiras Sichtfeld. Akira drückte den Abzug, aber seine Waffe blockierte. „Fuck!“, sagte Akira, und eine Kugel schlug neben ihm in der Wand ein. Akira sprang mehrere Stufen nach unten und rammte dem Soldaten in der Luft beide Füsse gegen den Brustkorb. Der Soldat stürzte nach hinten und rollte die steile Treppe nach unten. Akira selbst landete unsanft auf der harten Treppe und konnte den Soldaten noch lange stürzen hören. „Das gibt mehr als nur blaue Flecken.“, sagte Akira, lud sein Gewehr nach und entfernte die verkeilte Kugel aus der Gewehrkammer. „Sind wir bald oben?“, wollte Akira wissen. „Hoffe ich doch!“, sagte Gordon, immer noch Kugeln reflektierend. Ein weiterer Soldat berührte Gordons Schild, und wurde diesmal nicht an die Wand, sondern durch ein sich dort befindendes Fenster geschleudert. Glas splitterte, und das angestaute Schiesspulver entwich an die frische Luft. Erst Minuten später hatten die beiden das Dach erreicht. Ein Flachdach, mit Zinnen als Geländer, und etwa zehn Meter von ihnen entfernt befand sich der Schutzraum der Königin, welcher einer Kapelle stark ähnelte. Gordon und Akira traten ins freie und standen einem Dutzend Soldaten gegenüber, die ihnen in zwei Reihen, kniend und stehend, gegenüberstanden, die Gewehre im Anschlag. Akira sprang hinter Gordon, der sein Schild schützend vor sich hielt. Die Kugeln prasselten gegen Gordons Schild wie ein Hagelsturm. „Das sind zu viele! Wenn ich versuche mit dem Gewehr zu zielen, kassiere ich mindestens eine Kugel!“, sagte Akira. „Komm zu mir nach vorne! Nimm das Schild, aber gib Acht mich nicht zu berühren!“, sagte Gordon, übergab Akira den Schild und platzierte einen grossen Vektor am Boden. „Zeit für die menschliche Kanonenkugel.“, sagte Gordon, wies Akira an mit dem Schild zur Seite zu laufen, zog sein Schwert, stand auf den Vektor und wurde inmitten der Soldaten geschleudert. Die Soldaten, die er traf, wurden durch die Vektoren auf seiner Rüstung in alle Himmelsrichtungen geschleudert. Mit dem Schwert arbeitete er sich dann durch die Soldaten, während seine Rüstung die Kugeln reflektierte. Akira rückte mit dem Schild vor, und schoss einhändig und aus der Hüfte in die Reihen der Soldaten. Wenige Meter vor den Soldaten legte er sich das Gewehr mit dem Riemen über die Schulter, packte das Schild mit beiden Händen und rannte in die Reihen der Soldaten. Erst jetzt merkte er, mit welcher Kraft Gordon das Schild halten musste, um nicht selbst weggeschleudert zu werden. „Actio, Reactio! Du musst in der Lage sein, das Schild mit derselben Kraft zu halten, wie es die anderen wegschleudert!“, sagte Gordon, während sich sein Schwert in den letzten Soldaten grub. Akira gab Gordon das Schild zurück und lud seine Waffe nach. Dann traten die beiden vor den Schutzraum. Die Fenster waren durch dicke, eiserne Gitterstäbe geschützt, die Kapelle selbst bestand aus dickem Stein und die einzige Tür war aus dickem Stahl. Gordon klopfte dagegen. „Da komme ich mit meinen Vektoren nicht durch.“, sagte Gordon. „Und ich wollte schon die menschliche Kanonenkugel vorschlagen.“, sagte Akira mit einem Grinsen. Gordon schüttelte über Akiras Witz verständnislos den Kopf. „Wir könnten warten, bis ihm die Vorräte ausgehen.“, sagte Akira. „Bevor das passiert, ist die Marine hier und sorgt für Ordnung.“, sagte Gordon, „Wir brauchen eine schnellere Lösung.“




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Akira Yagami
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Zuletzt von Akira Yagami am Fr Apr 27, 2018 3:29 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Do Apr 05, 2018 6:16 pm





”Throne Room”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
19:11 Uhr


Akira durchsuchte die Leichen der Soldaten, aber keiner von ihnen trug einen Schlüssel bei sich. Er durchsuchte ihre Taschen, fand aber nichts Brauchbares. „Weiter hoch! Das geht schneller!“, drangen Stimmen vom Turm mit dem Treppenaufgang her über den Platz. „Jemand rennt die Treppen hoch. Wir kriegen bald Gesellschaft!“, sagte Gordon und trat erneut vor die Tür. „Es muss doch möglich sein, da rein zu kommen!“, sagte er. Akira lief links und rechts am Thronsaal vorbei und suchte die Gegend ab. „Kannst du mit deinen Vektoren die Gitterstäbe vor dem Fenster verbiegen?“, fragte Akira. „Das sollte möglich sein, aber es wird eine Weile dauern. Dann bist du aber auf dich allein gestellt. Meine Rüstung passt da auf keinen Fall durch.“, sagte Gordon. „Das ist die beste Chance, die wir haben.“, sagte Akira, schnappte sich alle Gewehre, die er tragen konnte, und legte sie neben Gordon auf den Boden. Dann zog er die Leichen der Soldaten an dieselbe Stelle und häufte sie so an, dass sie eine provisorische Deckung ergaben, ähnlich einer Mauser aus Sandsäcken. „Ich gebe dir Feuerschutz!“, sagte er, und wartete auf den ersten Soldaten. Gordon presste sein Schild gegen die Gitterstäbe, welche sich durch die Vektoren langsam begannen zu verformen. Als der erste Soldat den Kopf durch die Tür streckte um die Lage auf dem Dach zu überprüfen, eröffnete Akira das Feuer. Der Soldat zog den Kopf wieder zurück, keine Sekunde zu früh. Die Kugel sauste an ihm vorbei und in die Steinmauer. Akira feuerte weiter auf den Eingang zum Turm, nagelte die Soldaten so fest und liess sie nicht ohne Verluste auf das Dach kommen. „Wir hätten Vektoren auf den Treppen platzieren sollen!“, sagte Akira. „Gute Idee, aber etwas spät!“, sagte Gordon und drückte weiterhin das Schild gegen die Gitterstäbe. Akira ging die Munition aus. Er warf das Gewehr zur Seite, schnappte sich das nächste und feuerte weiter auf die leere Tür zum Turm. „Fertig!“, sagte Gordon, ging vom Fenster weg und machte sich mit erhobenem Schild und gezogenem Schwert auf in Richtung Turm. „Ich halte die Soldaten auf, du schwingst dich in den Thronsaal!“, sagte er. Akira warf das Gewehr zur Seite, schnappte sich ein neues vom Stapel, sprang auf den Leichenhaufen vor sich, warf sich das Gewehr über die Schultern und sprang dann an das Fenster, hielt sich an den Gitterstäben und schlug dann mit Gewehrkolben und einigen Tritten das Fenster ein. Er blickte ein letztes Mal hinüber zu Gordon, der drohte von Soldaten umringt zu werden. Dann sprang Akira ins Innere des Thronsaales. Er landete unsanft auf dem harten und kalten Marmorboden. Im weiten, vertrauten Saal standen mehrere Wachen an Säulen aus Marmor, die als Stützpfeiler für die riesige Halle dienten. Sechs an der Zahl. Auf einer erhöhten Plattform, die über wenige Treppenstufen zu erreichen war befand sich der Thron, auf dem die junge Königin sass. Tarren stand zu ihrer rechten. Die Wachen richteten ihre Schwerter auf Akira, blieben aber an ihren Plätzen stehen. An ihrer Hüfte war ein Holster mit einer Pistole zu erkennen. „Es ist aus, Tarren! Gebt auf und lasst die Königin in Ruhe.“, sagte Akira. „Ich habe nicht Jahrzehnte lang über diese Insel geherrscht, um in einem Loch zu verrotten. Diese Insel ist verloren, aber ich habe genug Einfluss, Kontakte und Finanzielle Mittel um mich auf einer entfernten Insel abzusetzen und meinen Lebensabend zu geniessen. Du hast erreicht was du wolltest. Der ganze Staatsapparat ist ein einziger, grosser Trümmerhaufen. Es wird Jahre dauern, bis sich das Königreich davon erholt. Ich möchte deine Illusionen ja nicht zerstören, aber das Königreich ist am Ende!“, sagte Tarren voller Überzeugung. „Unter euch hatte das Königreich keine Zukunft. Das wissen wir beide.“, sagte Akira. „Was auch immer. Mich interessiert nicht, was aus diesem Ort wird, nachdem ich weg bin. Gib mir dein Wort, dass ich unbeschadet von der Insel verschwinden kann, und du wirst mich nie wiedersehen.“, sagte Tarren. „Oder?“, fragte Akira. Tarren spannte den Hahn seiner Pistole und richtete die Mündung an den Kopf der Königin. Sie weinte tränen, doch brachte nur ein schluchzen hervor. Akira las Tarrens Gesichtsausdruck. Die Augenbrauen waren gesenkt und nahe beieinander. Seine Augen stachen geradezu durch Akira hindurch. Die Lippen waren zusammengepresst. Das war definitiv Wut und Entschlossenheit. Kein Bluff. „Und was ist mit der Leibgarde? Warum verteidigen sie euch und nicht die Königin Tarren?!“, fragte Akira. „Was glaubt ihr denn, wer die Leibgarde bezahlt?“, fragte dieser zurück, mit einem hämischen Lächeln auf den Lippen. Akira legte an und nahm Tarren ins Visier. Tarren griff nach dem Arm der Königin und riss sie vor sich, hob sie hoch, sodass sie vor seiner Brust strampelte. Er blickte an ihrem Kopf vorbei zu Akira hinüber. „Ich hatte insgeheim gehofft, dass es so endet. Dies war dein letzter Fehler, Yagami!“, sagte Tarren und schoss auf Akira, verfehlte aber um Welten. Die Wachen griffen nun auch an. Akira wechselte das Ziel auf die ihm am nächsten kommende Wache, schoss ihr ins Bein, bewegte sich flink hinter sie und benutzte sie als Schutzschild, wie es Tarren eben getan hatte. Die übrigen Garden zögerten. Akira griff nach der Pistole und schoss zwei Wachen kampfunfähig. Tarren, sichtlich genervt, schoss mehrere Male bis Akiras Schutzschild am Boden lag, und verschwand dann durch eine Tür hinter dem Thron. Die Königin nahm er mit sich. Akira musste sich hinter einen Stützpfeiler aus Marmor retten. Es waren drei Wachen übrig, die den Pfeiler langsam und vorsichtig in grossem Bogen mit gezogener Pistole umrundeten. Es sah übel aus für Akira. Nach einer kurzen Überprüfung seiner Pistole merkte er, dass er nur noch einen weiteren Schuss hatte. Er blickte auf den Boden, wo er die Schatten der Gardisten sah, entschied sich für die Seite auf der nur eine Wache stand und warf sich aus seinem Versteck. Er flog horizontal durch die Luft und zielte, drückte ab und verfehlte. Er landete unsanft auf dem Marmorboden und rappelte sich schnell auf, die Kugeln zischten an ihm vorbei und er schlug haken wie ein Hase, der vor einem Raubtier zu fliehen versuchte. Eilig versteckte er sich hinter einer anderen Säule. Er hörte wie Schwerter gezogen wurden. Drei an der Zahl. Anscheinend war er nicht der einzige ohne Munition. Er blickte sich um und sah eine Verzierung an der Wand. Zwei gekreuzte Hellebarden, die von einem Schild überdeckt wurden. Er rannte hinüber, sprang hoch und riss mit seinem gesamten Gewicht daran, bis er samt den zwei Hellebarden und dem Schild am Boden lag. Die Königsgarde war unterdessen zu ihm geeilt und hatte ihn umzingelt. Akira, eine der Hellebarde in beiden Händen, drehte sich im Kreis und musterte seine Feinde. Schild und zweite Hellebarde lagen zu seinen Füssen. Zwei der Gardisten sahen angriffslustig aus, einer von ihnen wirkte zurückhaltend. Er fixierte sich fürs erste auf die zwei Kampfeslustigen und warf nur hin und wieder einen kurzen, überprüfenden Blick in die Richtung des dritten Gardisten. Einer der beiden Gardisten sprang nach vorne, das Schwert erhoben. Akira warf seine Hellebarde wie ein Speer, bückte sich und schnappte sich die zweite Hellebarde. Die erste Hellebarde hatte sich tief in der Brust der Garde versenkt und liess ihn vorne über kippen. Er war noch nicht Tod, aber kampfunfähig, und der Blutverlust machte ihm zu schaffen. Nun waren es nur noch zwei Wachen zwischen ihm und Tarren. Akira machte ein paar Schritte zur Seite, damit ihm keiner der beiden in den Rücken fallen konnte. Er hatte den Vorteil der Reichweite, allerdings lief jetzt einer hinüber und hob das Schild vom Boden auf. Keiner der beiden hob die Hellebarde auf, da sie mit dem Umgang von Schwertern trainiert wurden und eine Hellebarde eher ein Handicap als eine Hilfe darstellte. Akira konnte nicht viel anders als die Hellebarde zu benutzen, da ihm keine Optionen blieben. Er musterte die beiden Gardisten. Blickte ihnen in die Augen, auf ihre Gesichtszüge. Vor einem Angriff spannen sich alle Muskeln im Körper an, besonders im Gesicht zu sehen. Manche holen noch Luft, um mit einem Schrei anzugreifen. Der Gardist zu seiner linken war der Angriffslustige, der auch den Schild aufgehoben hatte. Zu seiner rechten war der zuvor eher passive Gardist. Der passive griff dieses Mal zuerst an. Akira parierte dessen Schwerthieb mit der Klinge seiner Hellebarde, hieb dem Gardisten zu seiner rechten mit dem unteren Ende der Stange auf die Nase als dieser einen Angriff versuchte und hieb mit der Klinge seiner Hellebardenspitze in die Richtung des linken Gardisten, welcher den Hieb gekonnt parierte. Akira ging zwei Schritte zurück und erschuf etwas Platz zwischen ihm und den Gardisten. Der linke Gardist schwang sein Schwert in Akiras Kopfgegend. Akira parierte und warf ihn aus dem Gleichgewicht, rannte dann in den rechten Gardisten während er mit der Spitze seiner Hellebarde auf ihn zielte und spiesste ihn auf. Der andere Gardist schlug Akira den Schild ins Gesicht, sodass Akira zurückweichen musste. Der aufgespiesste Gardist fiel zu Boden. Akira taumelte nach hinten und wehrte mit grosser Mühe den Schwerthieb ab. Akira schwang seine Barte von rechts gegen den Schild des Gardisten. Zog seine Hellebarte unten herum zurück und bekam das rechte Bein des Gardisten mit dem Haken zu fassen. Er riss den Gardisten von den Füssen und schlug dem auf dem Boden liegenden Gardisten mit der Barte das Schwert aus der Hand. Dann zog er mit dem Haken das Schild von dessen Körper weg und stach ihm mit der Klinge an der Spitze in den Brustkorb. Akira warf die Hellebarde zu Boden. Er ging hinüber zu seinem Gewehr, das er nach seinem ersten Schuss auf den ersten Gardisten zu Boden geworfen hatte und hob es auf. Es waren noch mehrere Kugeln im Magazin. Dann machte er sich an die Verfolgung von Tarren. Vorsichtig trat er durch die Tür hinter dem Thron und fand sich im Freien wieder. Er befand sich auf einer Terrasse, die nur vom Thronsaal aus betreten werden kann. „Du machst es mir wirklich nicht leicht.“, sagte Tarren, die Pistole auf Akira gerichtet, welcher seinerseits das Gewehr auf Tarren richtete. „Ich komme hier nicht mehr lebend weg. Aber du wirst es bereuen, mir in die Quere gekommen zu sein.“, sagte Tarren, richtete die Pistole auf die Königin vor sich und ein Schuss fiel. Ein Körper prallte dumpf auf dem Boden auf, ein Lauf fing an zu rauchen und eine Königin weinte. Tarren lag am Boden. Die junge Königin rannte zu Akira hinüber und klammerte sich an dessen Taille fest. Akira strich ihr beruhigend über den Kopf. Ging dann zu Tarren hinüber und kickte mit seinem Fuss dessen Pistole zur Seite, nur um sicher zu gehen. Er fühlte Tarrens Puls und verschloss dann dessen Augen. Dann tröstete er das junge Mädchen.


”Aftermath”
Königreich Katatsumuri – Insel der Schnecken
Hauptstadt
19:43 Uhr


Die junge Königin trat an das Geländer der Terrasse und blickte hinunter in den Hof des Palastes und hinaus in die Stadt. Dann holte sie tief Luft. „HÖRT AUF ZU KÄMPFEN! ES IST VORBEI! Alles ist vorbei, also hört bitte, BITTE AUF ZU KÄMPFEN!“, schrie und schluchzte die Königin. Die Kämpfe flachten langsam ab und die Leute blickten zur Terrasse herauf, auf der die in Tränen aufgelöste Königin und Akira standen. Dann wurde gejubelt. Akira führte die Königin nach unten auf den Hof, wo sie von den Leuten gefeiert wurden. Auf dem grossen Platz, an dem noch diesen Nachmittag der Prozess stattgefunden hatte, wurden Festbänke und Tische aufgestellt, und es wurde warmes Essen serviert und Met ausgeschenkt. Akira hatte die grosse Ehre neben der Königin zu sitzen. Am selben Tisch sassen auch die Reste des Rates sowie der Ritter Gordon und auch Sloppy. Akiras Schnecke Dio sass auf seiner Schulter und nagte an einem viel zu grossen Salatblatt, das sie in ihren winzigen Händen hielt. Akiras Grossvater hat dankend abgelehnt. Er sass lieber bei seinen Saufkumpanen. Bei Speis und Trank flüsterte Akira leise zu Gordon neben ihm ohne dass es die anderen mitbekamen. „Also diese Revolution der du angehörst hat sich gegen die Weltregierung verschworen?“, fragte Akira. „Nicht anders zu erwarten, du bist gut informiert.“, sagte Gordon. Akira nickte nachdenklich. „Ich denke daran, meine Heimat von der Weltregierung zu befreien und dafür brauche ich eure Hilfe.“, sagte Akira. „Wo lag nochmal deine Heimat?“, wollte Gordon wissen. „Mercatura.“, sagte Akira, und Gordon musste husten. „Da wimmelt es von Weltregierungsagenten!“, meinte er. „Ich dachte ihr greift die Weltregierung an?!“, meinte Akira. „Klar machen wir das, aber momentan haben wir nicht die genügende Kampfkraft für eine offene Revolution!“, sagte Gordon. „Was meinst du damit? Wie stark seid ihr denn?“, wollte Akira wissen. „Ein paar hundert Mann. Uns fehlt es an Leuten, Ressourcen, Waffen, Kapital, …“, fing Gordon an. „Das heisst ihr existiert noch gar nicht? Und was ist mit dieser Insel? Bleibt sie weiterhin Teil der Weltregierung, obwohl Tarren weg ist und eine neue Regierung gebildet wird?“, wollte Akira wissen. „Das ist der Plan, ja.“, sagte Gordon. Akira fasste sich an den Kopf. Er dachte an seine Freundin, wie zum Greifen nahe er ihr gekommen war und wie weit sie nun wieder in die Ferne gerückt ist. „Und, wie geht es weiter?“, wollte Gordon wissen und sprach nun wieder lauter. „Naja“, meldete sich nun die Königin zu Wort, „Jetzt wo Tarren weg ist brauche ich einen neuen Berater und zukünftigen König.“ Camila blickte zu Akira hinüber. „Was?“, wollte Akira wissen. „Ich sagte, ich will dich als meinen Berater und sobald ich 18 bin, sind wir König und Königin.“, wiederholte sie. Akira blickte auf seine Schulter zu seiner Teleschnecke hinüber, die ihm mit einem Stecherblick in die Augen sah und zweimal kurz die Augenbrauen hob. Aus Gordons Richtung konnte Akira ein unterdrücktes lachen hören. „Nun, eigentlich hatte ich etwas anderes vor.“, versuchte Akira vorsichtig. Die Königin warf ihm einen wütenden Blick und aufgeblasene Wangen entgegen. „Ich meine, Gordon hier braucht unbedingt meine Hilfe, weswegen ich mich ihm auf seiner Reise anschliessen werde.“, sagte Akira und blickte zu Gordon hinüber. „Naja, eigentlich ist das Ganze nicht so wichtig, also wenn du lieber ein Königreich regieren willst…“, fing der Ritter an, doch Akira hieb ihm mit dem Ellenbogen in die Seite. „Sloppy, was ist mit dir?“, fragte Akira dann, „Ich habe dich im Getümmel aus den Augen verloren.“ „Alter, ich habe was auf den Kopf gekriegt und lag irgendwo im Gras. Die ganze scheisse hier war übler als mein miesester Trip! Yo, ich glaub’ ich werde Clean. Ich bin zu alt um den ganzen Tag über zugedröhnt zu sein. Verantwortungsvoll werden und so. Aber jemanden wie mich will keiner haben.“, sagte Sloppy. „Was meinst du, dich will keiner haben. Ich brauche weiterhin dein Netzwerk, und da ich und Gordon jetzt weg sind, brauche ich jemanden, der auf meinen Grossvater aufpasst. Du könntest in seinem Laden anfangen.“, sagte Akira. „Woah. Das ist krass. Du rettest mir schon wieder den A… Abend.“, korrigierte Sloppy, als ihm wieder einfiel, dass auch die Königin am Tisch sass.
Das Fest hörte erst in den späten Morgenstunden auf, als die Sonne schon wieder am Himmel stand. Diesen Tag, übermüdet und mit üblem Kater, zeigte er Sloppy den Laden und Akiras Zimmer, welches der ehemalige Drogendealer übernehmen konnte. Als er diesen Tag beim Wiederaufbau der beschädigten Häuser und Stadtteile half, hielt er sich in der Nähe von Gordon auf. Der Ritter war eine grosse Hilfe, denn Nägel konnte er im Handumdrehen mit seinen Vektoren in Holz und Gestein versenken. Als er mit Gordon arbeitete, redeten die beiden über ihre Vergangenheit. Akira erzählte, was ihm auf Mercatura wiederfahren war, während Gordon im Gegenzug über seine Vergangenheit erzählte, als ihn seine Eltern zur Weltregierung schickten, bevor er sich der Revolution anschloss.
Rise Against – Hero of War:
 
Drei Tage später verabschiedete sich Akira von seinem Grossvater, der Königin, Sloppy, dem Rat und der Gilde und allen, mit denen er befreundet war. Dann ging er mit Gordon zum Hafen und die beiden setzten die Segel in einem kleinen Kahn, der Gordon auch alleine Steuern konnte. „Wo geht es hin?“, wollte Akira wissen. „Wohin wir auch wollen.“, sagte Gordon, „Wichtiger ist viel mehr, was wir vorhaben.“ „Du sagtest der Revolution fehlt es an finanziellen Mitteln? Ich denke, ich sorge für das nötige Kleingeld.“, sagte Akira. „Jetzt sag bloss du bist ein reicher Erbe?“, fragte Gordon. „Nein, nichts dergleichen. Ich werde von Insel zu Insel ziehen und ein Imperium aufbauen. Und da ich schon dabei bin, werde ich auch gleich ein Informationsnetz aufbauen. Was ist mit dir?“, sagte Akira. „Ich suche weiter nach Mitgliedern. Wenn die Revolution nicht von der breiten Masse getragen wird, hat sie keinen Sinn, findest du nicht auch?“, sagte Gordon. Akira nickte. Gordon ging hinüber zu einer Kiste und holte eine Gitarre heraus. „Da du nun zur Revolution gehörst, dachte ich, ich überreiche dir ein Willkommensgeschenk. Das ist eine Gitarre und gleichzeitig eine Hellebarde. Die Idee kam mir, als ich erfuhr was im Thronsaal alles geschah. Bei der Herstellung half mir ein Schmied auf Katatsumuri.“ Akira nahm die Gitarre in seine Hände. Die Kanten der Gitarre waren scharf. Er konnte Klinge, Beil und Haken erkennen, wenn auch mehr Augenmerk auf das Aussehen der Gitarre gelegen wurde als auf die Ähnlichkeit mit einer Hellebarde. Er drehte am Sattel, und eine Verlängerung rutschte aus dem Stiel der Gitarre, welche die Gitarre länger machte und mehr wie eine Hellebarde aussehen liess. „Ich weiss nicht was ich sagen soll.“, sagte Akira. „Versuch es mit ‚Danke‘.“, sagte Gordon, und Akira grinste. Auf See schrieb Akira seiner Liebsten einen weiteren Brief. Er schrieb, dass er nun kräftige Verbündete gefunden habe, dass es aber noch eine Weile dauern würde, bis er wieder bei ihr sein konnte. Während er schrieb, wurde Gordon auf die Brandnarben auf seinem Rücken aufmerksam. Als Akira die Blicke bemerkte, zog er sein Shirt aus. «Die Brandnarben habe ich von meiner Heimat. Unser Haus ist abgebrannt, während ich drinnen nach meiner Familie gesucht habe.“, sagte Akira. „Du könntest die Narben mit einem Tattoo überdecken.“, sagte Gordon. „Vielleicht. Ich sollte nach einem Tattoo Studio Ausschau halten.“, sagte Akira. „Ich habe Nadeln und Tinte hier.“, meinte Gordon und holte ein kleines Schächtelchen aus einer Kiste. „Du bist Tattoo Artist?“, fragte Akira. „Eigentlich bin ich Künstler. Ich entwerfe Flugblätter und Plakate, um für unsere Sache zu werben. Sind dir auf Katatsumuri keine aufgefallen?“, fragte Gordon. Akira überlegte kurz und erinnerte sich dann an die Plakate. „Die Wahrheit von Ohara. Das warst du?“, fragte Akira. Gordon nickte, während er eine Bank neben Akira stellte und Akira sich auf den Bauch legte. „Es ist zwar blosse Spekulation, aber in Wirklichkeit sollen die Archäologen von Ohara…“, begann Gordon und erzählte die Geschichte von Ohara‘s Ende, während er Akiras Rücken neu einfärbte.
Queen – I Want It All:
 

Trivia:

  • Der Name von Akiras Musikschnecke Dio ist an Ronnie James Dio angelehnt, der die Pommesgabel (Mano Cortuna) in die Metalszene brachte.
  • Die Insel der Teleschnecken, Katatsumuri, ist nach dem japanischen Wort für Schnecke benannt.
  • Die Städtenamen Toredo (japanisch), Ticaret (türkisch), Tijara (arabisch), Savdo (usbekisch), Nigidi (amharisch) und Komerco (esperanto) bedeuten wie der Inselname Mercatura (latein) selbst ‚Handel‘ in unterschiedlichen Sprachen.
  • Karten von Inseln wurden mit einem Map Creator erstellt: https://bl.ocks.org/Azgaar/b845ce22ea68090d43a4ecfb914f51bd
  • Karten von Städten wurden ebenfalls mit einem Creator erstellt: https://watabou.itch.io/medieval-fantasy-city-generator
  • Bei den Tattoos auf Akiras Rücken handelt es sich um „Trash Polka“ Motive.
  • Die Idee zur Menschenkenntnis kam mir beim Ansehen von "Lie to Me". Die Fernsehserie handelt von einer Agentur, die aufgrund von Mikroexpressionen herausfindet, ob jemand die Wahrheit sagt. Paul Ekman mit seiner Forschung zur nonverbalen Kommunikation wurde in der Serie als Berater herangezogen.


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Zuletzt von Akira Yagami am Do Mai 10, 2018 12:19 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Fr Apr 27, 2018 3:38 pm







¬ ATTRIBUTE:

Körperstärke: 3
Ausdauer: 2
Geschwindigkeit: 3



¬ KÄMPFERISCHE DATEN:

Name des Kampfstils: Hellebarde
Beschreibung: Die Hellebarde, Helmbarte, Halbert oder auch Allabarda ist eine Stangenwaffe, die Hieb- und Stichwaffe in sich vereint und die Mannstoppwirkung eines Spiesses mit der panzerbrechenden Kraft einer Axt kombiniert. Um diesen Kampfstil zu betreiben braucht man eine der oben Aufgeführten Waffen, oder eine andere Waffe die sowohl eine Breite (Beil, Barte, Axt), eine kurze Klinge (Haken) und eine spitz gearbeitete, lange Klinge (Spiess, Speer) mit einem langen Schaft vereint. Der Kampfstil beruht grundsätzlich auf Schlagen, Stechen, Reissen und Kombinationen sowie Variationen davon. Bei einem abgewehrten Stich beispielsweise befinden sich der Haken als auch das Beil hinter dem Gegner und können in Beine, Rücken oder Hals gestochen werden.
Anforderungen: Hellebarde, Helmbarte, Halbert, Allabarda oder eine vergleichbare Waffe.

Beherrschung:
1: Die Hellebarde vereint Beil, Lanze und Haken, was einen Neuling mit gleich drei Dingen konfrontiert, deren Umgang er nicht oder nur bedingt versteht. Ein Neuling wird sich deswegen erst einmal mit dem Stechen mit dem Speer, dem Hieb mit dem Beil und dem Reissen mit dem Haken vertraut machen müssen. Es wird weder eine kombinierte Abfolge, noch eine flüssige Bewegungen möglich sein und nach jedem Angriff eine verwundbare Pause entstehen. Zudem kann die Länge der Waffe einem Probleme bereiten, besonders in engeren Gassen oder sonstigen Orten mit beschränktem Platz. Die Balance mit der langen Waffe macht einem noch Schwierigkeiten.
2: Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind und man sich mit Beil, Spitze und Haken vertraut gemacht hat ist man nun auch in der Lage das Stechen, Reissen und Hieben miteinander zu verbinden und die Handhabung mit der Waffe flüssiger aussehen zu lassen. Anstatt seine Angriffe zu stoppen und die Hellebarde wieder nach hinten zu ziehen, benutzt man den Schwung des Angriffes um die Hellebarde wieder in Position zu bringen. Macht man dabei allerdings Fehler indem man die Hellebarde zum bespiel mit zu viel Schwung zurückzieht, kann das zu Problemen im Gleichgewicht führen und dem Kontrahenten eine Möglichkeit für einen Angriff öffnen.
3: Die Bewegungen mit der Helmbarte sind flüssig, Fehler in den Grundlagen zur Handhabung nicht mehr vorhanden. Das Fundament des Kampfstiles wurde gemeistert und man ist bereit, darauf aufzubauen. Neben konventionellen Angriffen mit Beil, Spitze und Haken mischt man auch kurze Stösse mit dem stumpfen Ende des Stabs, das Schieben, Schubsen oder Stossen mit dem Stab, wenn man ihn mit beiden Händen flach gegen die Brust des Gegners schlägt, ein Stossen mit der Schulter oder ein Treten mit den Beinen hinzu. Den Gegner mit der Klinge aufzuspiessen und mit ihm durch die Gegend zu rennen oder mit dem Stumpfen Ende des Stabes in den Magen des Feindes zu stossen, um ihn dann mit selbiger in die Luft zu heben sind weitere Möglichkeiten die Hellebarde zu verwenden. Wenn man die Hellebarde während eines Angriffes schwingt und nur mit einem Arm hält, gewinnt man zusätzlich an Reichweite. Achte aber darauf, dass all diese neuen Möglichkeiten noch Fehler aufweisen können.
4: Du kannst dich wahrlich einen Meister mit dem Umgang einer Hellebarde nennen. Nach zahllosen Kämpfen und langem Training ist es dir gelungen, selbst kleinste Fehler in deinem Kampfstil auszumerzen. Der Umgang mit der Hellebarde ist dir mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen, was es dir erlaubt mit dem blossen Unterbewusstsein zu agieren und deine Waffe so zu führen, als hätte sie ein eigenes Bewusstsein. Mit deiner langjährigen Erfahrung bist du in der Lage, andere in dieser Kampfkunst zu unterrichten.
5: Als Gelehrter des Kampfstils sind dir die Grenzen dessen bekannt. Man sieht sich mit Bedrohungen konfrontiert, zu denen der konventionelle Kampfstil keine Antworten kennt. Statt diese Hürden hinzunehmen, sucht man nach Lösungen und bringt den Kampfstil weiter. Ein Problem ist die Hilflosigkeit gegen Fernkämpfer. Von nun an bist du es gewohnt Kugeln in der Luft zu spalten, sie mit dem Schaft abzublocken, oder Pfeile abzuwehren. Und nachdem du in der Defensive Fernkämpfer zum Verzweifeln bringst, ist es dir mittlerweile zu nervig immer nur in der Defensive zu hocken. Du entdeckst die Möglichkeit, mit dem Beil, dem Haken oder der Klinge der Helmbarte die Luft zu zerschneiden und Schnittwellen um die Ohren deines Feindes zu schleudern. Wenn es an Durchschlagskraft fehlt, kann man durch eine stechende Bewegung mit der Klingenspitze auch Schnittwellen aufspiessender Natur erzeugen, namentlich Stichwellen.
6: Von nun an öffnet man die Grenzen des Kampfstiles weiter und hat auf nahezu alles eine Antwort. Man vollführte Kunststücke mit der Hellebarde, von denen manche nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Lächelnd blickst du zurück zu jener Zeit, in der du noch Schwierigkeiten hattest Angriffe mit Beil, Haken und Klinge miteinander zu kombinieren. Jetzt ist dir das selbst mit Schnittwellen möglich. Zudem ist man in der Lage Stichwellen zu erzeugen, die breiter werden und zu Schnittwellen werden, oder Schnittwellen so zu schneiden, dass sie sich immer enger umkreisen und zu einem Bohrer werden. In dieser Form ähneln sie eher Stichwellen. Mit Haken oder Beil ist man in der Lage «reissende Schnittwellen» zu erschaffen, die keinen Schnitt, sondern eine klaffende Wunde hinterlassen. Werden diese reissenden Schnittwellen beispielsweise mit einem Schwert pariert oder geblockt, reissen sie das Schwert nach oben oder unten.
Wer sich dir und deiner Waffe in den Weg stellt ist entweder genau so gut wie du, oder komplett wahnsinnig.


Stärken:

  • Beobachtungsgabe: Akira ist ein Meister darin, winzige Details zu aufzufassen. Das gilt für alle Sinne. Ein kurzer Blick genügt, um sein Gegenüber zu analysieren. Spannen sich die Muskeln des Feindes an, wie etwa im Gesicht, oder holt jemand Luft für einen Kampfschrei, wird Akira einen Angriff vorhersagen können. Das erhöht nicht nur Akiras Möglichkeiten um auszuweichen oder zu blocken, sondern erlaubt ihm zu kontern. Steht jemand verkrampft da wird Akira wissen, dass derjenige wenig Kampferfahrung besitzt. Bewegt er sich behutsam, ist er womöglich verwundet. Riecht jemand nach Alkohol, kann es einfach sein ihn aus dem Gleichgewicht zu werfen. Es sind kleine Dinge, die Akira viel über seinen Gegner verraten und ihm einen entscheidenden Vorteil verschaffen können.
  • Menschenkenntnis: Akira ist in der Lage die Körpersprache jedes Menschen zuverlässig zu lesen. Die meisten Menschen haben so keine Geheimnisse vor ihm, wenn er es schafft ihnen die richtigen Fragen zu stellen. Erkennt er Angst, Wut oder andere Gefühle, kann er beispielsweise Rückschlüsse auf die Ehrlichkeit der Aussage ziehen und entscheiden ob jemand lügt oder ihm nicht die ganze Wahrheit sagt. Zusammen mit seiner Beobachtungsgabe entgeht ihm beinahe nichts, und andere Menschen sind für ihn wie ein offenes Buch, das er komplett versteht, wenn er es lange genug gelesen hat. Das macht ihn zu einem gefährlichen Manipulator, der die Umwelt um sich herum so zu seinen Gunsten verändert, dass er seine Ziele erreichen kann.



Schwächen:

  • Risikobereitschaft: Seit Akira den Krieg hautnah miterlebt hat, braucht er hin und wieder den Nervenkitzel. Er braucht das Gefühl kurz vor dem Abgrund zu stehen und um ein Haar davon zu kommen, die Grenzen zu überschreiten und trotzdem davonzukommen. Je länger er auf diese Gratwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg verzichten muss, desto Risikofreudiger wird er. Es ist ganz egal was ihm das Gefühl von Risiko gibt. Ein hoher Einsatz in einem Glücksspiel, ein Kampf um sein Leben, alles was ihm im Gegenzug zu einem Einsatz einen hohen Gewinn einbringen kann kann ihn dazu bewegen eine Dummheit zu begehen.
  • Neugierde: Seine Menschenkenntnis ist Fluch und Segen zugleich. Um einen Menschen wirklich zu kennen und ihn richtig lesen zu können bedarf es manchmal denjenigen besser zu kennen. Für den Aufbau seines Informationsnetzwerkes oder seines Wirtschaftsimperiums benötigt Akira allerhand Informationen. Akira ist deswegen jemand, der in den Angelegen anderer Schnüffelt, die ihn nicht das geringste Angehen. Dass er sich dadurch stets in gefährliche Situationen begibt spricht für sich selbst.
  • Brandnarben: Die Brandnarben auf seinem Rücken fangen an zu schmerzen, wenn Akiras Rückenmuskulatur bei einem Kampf stark beansprucht werden. Das kann ihn ablenken oder ihm die Kraft aus seinen Angriffen nehmen.




¬ INVENTAR:

Name: Die Waffe wird Gitarre oder Hellebarde genannt. Die Waffe besitzt keinen eigenen Namen.
Art: Hellebarde / E-Gitarre
Rang: Normal
Beschreibung: Diese E-Gitarre kann an einer Musikschnecke angeschlossen werden wie an einem Verstärker. Neben musikalischen Klängen spielt diese Gitarre auch das Lied vom Tod. Der Körper der Gitarre wurde aus Stahl gefertigt und ist scharfkantig. Er weist mit Klinge, Haken und Beil die Eigenschaften einer Hellebarde auf. Der hölzerne Hals der Gitarre kann auf zwei Meter verlängert werden und bildet den Schaft der Waffe. Dadurch weist die Gitarre ein enormes Gewicht auf. Getragen wird sie über einen Lederriemen um die Schultern oder auf dem Rücken. Entworfen wurde die Waffe von einem Künstler, der sich Unterstützung bei einem gelernten Schmied holte.
Spoiler:
 




¬ TECHNIKEN:

- Es werden noch keine Techniken beherrscht.




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Zuletzt von Akira Yagami am So Mai 20, 2018 7:00 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Mo Mai 14, 2018 7:24 pm

Geschichte: Full House – Der Flotillenadmiral trägt anscheinend keine Uniform, womit ich nicht wirklich ein Problem habe, aber der Ausdruck „Abzeichen eines Flotillenadmirals“ stört mich, weil so etwas meines Wissens nicht existiert. Außerdem tragen normale Soldaten soweit ich weiß keine Namenschilder, aber du beschreibst das als wäre es das normalste in der Marine.
Im Abschnitt Rivalry erkennt niemand das Akira nicht ein Marinesoldat war. Du hast in vorherigen Kapiteln beschrieben dass Akira seine alte Militärsuniform trägt, außerdem trägt Akira auch keine Marineuniform. Das kann ich so nicht durchgehen lassen, da die einzigen Leute ohne Uniformpflicht Offiziere sind, also sollte klar sein dass ihn niemand wieder erkennt. Sollte ich überlesen haben wie Akira sich die Uniform eines Marinesoldaten genommen hat mach mich bitte darauf aufmerksam, aber selbst dann bin ich skeptisch gegenüber der Situation, weil er direkt nach einer direkten Konfrontation mit einem feindlichen Anführer gefangen genommen. Ich kann mir schwer vorstellen dass diese Situation so vorteilhaft endet wie sie es tut.

Stärken und Schwächen: Ich habe nichts gegen die Punkte selbst, aber es scheint mir als hättest du sie nicht mit dem Kampf als Fokus geschrieben. Bitte bezieh alles ein bisschen mehr auf den Kampf damit man sieht in Wiefern Akiras Neugierde und andere Eigenschaften ihn im Kampf behindern können.

Und wenn du möchtest kannst du noch etwas in der Persönlichkeit überarbeiten/ausführen, optional versteht sich. Du hast geschrieben dass Akira sich mehr gedeckt hält oder zumindest der Welt recht unbekannt ist, aber auch dass er Risiko und Nervenkitzel braucht. Mich interessiert wie er die beiden Aspekte seiner Persönlichkeit balanciert. Ich denke da kann man einen schönen Paragraph dazu schreiben.

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BeitragThema: Re: Akira Yagami   So Mai 20, 2018 7:02 pm

Full House - Abzeichen und Namensschild entfernt. In diesem und allen weiteren Kapiteln wurde der Rang des Flotillenadmirals entfernt und mit Befehlshaber ersetzt.
Zitat :
„Es sind genug gestorben. Kommt raus und ergebt euch!“, sagte er mit einer tiefen, rauen Stimme. Seine Jacke war mit Blut bespritzt, aber er machte nicht den Anblick als dass es sein Blut wäre. Er sah nicht so aus, als ob es sein Blut war. Akira blickte ihm direkt in seine kalten Augen, und der Blick wurde erwidert. Daisuke blickte zu Boden, dann blickte er die verbleibenden Männer der Reihe nach an. Yuuto, Yasu, Rokurou, Katsumi, Ayuru, und dann Akira. Jeder von ihnen schüttelte den Kopf, bis auf Rokurou, der noch immer am Boden lag und schnarchte. Über Daisukes Gesicht huschte ein Lächeln. „Ihr seid mir eine Teufelsbande. Also gut, wir nehmen die Schnellstrasse zur Hölle. Akira! Sorg mal für ein bisschen Stimmung!“, rief er und Akira ging nach hinten zu einer Plattenspielerschnecke. Er ging ein paar Platten durch, bis er eine geeignete gefunden hatte. „WIR LEHNEN DAS ANGEBOT AB!“, rief Daisuke mit erhobener Stimme dem Agenten in der Tür entgegen. Dieser nahm sein Metallrohr von seiner Schulter und streckte es Daisuke entgegen. „Ein kluger Mann weiss, wann er sich zu ergeben hat. Ich habe viel von dieser Insel gehört, aber bisher sind mir nur Narren vor die Füsse gekommen.“, sagte er, drehte sich um und verliess das Lokal. Er blieb noch einmal kurz stehen und sprach über die Schultern: „Fünf Minuten. Überlegt es euch.“ Dann verschwand er.


Rivalry - Akira trägt nicht seine alte Militäruniform, sondern verkleidet sich als WR Agent. Ich habe die relevanten Stellen überarbeitet, damit es Nachvollziehbarer ist.

Kapitelende Full House
Zitat :
Dann schnappte er sich einen der feindlichen, gefallenen Soldaten und zog ihn zur Bar zurück. Er zog sich um und stolperte dann, verkleidet als Weltregierungs - Agent, zum Ausgang. Unter Husten und Brechreiz brach er zusammen, wurde aber bald schon von ein paar Soldaten aufgesammelt und in ein Lazarett getragen. Der Tod wird noch eine Weile auf ihn warten müssen.

Kapitelstart Rivalry
Zitat :
Anscheinend hatte noch niemand bemerkt, dass Akira nicht zur Weltregierung gehörte, was wohl an seiner Verkleidung lag.

Warum Akira nicht auffliegt: Einem verwundeten Agenten wird eher geholfen, als dass er verdächtig wird eine Verkleidung zu tragen. Akira ist schwarz vor Russ und Rauch, was ein Identifizieren zusätzlich erschwert.


Zur Persönlichkeit und was sich im RPG ändert: Zu RPG start wird Akira unbekannt sein. Im Verlaufe des RPGs wird er sich durch seine Risikofreude einen Namen machen – im guten wie im schlechten Sinne.
Zitat :
Charaktereigenschaften die ihm zum Verhängnis werden können sind seine Neugierde gepaart mit seiner Risikobereitschaft. Während die Neugierde schon immer da war, eignete er sich seine Risikobereitschaft weniger freiwillig im Krieg an. Seitdem er im Krieg um ein Haar dem Tod entwischt ist, braucht er den Nervenkitzel um ein Haaresbreite zu gewinnen, und je knapper desto besser. Das muss nicht zwingend ein Kampf auf Leben und Tod sein, sondern kann auch ein Glückspiel oder ähnliches sein, Hauptsache es droht ihm der Verlust von etwas wertvollem. Je länger er auf einen solchen Moment warten muss, desto risikofreudiger wird er. Seine Neugierde kann man als chronischen Zwang bezeichnen. Er ist beinahe besessen davon alles zu wissen, ist aber gut darin diese Besessenheit zu kaschieren. Akira steckt seine Nase in so manche Angelegenheiten die ihn nichts angehen, dass ihn der eine oder andere wohlmöglich loswerden möchte.


Stärken und Schwächen
Zitat :
Stärken – Beobachtungsgabe: Ein kurzer Blick genügt, um sein Gegenüber zu analysieren. Spannen sich die Muskeln des Feindes an, wie etwa im Gesicht, oder holt jemand Luft für einen Kampfschrei, wird Akira einen Angriff vorhersagen können. Das erhöht nicht nur Akiras Möglichkeiten um auszuweichen oder zu blocken, sondern erlaubt ihm zu Kontern. Steht jemand verkrampft da wird Akira wissen, dass derjenige wenig Kampferfahrung besitzt. Bewegt er sich behutsam, ist er womöglich verwundet. Es sind kleine Dinge, die Akira viel über seinen Gegner verraten und ihm einen entscheidenden Vorteil verschaffen können.

Zitat :
Schwäche - Brandnarben: Die Brandnarben auf seinem Rücken fangen an zu schmerzen, wenn Akiras Rückenmuskulatur bei einem Kampf stark beansprucht werden. Das kann ihn ablenken oder ihm die Kraft aus seinen Angriffen nehmen.

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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Di Mai 22, 2018 6:00 pm

Füg einen Satz hinzu in dem Akira aus dem Gebäude flüchtet bevor er ein wenig entfernt aufgesammelt wird und du hast mein angenommen. Ansonsten sorry, aber die Situation ist halt ansonsten immer noch recht unglaubwürdig. So wie es dort steht klingt es halt immer noch als wäre er direkt vor dem Eingang des improvisierten Stützpunktes umgekippt, was du aber nicht zwingend gemeint haben musst. Die Soldaten wären halt schon sehr dumm es ihn in diesem Fall direkt vor dem Stützpunkt aufzusammeln den sie gerade zerschossen haben. Ist halt ein 3 Minuten Edit der Missverständnisse unmöglich macht, sollte also nicht zu viel verlangt sein. Sorry für die Pingeligkeit.

Edit:Angenommen

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BeitragThema: Re: Akira Yagami   Di Mai 29, 2018 3:18 pm

Nach dieser Bewerbung musste ich durchatmen, weil ich mir vorgenommen hatte, dass ich in der ganzen Zeit, in der ich die Bewerbung lese, nicht atme. Nun, für ein solches Vorhaben war die Bewerbung eindeutig zu lang... ich hab irgendwann aufgehört zu zählen wie oft ich geatmet habe.
Nachdem ich diese Bewerbung 2x durchgelesen habe, um auch nichts überlesen zu können, hab ich nichts gefunden, was ich dir verwehren würde. Solange die extreme Menschenkenntnis nicht zu Gedankenlesen oder Gehirnwäsche verkommt, habe ich nichts zu bemängeln. Ich weiß ja, wie du spielst, also sollte das kein Problem sein.

Zeit zum durchatmen, eine solche Bewerbung zu lesen, während mir der Schweiß durch die Hitze von der Stirn tropft, ist ungeil.

Angenommen.

Verschieben, darfste selber.

Cheers!

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